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Meinung | Freitag, 24. Mai 19

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Noch ist alles in Ordnung: Frances (Chloe Grace Moretz) und Greta (Isabelle Huppert) bei trauter Zweisamkeit. (Foto: Capelight Pictures)
Kinokritik zu "Greta"

Thriller mit Taschenspielertricks

Als die sensible Frances (Chloe Grace Moretz) in der U-Bahn eine Tasche findet und diese brav ihrer vereinsamten Besitzerin Greta (Isabelle Huppert) zurückbringt, ahnt sie nicht, was sie damit auslöst. Nachdem Frances eine unheimliche Entdeckung macht und den Kontakt abbricht, entpuppt sich die adrette Dame als psychopathische Stalkerin.

Soweit die Handlung des neuen Films von Neil Jordan, der 1992 den Regieoscar für „The Crying Game“ erhielt. Handwerklich durchaus gut gemacht, scheut sich „Greta“ nicht, auf allen Klischees aufzubauen, die das Thriller-Genre hergibt. Da ist die Person, die in der Vorgeschichte des Film eine psychische Verletzung erlitten hat, ein schwieriges Verhältnis zum Vater, das leichtlebige Blondchen als Mitbewohnerin. Alles dabei, was wir schon x-mal woanders gesehen haben.

Altbewährt ist nicht gleich gut. Der Film bleibt derart vorhersehbar, dass man sich nur umso dringender ein schnelles Ende wünscht. Nebenbei reißt dieses Aneinanderreihen von Klischees zahlreiche Lücken der Logik auf, so dass der Zuschauer bald den Glauben an die Geschichte verliert: "So dumm, wie sich die Figuren dieses Dramas, denn um ein solches handelt es sich, kann man gar nicht sein."

Zur Krönung gibt’s noch jede Menge Dialogzeilen, die so hölzern sind, dass ein Computer sie geschrieben haben könnte, garniert mit äußerst durchschnittlicher Schauspielkunst der Jungdarstellerinnen; einzig Isabelle Huppert versucht zu retten, was zu retten ist.

Fazit: Trotz der durchaus gelungenen Machart des Films scheitert „Greta“ an seinem lieblosen Drehbuch. Das ist schade, weil Kameraarbeit und Musik durchaus Spannung aufkommen lassen. Nur wird diese unter der uninspirierten Handlung völlig begraben.

Zu sehen gibt´s "Greta" im Cineplex Passau.

Clemens Pittrof

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