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Nachrichten | Montag, 12. Juli 21

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"Bergfried wacht auf". Dieses Banner haben die neuen Besitzer des Klösterchens aufgehängt. Es sind die Erben von Heinz Hermann Thiele, der zu den reichsten Unternehmern Deutschlands zählte. (Foto: mediendenk)
Nachrichtenticker

Altenheimbrand, Bergfried, Flutpolder

DENKMAL

Die Erben des im Februar verstorbenen Großunternehmers Heinz Herrmann Thiele ("Knorr-Bremsen AG", "Lufthansa-Aktionär") lassen die seit 15 Jahren brachliegende Immobilie "Bergfried", ein ehemaliges Klösterchen mit Kirche, aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Siehe dazu unsere Titelgeschichte im April-Heft. Starkregen und Schlammbäche im Haus sorgten zuletzt für Handlungsbedarf. Ein benachbarter Bauer ist beauftragt worden, das denkmalgeschützte Anwesen und umliegende Grundstück vom Wildwuchs zu befreien, die Abflüsse zu sanieren. Banner sind am gesperrten Zugang und an der Kirche aufgehängt worden: "Bergfried wacht auf". Angeblich ist am zweiten Oktoberwochenende ein dreittägiges Fest mit 500 Gästen geplant. Kritische Beobachter schalteten wegen der "Rodungen" den Bund Naturschutz ein, da sie befürchteten, der Eingriff mitten im Sommer sei schädlich für die Natur. Der Bauer winkt ab, er wisse, was zu tun und rechtens sei. Keiner der großen Bäume werde gefällt. Die haushoch gestapelten Stämme im Innenhof stammten nicht vom Grundstück. Es ist der Lagerplatz eines Holzhändlers.


PANDEMIE

Die Stadt Passau ist am Wochenende neue Wege gegangen, um ihre herausragende Impfquote zu steigern:

Den unbürokratischen Zugang zu einer mobilen Impfstation, die im Ortsteil Passau-Auerbach am Bürgerbüro „Passavia“ ihre Zelte aufgeschlagen hatte, nutzten 107 Menschen aus der Umgebung, darunter viele aus dem Ausland stammende Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Im Impfzentrum am Messepark ließen sich am Sonntag 169 Minderjährige in Begleitung der Eltern impfen. Die Stadt hatte über alle weiterführenden Schulen das Angebot unterbreitet. Die Impfstoffe sind von der "Ständigen Impfkomission" nicht ausdrücklich empfohlen, aber für Kinder ab zwölf zugelassen. Im Hinblick auf mögliche Covid-19-Langzeitfolgen, die auch Jugendliche nach milden Verläufen treffen können, und die unsichere Lage an den Schulen im Herbst durch die sich ausbreitende Delta-Variante, kam die Stadt einem Wunsch vieler Eltern und Kinder nach. 

Rechnerisch ist durch die beiden städtischen Impfaktionen die Impfquote in der Provinzmetropole, 53.000 Einwohner, um ein halbes Prozent auf 77 gestiegen; die Quote der Erstgeimpften beträgt 62 Prozent.

Das erste Mal seit zweieinhalb Wochen sind vom Gesundheitsamt Neuinfektionen fürs Stadtgebiet gemeldet worden: zwei Fälle. Ob es sich um die Delta-Variante handelt, werden die Untersuchungen ergeben.

Der Hausjurist der „Querdenker“, Markus Haintz, der in Passau-Innstadt eine Kanzlei betreibt, wollte mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht Regensburg die Impfaktion für Schülerinnen und Schüler verhindern – und scheiterte. Die Antragstellerin hatte angeführt, dass Geimpfte im Klassenzimmer Mitschüler „gefährden“ könnten, sich zu der Ansicht verstiegen, dass Geimpfte „schädliche Mikroorganismen“ ausstoßen. Das Gericht hält nach seiner Einschätzung unter anderem für ausgeschlossen, dass Covid-19-Impfstoffe sich zwischen den Menschen übertragen.


BRAND IM ALTENHEIM

Ein Zimmerbrand hat heute um 5.30 Uhr im Altenheim „Bonifatius“ in Passau-Neustift den Feueralarm ausgelöst. Der Bewohner, ein Demenzpatient und Raucher, befand sich auf der Terrasse und blieb unbeschadet. Feuerschutztüren schlossen sich automatisch und das Personal, vom Koch bis zur Pflegerin, griff sofort ein. Als die Feuerwehr eintraf, war das Haus „Station 1“ bereits evakuiert, 23 Patientinnen und Patienten in den Innenhof verbracht worden. Sieben der Helfenden, die Rauchgase eingeatmet hatten, ließen sich hinterher ärztlich untersuchen, zwei bleiben stationär zur Beobachtung. Einen elektrischen Defekt schließen die Brandermittler aus. Im ausgebrannten Zimmer lassen sich Spuren schwer sichern. Die Seniorenwohnanlage, 180 Beschäftigte, beherbergt 150 zu Pflegende und 50 Betagte im betreuten Wohnen.


KIRCHENGERICHT

Die Passauer Staatsanwaltschaft hat die Kripo beauftragt zu klären, ob es in einem Verdachtsfall „Kindesmissbrauch“ strafrechtlich Relevantes gibt. Sie reagiert auf einen Beitrag im aktuellen Sommer-Heft Nr. 147, in dem wir exklusiv berichten, dass Bischof Stefan Oster wegen der Vorgänge um einen Priester ein Kirchengericht eingesetzt hat und Zeugen angehört werden.


HOCHWASSER

Die SPD-Landtagsfraktion schreibt es sich als politischen Erfolg zu, dass der bayerische Umweltminister Glauber heute eine Studie veröffentlichte, die belegt: Flutpolder sind der wirksamste Hochwasserschutz an der Donau. Wie der Passauer Landtagsabgeordnete Christian Flisek in einer Pressemitteilung erklärt, habe Vizeministerpräsident Aiwanger die Offenlegung verhindert. „Dass die SPD-Landtagsfraktion erst mit einer Verfassungsklage drohen musste, bevor die Ergebnisse veröffentlicht werden, wirft kein gutes Licht auf die Staatsregierung“, schreibt Flisek. Den Flüssen im Oberlauf Raum zu geben, kappt bei Hochwasser die Pegel im Unterlauf, schützt die besonders gefährdete Dreiflüssestadt. Der Bund Naturschutz fordert im Zusammenhang mit der veröffentlichten Studie „naturnahe Maßnahmen“ anstelle „technischer Lösungen“.

 

POLIZEI

Kräfte der Bundespolizei haben, wie heute erst gemeldet wurde, am Samstag um 22.35 Uhr Bahnsteig 6 und den südlichen Teil der Unterführung des Passauer Hauptbahnhofs geräumt. Aus dem Regionalzug, der von Mühldorf kommend einfuhr, war ein „betrunkener Mann mit Langwaffe“ gemeldet worden. Der 19-Jährige hatte, wie sich nach der Festnahme herausstellte, ein ungeladenes Luftgewehr bei sich, eine geringe Menge an Aufputschdrogen und laut Alkoholtest 1,7 Promille im Blut. Zu den Anzeigen kommt ein Verstoß gegen Bewährungsauflagen.

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28. September 2021
 
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