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Nachrichten | Samstag, 20. Juli 19

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Der Diesel auf der bayerischen Seite ist um zwei Cent günstiger: 1,21 Euro gerundet. (Foto: mediedenk)
Tanktouristen ausgetrickst

Diesel auf bayerischer Seite günstiger

Passau/ Schärding - Die Geiz-ist-geil-Gesellschaft der Autofahrer dürfte sich seit einer Woche ärgern, wenn sie das erfährt: Die letzte deutsche Tankstelle am südlichen Donauufer vor der Grenze zu Österreich verkauft den Liter Diesel zwei Cent günstiger als die Nachbarn. Dass es die wenigsten Spritkäufer bisher mitbekommen haben, ist nicht weiter schlimm. Es gäbe beim bayerischen Billigdiesel sonst wohl kilometerlange Warteschlangen. 

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Manuel Lang, der Tankstellenbetreiber in Passau-Haibach und Anbieter des Dumpingpreisdiesels, hat seine Zapfsäulen, die seit Jahrzehnten wegen des Tanktourismus gen Österreich nur wenige anfahren, auf eine Säule reduziert. Es können also maximal zwei Fahrzeuge gleichzeitig tanken. Derzeit ist nur ein Zapfhahn, der auf der Seite zum Kassenhäuschen, in Betrieb. „Ein Autofahrer hat mir auf der anderen Seite den Schlauch rausgerissen“, erzählt Lang.  Der Schussel hatte bezahlt, aber vergessen vor der Abfahrt die Zapfpistole aus dem Einfüllstutzen zu nehmen. Bis der Schaden behoben ist, kann es dauern.

Wer die bayerische Grenztankstelle zufällig anfährt, wie am Samstagmittag ein Reisender aus Magdeburg, darf sich über den Preis freuen: gerundet kostet der Liter Diesel 1,21 Euro. „An der Autobahn bei Bogen hätten sie 1,54 Euro verlangt“, empört sich der Magdeburger.  Bei ihm Zuhause liege der Preis bei 1,15 Euro. Auf der österreichischen Seite sind es 1,23 Euro.

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Tanken in Achleiten in Österreich: rund 1,23 Euro der Liter Diesel. (Foto: mediendenk)
„Ich habe einfach günstig eingekauft“
, erklärt Lang seinen Niedrigpreis. Seit einer Woche könne er beim Diesel den österreichischen Nachbarn unterbieten. Aber, wer weiß das schon? Seine Preistafel an der Straße ist schwer zu lesen, wird von einer Metallleiter verdeckt. Vielleicht Absicht, um nicht zu viele Autofahrer anzulocken und mit einer Zapfsäule im Chaos zu versinken? Nein, es hat mit einer weiteren Panne zu tun. „Die automatische Preisanzeige ist kaputt“ sagt Lang. Die Reparatur sei sündteuer, da steige er lieber selbst hinauf und wechsle die Zahlen per Hand.

In Schärding sei der Sprit bei weitem noch billiger, schrieb uns Armin Geiger. Wir haben nachgesehen: 3 Cent ist der Diesel günstiger als an der bayerischen Grenztankstelle. Aber: Wer wollte bis nach Schärding fahren, für 1,90 Euro Sprit verfahren, um 1,50 Euro zu sparen? Vom Zeitverlust für sinnvollere Beschäftigung mal abgesehen.

Grundlage der Berechnung: 32 Kilometer An- und Rückfahrt; 50 Liter Tank, leergefahren, Auto mit 5-Liter-Verbrauch, aktuell 3 Cent Preisunterschied zur genannten bayerischen Grenztankstelle.


 

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