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Nachrichten | Donnerstag, 06. Januar 22

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Vorigen Samstag hat eine Mini-Kundgebung des Bündnisses für Solidarität am Maxdenkmal verhindert, dass "Corona-Spaziergänger" sich am Domplatz inszenieren. (Foto: mediendenk)
Politik und Pandemie

Passauer Strategie gegen illegale Corona-Aufmärsche

Was kann mitunter wirksamer als Polizeiketten gegen illegale Aufmärsche der Coronamaßnahmen-Trotzköpfe sein?  In Passau hat es sich letzten Samstag gezeigt.

Am kommenden Samstag, wenn AfD-Landtagsabgeordneter Ralf Stadler zum zweiten Mal zu einer Versammlung auf den Kleinen Exerzierplatz ruft, wollen Gegendemonstranten erneut die wichtigsten Punkte der Altstadt besetzen, den Rathausplatz und den Domplatz. Die kleinen Kundgebungen für Solidarität und Rücksichtnahme in der Pandemie sind organisiert von einem Bündnis, das unter anderem von der grünen und linken Passauer Jugend getragen wird. Ihre strategische Überlegung ist aufgegangen: Sie besetzen mit angemeldeten Versammlungen die Plätze, die sich die sogenannten „Corona-Spaziergänger“ zum Marschziel gesetzt haben. Das verhindert beispielsweise auch, dass diese dort Kerzen für Opfer abstellen, die es nur in deren falschen Erzählungen gibt: Impftote.

Am letzten Samstag: Zwei Dutzend „Corona-Spaziergänger“, erkennbar an ihren Gesichtern ohne Mund-Nasenschutz und Äußerungen wie „Hier laufen nur Vermummte herum!“, treffen am Rathausplatz ein. Sie fühlen sich verfehlt angesichts der Kundgebung der Grünen - und ziehen nach kurzer Zeit wieder ab. Die Polizeikräfte bleiben Beobachter und müssen nicht eingreifen.

Mit einer Pressemitteilung um Mitternacht hat sich das Bündnis mit einem Appell an Bevölkerung gewandt: „Unterstützen Sie den Gegenprotest, reden Sie mit Ihren Bekannten und machen Sie darauf aufmerksam.“ Die Passauer hätten gezeigt, dass es in ihrer Stadt kein Platz für Verschwörungsideologien und rechte Hetze gebe, es sei jedoch ein dauerhafter Einsatz gefragt, schreibt Pressesprecherin Sophie Meisner.

Stadlers Hoffnung, dass dieses Mal im Sinne seiner Anhängerschaft die Maskenpflicht fallen könnte, dürfte sich wohl kaum erfüllen. Letzten Samstag betrug in der Dreiflüssestadt die Siebentagesinzidenz 111, heute – die Zahlen sind laut Robert-Koch-Institut wieder belastbar – sind es 139. Tendenz in der Omikron-Welle: steigend.

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