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Nachrichten | Dienstag, 15. September 20

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Gefahrenstelle in der Einbahnstraße "Innbrückgasse": Hier können Autos entgegenkommen. (Foto: mediendenk)
Verkehrswende verschoben

Verflixte Innbrückgasse

Wie Verkehrswende in Passau funktioniert? Am Beispiel Innbrückgasse lässt sich als Antwort geben: zunächst so gut wie gar nicht.

Im heutigen Stadtratsausschuss für Mobilität sollte die schmale, unübersichtliche Gasse zwischen Innbrücktor und Residenzplatz als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden. Das bedeutete, dass Fußgänger Vorrang haben. Das entsprechende blaue Verkehrsschild zeigt ein Haus, ein Auto, einen Erwachsenen und ein ballspielendes Kind.

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Dieses Schild stand für die Innbrückgasse zur Debatte: Entscheidung vertagt.

Aber das ursprüngliche Ziel war ein anderes. Die Gasse sollte als Hauptverkehrsachse für Radfahrer ertüchtigt werden. Was spricht gegen eine "Fahrradstraße"?

  • Die Polizei sieht dieses Problem: Die 90-Grad-Kurve am unteren Tunnelende sei so unübersichtlich, dass es den Radfahrern wegen des entgegenkommenden Autoverkehrs nicht erlaubt werden könne, hier bergwärts einzubiegen.
     
  • In einer Fahrradstraße sind 30 km/h und Nebeneinanderfahren erlaubt. Dies sehen andere generell auf dieser abschüssigen, schmalen Gasse als gefährlich.

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Kleiner Redoutensaal: In der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause ging es um Mobilität. (Foto: Maximilian Ortner/ Bürgerblick)
Die Stadträte konnten sich nicht einigen.

  • Stadtrat Wolfgang Wagner (SPD) findet eine Spielstraße zu gefährlich: Fußgänger blockierten die Tunneleinfahrt und mit ballspielenden Kindern würden Autofahrer nicht rechnen.
  • Stadtrat Andreas Dittlmann (FDP) und Urban Mangold (ÖDP) sehen die Bordsteinkanten als Hindernis. Radfahrer können Autos nicht ausweichen ohne abzusteigen; Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen hingen mit einem Rad in der Luft.
  • Stadtrat Matthias Koopmann (Passauer Liste) fordert sinngemäß seiner Vorredner, dass für eine Verkehrswende das Pflaster auf ein einheitliches Niveau abgesenkt werden müsse.
  • Grünen-Stadtrat Dr. Armin Spechter irritierte die Beschlusslage „Spielstraße“: Dies würde das Fahrradwegenetz nicht stärken, sondern behindern. Er schlug eine Fahrradstraße mit Tempolimit 20 vor.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper schien über die konfliktreiche Debatte nicht unglücklich zu sein. Die Entscheidung wurde vertagt und eine neue Lösung soll gefunden werden.

Maximilian Ortner

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