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Nachrichten | Donnerstag, 25. Juni 20

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Schmiedgasse: Selbst bei 1 Meter Gehweg genug Platz für Autoverkehr. Beste Lösung: Verkehrsraum flexibel gestalten, ein Niveau, weg mit scharfen Gehsteigkanten. (Foto mediendenk)
Passauer Bauvorhaben

Was wo genehmigt wird

Das Stadtratsgremium für "Bauen und Liegenschaften" hat sich heute mit Themen beschäftigen, welche viele Gemüter bewegen: Gastronomie und Handel, Verkehrsraum und Denkmalschutz sind berührt. Was kam dabei heraus?

  • Innstadt auf neuen Fußwegen?
    Seit vielen Jahren ist geplant und beschlossen, in der historischen Innstadt den Verkehrsraum für die Fußgänger zu verbessern; konkret soll der Bürgersteig in der Schmiedgasse wenigstens auf einer Seite auf mindestens 90 Zentimeter verbreitert werden. Die Stadträte treffen sich am Donnerstag um 15 Uhr 30 zum Ortstermin. Von der Verwaltung heißt es, die Umsetzung sei wegen des Durchgangsverkehrs nur in Nachtarbeit möglich, aufwändig und kostspielig, angesichts der Coronafinanzlage besser zu verschieben. Sie führt außerdem an, dass ein Baulöwe im alten Brauereiquartier ohnehin eine neue Passage für Fußgänger und Radfahrer schaffen wolle. Fakt ist: Das liegt in weiter Ferne.
    Provisorische Fahrbahnmarkierungen
    Ortsbesichtung und Stadtratsdebatte ergaben: Alle Anwesenden haben eingesehen, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Die Stadtverwaltung will mit Fahrbahnmarkierungen den Fußgängern mehr Raum verschaffen, ein Provisorium. Urban Mangold (ÖDP) hat seinen Antrag zurückgestellt, die Grünen-Stadträte Stefanie Wehner und Boris Burkert brachten weitere Vorschläge ein. Allzulange sollte eine grundlegende Lösung nicht mehr dauern, man werde nicht locker lassen, hieß es von den Antragstellern. Mehr im gedruckten Heft.   
     
  • Erweitertes Einkaufszentrum
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    Kapuzinerstraße: Die neue Einkaufshalle erstreckt sich zwischen Fitnesscenter (Nr. 26) und dem bestehenden Markt (gelb eingezeichnet).
    Es wird konkreter zum Neubau des Edeka- und Getränkemarktes an der Kapuzinerstraße. Die neue Einkaufshalle wird auf dem Gelände weiter westlich vom bestehenden Markt entstehen; mit einer Verkaufsfläche von 2.400 Quadratmetern doppelt so groß. Der bisherige Markt wird um einen Drogeriemarkt erweitert. Insgesamt werden 85 Stellplätze benötigt. Das Einkaufsareal grenzt künftig ans Fitnesscenter an. Die Fahrbahn soll zudem um eine Linksabbiegerspur erweitert werden.
    Problem: versiegelte Flächen, Starkregen, Abwasser
    Ergebnis der Sitzung: Gegen die Stimmen der beiden Grünen-Stadräte beschlossen; diese stoßen sich am Ausmaß des Flächenverbrauchs und -versiegelung. Investoren scheuen die Kosten besserer, sinnvoller Lösungen: Einkaufshallen aufgestockt mit Wohnetagen, darunter Tiefgaragen. Der heftige Regen, bis zu 25 Liter je Quadratmeter und Stunde, der zum Zeitpunkt der Sitzung im Stadtgebiet mit einem Donnerwetter niederging, deutete in eine offene Wunde des Projekts, die Entwässerung eines Geländes von 7.500 Quadratmetern.  
     
  • Wirtshaus „Zur Sparkasse“
    Die Sparkasse in der Fußgängerzone will ihre Niederlassung an der Ecke Ludwigstraße/ Große Klingergasse grundlegend umbauen, auf einem Teil der bisherigen Schalterräume im Erdgeschoss, eine Gaststätte einrichten; 270 Quadratmeter. Die Denkmalpfleger sprechen bei der Außengestaltung ein Wörtchen mit und die Stadt wartet auf die Unterschrift, dass die dafür benötigten Stellplätze abgelöst werden.
    Schnellrestaurant oder bayerisches Wirtshaus?
    Das Vorhaben wurde einstimmig genehmigt. Die Frage manchener Stadträte, welche Art von Gastronomie es werden wird, musste offenbleiben. "Darauf haben wir keinen Einfluss", sagt der Sprecher der Verwaltung. Das Lokal werde mindestens 100 Sitzplätze haben. Wichtig: Die bestehenden Außenanlagen der Fußgängerzone mit den Ruhebänken würden nicht angetastet.  
     
  • Indiskutabler Balkon zum Inn?
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    Vom Innkai gesehen: Der Eigentümer des Kaffeehauses am Innbrücktor möchte der Ostseite des Gebäudes einen Balkon verpassen: Platz für zwei Dutzend mehr Gäste.
    Ein Terrassencafé am Innbrücktor gehört zu den schönsten Sommerplätzen der Stadt. Der Eigentümer möchte mehr Platz für die Gäste schaffen, den Ausblick spektakulär erweitern: eine neue Balkonterrasse hoch über dem Innkai zur Südostseite. Der Denkmalschutz hat ein klares Veto eingelegt, rät dringend davon ab, diesen Präzedenzfall zuzulassen; die Verwaltung folgt der Empfehlung.
    Ortsbesichtigung geplant
    Es fiel kein Beschluss. Auf Vorschlag des CSU-Stadtratseniors Josef Reischl soll es zur Ortsbesichtigung kommen. Mehr im gedruckten Heft. 
     
  • Ersatzbau am Linzer Tor
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    Linzer Tor: Der Bauherr will das neue Haus nach dem Vorbild des abgerissenen Denkmals gestalten; auch der typische Balkon käme wieder dran.
    Der Verlust eines alten Passauer Postkartenmotivs, der Abriss des alten Holzgebäudes am Linzer Tor, hat zum Schluss sogar den Landtag beschäftigt. Das ehemals denkmalgeschützte Haus ist weg, eine Baulücke klafft, der Bauherr geht den Neubau an. Er will sich offenbar weitgehend nach den Wünschen der Denkmalpflege richten, vom Dachziegel bis zum Zaun; selbst den typischen Balkon zur Linzer Straße soll es wieder geben. Allerdings will er baulich erweitern, eine zusätzliche Wohnung im Dachgeschoss und eine Autogarage. Die Verwaltung möchte ihm ein bisschen entgegenkommen. Das letzte Wort haben die Stadträte.
    Dem Bauherren Experten als Berater beistellen?
    Die gute Wille des Bauherren, mit einer versöhnlichen Lösung das verlorene Denkmal zu ersetzen, wurde von allen Seiten gewürdigt. Manche wünschten sich, dass der Gestaltungsbeirat, ein von der Stadt eingesetzter Expertenkreis von Architekten, das Vorhaben begleitet. So könnte es noch mehr hinzugewinnen; beispielsweise mit Fenstern in Holzbauweise, mit Lösungen, die den Charme alter Architektur aufnehmen, welche keine strengen rechten Winkel und scharfen Kanten kennt.   
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10. August 2020
 
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