Google-Anzeigen

Universität | Mittwoch, 10. Juli 19

bild_klein_15745.jpg
Frau in Rot: Carola Jungwirth präsentiert mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler die neue Zielvereinbarung für die Uni Passau. (Quelle: Bayerisches Wissenschaftsministerium)
Beschwerden abgeblitzt, Digitalstudium kommt

Minister Sibler stellt sich hinter Präsidentin Jungwirth

Sieben Tage vor der Präsidentschaftswahl an der Universität Passau, an der bekanntlich heftige Konflikte wegen des angeblich autokratischen Führungsstils der amtierenden Präsidentin Carola Jungwirth gären, überschlagen sich diese Woche die Neuigkeiten. Hier die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Präsidentin Carola Jungwirth, zwei an der Zahl, sind vom Wissenschaftsministerium mit Unterschrift vom Montag als "unbegründet" abgewiesen worden. Weitere Rechtsmittel sind nicht möglich, die Ablehnung wurde nicht begründet. Einer der Beschwerdeführer, Schulpädagogik-Lehrstuhlinhaber Professor Norbert Seibert, hatte sich am Samstag in der Lokalzeitung zu seinen Beweggründen geäußert. Er heftet Jungwirth "Drohungen", "Verletzungen der Fürsorgepflicht für Mitarbeiter" und Gesprächsverweigerung an.   
     
  • Neue Zielvereinbarung: Am selben Tag hat Carola Jungwirth mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler, dessen uneingeschränkte Rückendeckung sie offenbar hat, in München das neue Vertragswerk unterschrieben, welches den Weg der Universität Passau bis zum Jahr 2022 festlegt.
     
  • Steigende Studentenzahlen: Laut Papier wird die Zahl der Eingeschriebenen wohl weiter steigen, denn die Hochschule verpflichtet sich in den Studienjahren bis 2022 jeweils zum Sommer- und Wintersemester weiterhin jährlich 380 zusätzliche Studienanfänger aufzunehmen; die Gesamtaufnahmeverpflichtung summiert sich auf 2.548 Erstsemester je Studienjahr.
     
  • Neuer Forschungsschwerpunkt, neuer Studiengang: Die Universität Passau will laut Papier zu einem der „führenden Zentren in Europa“ werden, welches über die Fachrichtungen hinweg Grundlagen erforscht, wie sich die Digitalisierung auf die Gesellschaft auswirkt. Der von Carola Jungwirth im Alleingang neu geplante und vom Uni-Senat abgelehnte Bachelorstudiengang „Studium digitale“ kommt. Er ist in der Zielvereinbarung ab dem Wintersemester 2020 mit mindestens 25, nach zwei Studienjahren mit mindestens 75 Studienanfänger festgeschrieben. Das Kind wurde umgetauft in „Digitalisierungsstudium“ („Digitalisation Studies“); gemäß den studentischen Abkürzungen „Spute“ für Studiengang „Sprache und Text“, „Kuwi“ für Kulturwissenschaften, „Joko“ für „Journalismus und Kommunikation“ beginnt an der Uni Passau das Zeitalter der „Digis“.
     
  • Frauenquote erhöhen: Der Frauenanteil unter den Professuren liegt bayernweit an den Hochschulen bei 19,8 Prozent, in Passau bei 19,4 (Erhebung Ende 2017). Angestrebt wird laut Vereinbarung an der Uni Passau bis Ende 2021 eine Quote von 22,4 Prozent; in Zahlen: vier Professorinnen mehr.
     
  • Präsidentschaftswahlen: Die drei Kandidaten stellen sich heute 20 Uhr im Audimax bei einer Podiumsdiskussion, welche die Studentenvertreter organisiert haben: der Eichstätter Pädagogikprofessor Ulrich Bartosch, 59, die Passauer Kulturwissenschaftlerin Ursula Reutner, 42, und Amtsinhaberin Carola Jungwirth, 53. Am 17. Juli wählen die 22 Mitglieder des Universitätsrat, darunter elf Externe wie  PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann, wer die nächsten sechs Jahre das Präsidentenamt bekleidet.
     
  • bild_klein_15747.jpg
    Schnellergebnisse einer Umfrage zur Geschlechtergerechtigkeit sind plakatiert und rasch wieder entfernt worden. Sind wissenschaftliche Grundsätze missachtet worden: Urheberrecht und Zielgruppenkontrolle? (Foto: md)
    Plagiatsvorwürfe
    : Bei einer hauseigenen Studie zur Geschlechtergerechtigkeit hat sich die Uni Passau den Unmut anerkannter Einrichtungen für Sozialforschung in Bonn und Berlin zugezogen. Die für Aufsehen und Kritik sorgende Umfrage "Sie und Ihn" ("His and Hers") ist ohne Rückfrage oder Abstimmung mit den Urhebern des eingesetzten "Fischschwarmmodells" und zudem offenbar unglücklich umgesetzt durchgeführt worden. Die aufwändig plakatierte Aktion vom Mai liegt in den Händen der Gleichstellungs- und Frauenbeaufragten. Das offizielle Ergebnis, das Anfang Juli veröffentlicht werden sollte, lässt auf sich warten; wahrscheinlich wegen der aufgetretenen Konflikte und Mängel. Mehr dazu in Kürze, wenn die Stellungnahme der Uni vorliegt 
Unabhängiger Journalismus ist abhängig von zahlenden Lesenden

Wenn Sie uns zusätzlich unterstützen wollen, hier können Sie „spenden“.
Hinweis fürs Finanzamt: Zahlungseingänge werden wie Abozahlungen verbucht.
Bürgerblick als gemeinnützige Gesellschaft zu etablieren ist in Arbeit.

23:19
Dienstag
15. Juni 2021
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTURKALENDAR
15.06. | Dienstag
OPERNHAUS
Die Zofen
 
bild_klein_18867.jpg

Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Urfaust
 
bild_klein_18915.jpg

Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
bild_klein_18979.jpg

Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
bild_klein_19036.jpg

Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
bild_klein_19187.jpg

Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei

Sissi Perlinger: Worum es wirklich geht
 

Tiefgründig, philosophisch, aber urkomisch. Sissi Perlinger beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und teilt ihre großen Weisheiten mit dem Publikum. Dabei gelingt es der Schauspielerin ernste Themen in amüsantes Kabarett einzukleiden. 


12:26 Uhr | Ab 27,40€
OPERNHAUS
Herkules am Thermodon
 
bild_klein_19120.jpg

Deutsche Erstaufführung der bekannten Barockoper Antonio Vivaldis aus dem Jahr 1723. Herkules soll für König Eurystheus den Gürtel der Amazonenkönigin beschaffen, der ein kriegerisches Attribut wie Symbol für den Beischlaf ist.


12:30 Uhr | Eintritt frei

Passauer Politiktage: Wie tief sind die Gräben?
 

Offene Podiumsdiskussion zum Stand der Gesellschaft und zur Frage, wie gespalten diese wirklich ist. Live-Veranstaltung via Zoom, Details auf der Website des Veranstalters.


20:00 Uhr | Eintritt frei

Google-Anzeigen