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Nachrichten | Dienstag, 16. Oktober 18

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Der 23-jährige Passauer auf der Anklagebank wird mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Er nannte am ersten Prozesstag den mutmaßlich tatsächlichen Messerstecher, einen Bekannten. (Foto: mediendenk)
Wende in Totschlagsprozess

Zweite Verhaftung nach Messerattacke auf Migranten

Auf der Anklagebank im Landgericht Passau sitzt der Falsche.

Nach einer Messerattacke auf einen afghanischen Migranten vor einem Nachtlokal in der Passauer Innenstadt, sitzt ein 23-jähriger gelernter Kaufmann aus Passau wegen versuchten Totschlags auf der Anklagebank. Jetzt wurde ein anderer Niederbayer verhaftet, der wahrscheinlich der Angreifer mit dem Messer war.

Der Angeklagte des Totschlagprozesses hat in der Verhandlung dem Schwurgericht mitgeteilt, wer der tatsächliche Messertäter sein könnte. Dieser sitzt nun in Untersuchungshaft. Er sollte heute als Zeuge  auftreten, erklärte jedoch bei seiner Festnahme, dass er als Beschuldigter sein Recht umfassend in Anspruch nehme, die Aussage zu verweigern.

Der angeklagte Passauer kommt trotzdem nicht ungestraft davon. Von den heutigen Plädoyers des Staatsanwalts, des Anwalts der Nebenklage und des Verteidigers ausgehend, wird er wohl zu ein paar Monaten Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, unerlaubten Waffen- und Drogenbesitzes verurteilt werden. Er soll bei der Auseinandersetzung zwischen den zwei Gruppen auf den Migranten eingeschlagen haben; bei der Hausdurchsuchung entdeckten die Kripobeamten eine illegale Schreckschusswaffe und ein paar Gramm Marihuana.

Der blutige Streit hatte mit Beleidigungen begonnen. Dabei sollen die Worte „Kanaken“, „Eselficker“ und auf die Einheimischen bezogen „Kartoffel“ gefallen sein. Dass der Angeklagte handgreiflich mitgemischt hat, belegten seine blutige Nase, die er durch einen Abwehrschlag erlitten hatte und sein zerrissenes T-Shirt.

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Der Gutachter unterhält sich mit dem Staatsanwalt, der Anwalt der Nebenklage, Ralph Sperrhake, mit seinem Mandanten; diesem sind drei Messerstiche zugefügt worden. (Foto: mediendenk)
Der 20-jährige Migrant aus dem Landkreis, der sich zum Heilerziehungspfleger ausbilden lässt, erlitt drei Stichverletzungen, Rücken, Arme und Wange. Ob ein oder zwei Täter das Messer führten, ist unklar.

Aufnahmen von Überwachungskameras an einer Passauer Tiefgarage zeigen die Gruppe der Tatverdächtigen kurz nach der blutigen Attacke, darunter den Angeklagten, der damals seinen Kopf noch kahl geschoren trug. Mit Fotos seines Facebook- Auftritts war er identifiziert worden. Das Gericht hatte eine Telefonüberachung genehmigt, die allerdings laut Ermittler keine sachdienlichen Erkennnisse gebracht habe.

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