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Nachrichten | Sonntag, 17. Februar 19

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Einen neuen Kran für den Güterumschlag hat die Freistaattochter "Bayernhafen für ihren Donauhafen in Passau-Schalding erworben. Der Kranführer erreicht seine Kabine über eine sechsfach gewendelte Treppe. (Foto: mediendenk)
Neuer Kran für Donauhafen

Schneller, höher und ein bisschen sauberer

Morgen ist die Presse zum Mittagessen mit dem Bundesverkehrsminister und dem Passauer Oberbürgermeister eingeladen. Das klingt nach einem wichtigen Anlass.

Wird Passau Pilotstadt für ein digitales Verkehrskonzept? Oder werden die Millionensummen für einen Dreiflüssetunnel bereitgestellt, der die Angerer, Ilzstädter und Innstäder aufatmen lässt?

Nichts von alledem. Es geht um einen großen Haken, den sich der Freistaat für seinen Donauhafen in Schalding rechts der Donau geleistet hat. Damit dort der Güterumschlag schneller abgewickelt werden kann. 

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Bis zu 110 Tonnen Traglast kann der neue Hafenkran an den Haken nehmen. "Nahezu das Doppelte seines Vorgängers", schreibt die Bayernhafen-Pressestelle.
Der vor zehn Jahren in Schalding eröffnete Güterhafen hat als Umschlagplatz Vor- und Nachteile. Wenn die Güter von der Straße auf den Fluss umgeschlagen werden, sind oft Schwertransporter mit Übergröße unterwegs, welche umliegende Landstraßen und Zufahrtstraßen blockieren, Polizeipersonal binden. Der Umschlag zwischen Binnenschiff und Bahn dagegen entlastet die Straße und verbessert die Umweltbilanz. Auf dem Hafengelände sind Bahngleise verlängert und die Lagerflächen für Schüttgüter erweitert worden. Seine Betreiber nennen ihn das "Tor zu Südosteuropa". Im trockenen Sommer des Vorjahres hatte er eine Schlüsselfunktion für Fracht- und Containerschiffe, die bei den extrem niedrigen Donaupegeln Last abladen und ihren Tiefgang vermindern konnten.

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Der 370 Tonnen schwere Stahlkoloss ist mobil: Er rollt auf acht Achsen mit 32 Zwillings-Gummireifen, maximal 5 km/h. (Foto: mediendenk)
Apropos Klimabilanz: Im neuen Hafenkran werkeln knapp 1.000 PS starke Dieselmotoren, die beim Heben der tonnenschweren Lasten kräftig Sprit schlucken. Deshalb greift der Schweizer Kranbauer auf eine Technik zurück, die bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen soll: Beim Absenken der Last wird Energie zurückgewonnen und in Akkus gespeichert. Ähnlich der Energierückgewinnung beim Bremsvorgang von Elektroautos. Diese Hybridtechnik ist kein Novum, sie wird bei diesen Kränen seit 2010 eingesetzt. "Gefeiert" mit den hochrangigen Gästen wird dies: Die Dieselmotoren des neuen Krans erfüllen laut Hersteller erstmals die Abgasreinigungsstufe 5.

Genau betrachtet hinken die Abgasvorschriften für Maschinen, die nicht für den Straßenverkehr bestimmt sind, weit hinterher; Traktoren, Mähdrescher, Baumaschinen und Binnenschiffe müssen laut einer EU-Verordnung von 2016 spätestens ab 2020 die Abgasreinigungsstufe 5 erfüllen, welche Dieselpartikelfilter erfordert. Der Passauer Kran soll angeblich weltweit der erste sein, den dieser Hersteller mit der "sauberen" Technik ausliefert.

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Der Kranführer kann Lasten bis auf 44 Meter Höhe anheben, sein Ausleger reicht bis zu 48 Metern. (Foto: mediendenk)
Andreas Scheuer, der Bundesverkehrsminister, lässt sich mit diesem PR-Termin wahrscheinlich von der Presse als Umweltfreund feiern. Zu wichtigen Umweltfragen der Medien schweigt er. Warum hat er ungeprüft die Entwarnung eines Lungenarztes zu Stickoxiden übernommen, voreilig mit übertriebener Empörung die EU-Grenzwerte infrage gestellt? Warum fasst er die Autoindustrie mit Samthandschuhen an und verzichtet auf Geldbußen und damit auf Milliardeneinnahmen für die Staatskasse? Die Journalisten des ZDF-Magazins "frontal 21" lassen gerade gerichtlich klären, ob Scheuer im letztgenannten Punkt der Öffentlichkeit diese Auskünfte nicht schuldig ist. In erster Instanz haben sie gewonnen, doch Scheuer legte Beschwerde ein. Der Fall liegt jetzt beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Der neue Kran am sogenannten Bayernhafen in Schalding rechts der Donau ist unter dem Aspekt zu sehen „Technik, die Männer begeistert“. Dupper und Scheuer unterstreichen mit ihrer Anwesenheit ihre Verbundenheit mit der Freistaattochter Bayernhafen. 

Infos zu dieser Lastenmaschine finden Sie in der Bildergalerie.

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