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Meinung | Montag, 28. Januar 13

Erfreuliches vom Lokaljournalismus

Leser zahlen gerne für Mehrwert

Wer sagt, dass gedruckte Zeitungen tot sind? Noch nie wurde unser kleines Lokalmagazin von Lesern so kräftig unterstützt wie seit Jahresbeginn.

Bürgerblick ist teuer geworden. 2,50 Euro pro Exemplar. Trotzdem. Kein einziger Abonnent ist abgesprungen. Im Gegenteil. Seit Jahresbeginn bis heute liegen uns drei Dutzend  Neubestellungen vor. Das ist ein Zuwachs, von dem Verleger von Tageszeitungen gerne träumen. Bei rund 400 Exemplaren im Abovertrieb (Druckauflage 2.000 Stück) sind das mehr als acht Prozent.

Auch die Einzelkäufer am Kiosk haben uns offenbar die Treue gehalten. „Was mehr wert ist, wird auch mehr begehrt“, erklärte uns ein Tankstellenbesitzer den verblüffenden Umstand, dass bei ihm der Verkauf des Lokalmagazins trotz der Preiserhöhung angezogen hat. Nicht zu vergessen die erfreuliche Entwicklung, dass uns immer mehr Onlineleser freiwillig mit einem Klick auf den „Paypal“-Knopf entlohnen.

Unsere Stärke liegt nicht in der Masse

Wir liefern Online im Vergleich zur Heimatzeitung nur eine beschränkte Auswahl an lokalen Artikeln. Nicht jede Meldung von Polizei und Rathaus ist so wichtig, dass wir sie nachahmen müssen, um unsere Spalten zu füllen. Die aktuellen Originaltexte kann heutzutage jeder Interessierte auf der Presseseite der Polizei, der Parteien oder der Stadtverwaltung nachlesen. Aber die personell eingedampften Lokalredaktionen drucken solche Pressetexte einfach gekürzt, leicht verändert oder, wenn´s reißerisch sein soll, dicker aufgetragen ab. Das ist in unseren Augen keine journalistische Leistung, kein Dienst am Leser, sondern ein Armutszeugnis. Es fehlt offenbar an Redakteuren, die Pressemitteilungen hinterfragen oder zum Telefon greifen. Aus diesem Grund muss übrigens auch die schnellste Onlinemeldung - Copy paste - nicht zwingend die beste sein.

Externe Quellen statt immer die eigene Soße

Im Gegensatz zu den Onlineauftritten des Heimatverlages verknüpfen wir unsere Texte ausdrücklich auch mit externen Quellen. Es geht uns nicht darum, Klicks und Lesezeiten auf unserer Seite werbefreundlich zu manipulieren, wichtiger ist der Blick über den Tellerrand.

Kulturkalender - selbst gepflegt statt interaktiv

Wieder sparen die lokalen Verleger an der falschen Stelle, am Leserservice: Sie preisen ihre Veranstaltungskalender als „interaktiv“ an, aber was heißt das? Sie überlassen die Gestaltung Veranstaltern, Wirten und Vereinsmitgliedern. So entsteht ein unübersichtlicher Kalender aus „Kraut und Rüben“, mit Bedeutungslosigkeiten und Lücken. Der Bürgerblick-Kulturkalender, den Sie parallel im Netz und im gedruckten Magazin finden, wird noch redaktionell gepflegt, bemüht sich um Übersichtlichkeit, Relevanz und vernünftige Verknüpfungen. Stichprobe am letzten Samstag: Bürgerblick-Kalender (8 Eintragungen), PNP-Kalender (33 Eintragungen, darunter nicht geöffnete Ausstellungen, Doppel- und Dreifacheintragungen) , Rathaus-Kalender (11 Eintragungen, viele Stadtführungen, aber fehlende wichtige Konzerte in Redoute und Jazzklubs).

Das interaktive Netz ist  eine feine Sache, aber leidenschaftlichen Lokaljournalismus ersetzt es nicht, kann es nicht ersetzen.

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05:28
Freitag
16. November 2018
 
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KULTURKALENDER
16.11. | Freitag
KLAVIERHAUS MORA
Podiumsdiskussion
 

Die Folgen der Globalisierung für das Musikerleben in Europa diskutieren Vertreter der Uni Passau und des Mozarteums Salzburg.


19:00 Uhr | 7 Euro, ermäßigt 4 Euro
OPERNHAUS
Arsen und Spitzenhäubchen
 
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Morbide Komödie von Joseph Kesselring (1902-1967) um unscheinbare Damen mit Geheimnis im Keller.


19:30 Uhr | ab 8 Euro
SCHARFRICHTERHAUS
Volkmar Staub
 
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Wortspielgeladenes, politisches Kabarett mit dem Schwarzwälder Jahrgang 1952.


20:00 Uhr | 22 Euro, ermäßigt 10 Euro

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