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Report | Dienstag, 24. Mai 16

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Der 40-jährige Diplominformatiker Michael Schön entwickelte die erste digitale Weltkarte, die Wikipedia-Einträge nach Standorten sortiert und anzeigt. (Photos: mediendenk)
App-Entwickler

Geopedia: Schönes Werkzeug für die Welt

Jeder kennt das bei seiner Reiseplanung: Flug und Hotel sind schnell gefunden. Wer aber wissen will, was es in der Umgebung alles zu entdecken gibt, muss sich Reiseführer kaufen oder Suchmaschinen starten. Nur, wonach suchen, wenn man nicht weiß, was es gibt? Ein ehemaliger Informatikstudent der Universität Passau fand die Lösung. Er verknüpfte das Weltlexikon „Wikipedia“ mit dem digitalen Weltatlas, den frei zugänglichen Satelliten- und Landkarten. Die Geopedia-App gibt´s kostenlos für iOSAndroidWindows

Michael Schön wäre kein Informatiker, wenn er sich nach zwei Weltreisen nicht die Frage gestellt hätte: Könnte man nicht ein technisches Spielzeug programmieren, das dem Reisenden mit einem Klick alles Wissenswerte der Umgebung zeigt und beschreibt?  Reiseführer und Landkarten von Google zu durchstöbern erschien ihm nicht gründlich genug und etwas mühsam.

Die einfachsten Lösungen sind oft die genialsten - und er fand sie. Seit Mai  gibt es seine kostenlose App „Geopedia“ für alle Smartphones und die Fachwelt ist begeistert. Nicht nur sie. Vom Globetrotter bis zum Tourismusmanager, jeder kann aus Schöns Programm seinen Nutzen ziehen.

Wer „Geopedia“ seinen Standort (GPS) oder einen bestimmten Ort nennt, dem werden alle Punkte der Umgebung aufgelistet, über die das digitale Weltlexikon etwas Wissenswertes weiß. Die Einträge sind sortiert nach Entfernung bis zu einem Radius von maximal zehn Kilometern. In Metropolen zeigt sich die Fülle des „Wikipedia“-Wissens besonders eindrucksvoll.

Doch selbst in der Heimat kann dieser digitale Reiseführer überraschend sein. „Geopedia“ erzählt uns die Geschichte von  Denkmälern der Umgebung oder nennt uns die Standorte mittelalterlicher Burganlagen, die längst verschwunden sind.

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Die Benutzeroberfläche der Geopedia-App zeigt den geographischen Standort einer Sehenswürdigkeit und erklärt diese im dazugehörigen Wikipedia-Artikel.
Touristen und Heimatentdecker sind nicht die einzigen, die sich an dieser App erfreuen können. Kommunen und Tourismusbüros gewinnen Erkenntnisse, was die Weltbürger anderer Sprachen über ihre Gegend aus dem Netz erfahren. Welche Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise für Chinesen oder Russen von München oder Bad Aibling aufgeführt? Der Blickwinkel auf die Welt lässt sich ändern, weil „Geopedia“ in allen rund 150 Sprachen funktioniert.

„Es ist eine deutsche Seite, aber du kannst sie auf der ganzen Welt verwenden, in jeder Sprache“, erklärt beispielsweise der amerikanische Lehrer Russell Smiss in einem sechsminütigen „Youtube“- Video seinen Schülern diese neue Anwendung.

Nützlich für Globetrotter
und Heimatforscher


Als „Reddit“, die größte Information- und Diskussionsplattform im Netz, Schöns „Geopedia“ aufgreift, sind die Kommentare durchwegs begeistert: „Eine sehr nette Kollision zwischen Wikipedia und Open-Street-Maps!“, „Genial!“, „Schade, dass es das fürs iPhone nicht gibt!“ Das war zwei Tage, bevor der Tüftler die Tür zu Apple aufstoßen konnte. 

Schön, gebürtiger Münchner, aufgewachsen in Fürstenzell (Landkreis Passau), prägte während seiner Studienzeit die Informationstechnologie der Universität Passau. Er entwickelte als Informatiker der ersten Stunde das Netzwerk für die Studenten der Kulturwirtschaft, über das sich seitdem Mitglieder über Generationen hinweg austauschen und verbunden sind. Später stattete er Kommunen mit Software aus, die ihre Server vor Hackerangriffen schützen. Im letzten Sommer hat er eine eigene GmbH gegründet, die unter anderem für große Verlage und die deutsche Industrie tätig ist. Jetzt gab er Reisenden ein schönes Werkzeug in die Hand. „Eigentlich hatte ich es für mich programmiert, weil ich so etwas auf meinen Reisen immer vermisst habe“, sagt er. Wie konnte er es sich überhaupt leisten, zweimal auf Weltreisen zu gehen? Er hat beim Wechsel vom alten ins eigene Unternehmen Lizenzrechte verkauft.

Schön will sich mit seiner Erfindung, dem ersten allumfassenden digitalen Welt-Reiseführer, keine neue Weltreise finanzieren. „Die App wird kostenlos bleiben, denn die Welt soll allen offenstehen, so wie Wikipedia auch“, sagt er.

Die Geopedia-App kann hier geladen werden: iOS, Android, Windows

***

Transparenzerklärung: Michael Schön hat den den Netzauftritt von Bürgerblick entwickelt. Er gehört seit der Gründung 2005 zu den Förderern und Sponsoren der "Passauer freie Presse".

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11. Dezember 2018
 
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