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Meinung | Donnerstag, 15. November 18

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"Wir gehören zur Twitteria". Diekmann fotografiert Scheuer. (Foto: Ainetter)
Twitteria

Ex-Bild-Chefredakteur entlarvt Scheuer als CO2-Schleuder

Twitter ist das Netztagebuch der gefühlten digitalen Elite: Politiker von Andreas Scheuer bis Beatrix von Storch sind dort besonders aktiv, Trump sowieso; Journalisten von der Tagesschau bis zur taz treffen sich zum Meinungsaustausch. Heute dürfen wir von der Twitteria erfahren, dass der Bundesverkehrsminister, der sich in letzter Zeit gerne als umweltfreundlicher Bahnfahrer präsentiert, in Wahrheit für Kurzstrecke den Flieger nimmt.

Berlin-Tegel nach Stuttgart. Flugzeit 70 Minuten. Luftlinie 512 Kilometer. Airbus A320, Eurowings-Flug Nr. 2001, 13.15 bis 14.26 Uhr.

Die Bahnfahrt im ICE, das muss fairerweise dazu gesagt werden, würde fünfeinhalb Stunden dauern. Die Ökobilanz laut Umweltcheck der Bahn: Dieser Kurzstreckenflug entlässt pro Person 1200mal so viel Kohlendioxid in die Erdatmosphäre wie die Fahrt auf der Schiene. 111.800 Gramm statt 90 Gramm.

Wolfgang Ainetter, Scheuers Pressesprecher, den er sich von der Bildzeitung geholt hat, vermeidet wahrscheinlich solche Fotos, die belegen, dass sein Chef mit großem ökologischem Fußabdruck unterwegs ist. Das wäre schlechte PR.

Die Lücke der Wahrheit hat jetzt der ehemalige Bild-Chefredakteur Kai Diekmann geschlossen. Er stieg in Berlin-Tegel zufällig in denselben Flieger wie der Passauer Bundesverkehrsminister und der Ex-Kollege von der Bild. Er spielte Leserreporter und fütterte die Twitteria mit einem Foto vom „Bundesflugminister“. Mehr noch: Man fotografierte sich gegenseitig, Ainetter hielt fest wie Diekmann Scheuer fotografiert - das Netztagebuch ist um wichtige Fotodokumente reicher.

„Sind bestens angekommen“ begrüßt das Reiseziel, die „Messe Stuttgart“, schließlich per Twitter und Fotobeleg nach dem Flug das Trio Diekmann, Scheuer und Ainetter.

Wozu Überwachungskameras? Wir haben Handys und Twitter.

Nachtrag:
Twitter-Beobachter Thomas Steinmüller hat auf dem Flugfotodokument einen weiteren kritischen Aspekt entdeckt und vergießt Tränen: "Schon bemerkenswert, mit wieviel Papier und Ordnern heute noch Minister in Deutschland auf Reisen gehen ... und das kurz nach der Digitalklausur."

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