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Nachrichten | Donnerstag, 21. September 17

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Wo liegen die Schauplätze der Beschlüsse im Stadtentwicklungsausschuss? Die Karten gibt einen groben Überblick. (Grafik: MD)
Stadtentwicklung

Bauen, bauen, bauen...

Die erste kleine Stadtratssitzung nach der Sommerpause deutet mit ihren Beschlüssen an, wie sich die Stellschrauben in der Stadtentwicklung drehen: Rasant geht es mit neuen Bauprojekten, ja neuem Zugriff auf unbebaute Grünflächen weiter; zäh sind die Fortschritte, die Lebensqualität in der Stadt durch neue Erholungsflächen, Verkehrsberuhigung oder Förderung des Radfahrverkehrs zu steigern.

Hängebrücke: Ob und wie die Chance genutzt wird, sie am Ende der Generalsanierung einem neuen Verkehrskonzept zu unterwerfen, damit die Altstadtbewohner profitieren, bleibt offen. Die Sperre wird voraussichtlich bis Frühjahr 2018 dauern.

Bauen für Autos: In Kohlbruck darf eine Wartungshalle auf einem Firmengelände an der Messestraße in ein neues Parkhaus umgebaut werden. Höher als ursprünglich vorgesehen, vier statt drei Geschosse.

Bauen für private Bedürfnisse: An der Wolf-Huber-Straße wird ein neues Baufeld für ein Einfamilienhaus ausgewiesen, oberhalb der sogenannten Grindlwiese, die Kinder früher als Schlittenhang nutzten.

Bauen für Gewerbe: An der Graneckerstraße in Auerbach dürfen zwei Discounter ihre Verkaufsflächen von insgesamt 2.000 auf 2.500 Quadratmeter erweitern. Lidl baut auf 1.200 Quadratmeter aus, Aldi reißt ab und baut neu mit 1.300 Quadratmetern.

Bauen im Altbestand: Im Mühltal, westliche Innstadt, darf eine alte Werkstattscheune, abgerissen, stattdessen ein neues Haus mit zwei Wohnungen errichtet werden. 

Bauen auf Grünflächen: In der Verlängerung der Prachatitzer Straße, nahe dem Donaueinkaufszentrum (DEZ), sollen zehn Einfamilienhäuser und drei zweigeschossige Mehrfamilienhäuser entstehen. Umweltschützer und Anwohner fordern, dass das Bauprojekt auf keinen Fall - wie von Eigentümer und Sparkasse beabsichtigt - eine Fortsetzung findet, damit für Natur und Lärmschutz ein bestimmter Grünzug erhalten bleibt; der Oberbürgermeister als Sitzungsleiter erklärte, dass weitere Bauabschnitte Richtung Danzinger- und Dr.-Sittler-Straße auf keinen Fall genehmigt werden würden. 

Bauen im Landschaftsschutz: Die Schönheit der Perle „Dreiflüssestadt“ wird davon bestimmt, dass sie in einer unbeschädigten Fassung sitzt, den grünen Hängen der Flusstäler. Die Begehrlichkeit betuchter Bürger, sich in dieser grünen Fassung Villen mit Panoramablick zu bauen, beschädigt die Anmut. Die Fassung der Perle franst zunehmend aus. Eine Ortsbesichtigung soll dazu beitragen, einen neuerlichen Eingriff möglicherweise zu verhindern: Auf Naturflächen südwestlich der Mozartstraße will ein Eigentümer neue Baugrundstücke ausweisen. Eine Stadt lebe davon, dass man die Häuser sieht, sagte ein konservativer Stadtrat.

Radfahren: Es soll ein „modernes Radwegenetz“ realisiert werden. Dies ist ein beschämendes Zugeständnis, dass offenbar bis heute kein praktikables existiert. Den Stadtgürtel besser an die Innenstadt anbinden; Parkplätze anbieten, wo Autofahrer aufs Fahrrad umsteigen können; viele Willensbekundungen, aber wenig Konkretes. Angesprochen wurde von einem Stadtrat die Idee, die Innbrückgasse, eine Einbahnstraße altstadtauswärts, in beiden Richtungen freizugeben. Dies hatten Studentenvertreter schon vor 27 Jahren gefordert.

Leben mit den Flüssen: Der Vorschlag der CSU, an geeigneter Stelle einen Stadtstrand einzurichten, wurde an die Antragsteller zurückgegeben, einen solchen Standort selbst zu benennen. Am linken Innufer und am rechten Donauufer, jeweils westlich der Eisenbahnbrücken, gibt es bereits wilde Flussstrände, die von Jugendlichen gerne genutzt werden. Am Dreiflusseck sind zur Ergänzung der Parkbänke Liegebänke vorgesehen.

Christian Zarnke

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