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Report | Donnerstag, 18. Januar 18

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Zwei Zisternen im Wald, verschlossen mit schweren Stahldeckeln, markieren die Mineralwasserquelle am Dachsberg bei Hutthurm. (Foto: Tobias Köhler)
Vergiftete Natur

Bayerwald verliert seine einzige Mineralwasserquelle

Vom Ende der einzigen Mineralwasserquelle des Bayerischen Waldes.

"Dachsbergquelle, verschiedene Sorten, 0,7 Liter, 44 Cent.“ Mit diesem Werbeschild bietet ein Passauer Getränkehändler in einem Einkaufswagen vor der Tür seinen Restbestand von 15 Flaschen an. Die Mineralwassermarke mit der großen Tradition, abgefüllt von der bischöflichen Brauerei in Hacklberg, wird in Kürze ganz aus dem Handel verschwunden sein. Seit dem Sommer wird sie nicht mehr abgefüllt.

Besuch an der Quelle. Mitten im Wald des 530 Meter hohen Dachsbergs, der sich nördlich von Hutthurm zwischen dem Industriegebiet Kringell und dem Dörfchen Lenzingerberg erhebt, ragen zwei dunkelgrüne Stahlpilze aus dem Boden. Von diesen etwa 80 Meter tiefen Brunnen floss über ein Rohr das Mineralwasser in die Kringeller Getränkeabfüllung. Die Älteren erinnern sich an den ersten Abfüller: „Binder ́s Limonaden“.

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Mit einer Warnung auf dem Netzportal des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist Anfang Juli das Ende der Dachsbergquelle eingeläutet worden: „Wegen möglicher Abweichung beim Chloratgehalt sollte natürliches Mineralwasser aus der Quelle bei Hutthurm nicht zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden.“ Kurz darauf die Nachricht: Die Quelle werde wegen „Qualitätsschwankungen“ nicht mehr genutzt.  „Schweren Herzens haben wir uns dazu entschieden“, sagt Brauereichef Stephan Marold in der PNP.

Was zur Chloratbelastung geführt hat, bleibt ungeklärt. Das giftige Salz könnte über die bewirtschafteten Flächen eingebracht worden sein, wenn im Umfeld der Brunnen verbotene Pflanzenschutzmittel verwendet wurden. Chlorat entsteht auch bei der Trinkwasserreinigung, wenn das Desinfektionsmittel falsch oder zu lange gelagert wird. Letzteres war offenbar nicht der Fall: Der Abfüller sei nicht für den gestiegenen Chloratgehalt verantwortlich, haben unabhängige Gutachter festgestellt.

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Über eine 600 Meter lange Rohrleitung lief das Mineralwasser vom Dachsberg in die Kringeller Abfüllung der Hacklberger Brauerei. (Foto: Tobias Köhler)
In geringen Mengen ist Chlorat nicht lebensgefährlich, kann beim Menschen aber die Schilddrüse schädigen. Die Werte der Dachsbergquelle befanden sich deutlich unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation vorgegebenen Richtlinien.

Schon lange ist die Dachsbergquelle nicht mehr von unberührter Natur umgeben. Das südlich gelegene Hutthurmer Gewerbegebiet ist bis an den Fuß des Dachsberges herangerückt.   

Beitrag erschien in  Bürgerblick-Magazin Nr. 109/ Oktober.

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20. April 2018
 
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