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Report | Dienstag, 19. Juni 18

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Kirschen, eigene Ernte: Bischof packt eine Papiertüte voll. "Macht genau zwei Euro!" (Foto: mediendenk)
"Ich probier´s mal"

Kirschzeit im Kastanienhof

Passau - „Zu mir kommt keiner mehr rauf, obwohl ich regelmäßig in der Zeitung inseriere“, sagt der Mann mit dem Strohhut. Er hat in schwarzen Großbuchstaben „Kirschen“ auf leuchtend rotes Papier geschrieben, die Tafel an den Straßenrand gestellt. Ein weißgedeckter Tisch, eine Waage, ein dunkelgrüner Sonnenschirm – der neue Freiluftladen ist eröffnet.

Otto Bischof, Jahrgang 1949, Obst- und Gemüsebauer im oberen Mühltal, hat seinen Kirschstand auf dem neuen Pflaster unter den sechs jungen Kastanien aufgebaut. Hier stapelten sich früher Biertragl, es war der Vertriebshof der ehemaligen Innstadtbrauerei. „Ich hab´ den Ramelsberger gefragt, der hat´s erlaubt“, erzählt der Kirschverkäufer. Rudolf Ramelsberger vertritt die Eigentümer dieses neuen Wohn- und Geschäftsquartiers auf dem ehemaligen Innstadtbrauereigelände an der Kapuziner Straße.

Neuer Marktplatz?

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Obstbauer Otto Bischof vom Mühltal testet, ob der neue Kastanienhof an der Kapuzinerstraße als Marktplatz taugt. (Foto: mediendenk)
Der Kirschhändler hat seinen Erstauftritt. „Ich probiere es mal“, sagt er. „Kirschen, eigene Ernte, Kilo 4,50 Euro“, steht auf dem Verkaufsschild. Er packt zwei Handvoll Kirschen in eine große Papiertüte. „Macht genau zwei Euro!“ Einen kleinen Wochenmarkt auf diesem Platz können sich die Investoren zur Belebung gut vorstellen. Der neue Kastanienhof wird begrenzt vom Wirtshaus „Innbräu“, von einem noch leerstehenden Hotel mit Blumenladen, der Einfahrt zum Parkhaus und auf der Nordseite von der Kapuzinerstraße, einer Hauptverkehrsachse ins südliche Donautal. Seit ein Verkehrsschild in der Kurve am Kapuzinerplatz abgebaut und nicht mehr ersetzt worden ist, herrscht stadtauswärts quasi Tempo 30. Gut für Bischof, denn von den eiligen Motorisierten wird er leicht übersehen.

Ärger mit Standgebühr und Traktor
Es gibt einen Spruch: „Mit den hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen.“ Weil sie den Kleinen die Kerne ins Gesicht spucken. Es passt gut zu den Geschichten, von denen Bischof zu plaudern beginnt. Auf den üblichen Wochenmärkten sei er nicht mehr vertreten wegen der städtischen Gebühren. Als er einmal krank geworden ist, hatte er den doppelten Schaden. „Man muss die Standgebühr auch dann bezahlen, wenn man wegbleibt“, berichtet er von den Vorschriften.

Ein anderes Ärgernis war der 35-Euro-Strafzettel auf seinem Traktor. Landwirtschaftliche Zugmaschinen dürfen auf den Wochenmärkten nicht abgestellt werden. „Dabei war meiner eine Attraktion für die Kinder.“ Er ist mit dem Strafzettel vor Gericht gegangen und hat gewonnen.

Tipp zum Entkernen: Kirschen kurz ins Gefrierfach

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Kirschen kurz ins Gefrierfach, dann lassen sie sich leichter entkernen, empfiehlt Ökokisten-Inhaberin Martina Kögl. (Foto: mediendenk)
Der Verkehr braust vorbei, eine Radfahrerin grüßt. Am Straßenrand ist Kirschzeit. Kirschkuchen, Kirschsaft, Kirschmarmelade. Hier ein einfaches Rezept und zur „Kirschkunde“ von „Ökokiste“-Betreiberin Martina Kögl, unsere Hauslieferantin seit einem Jahrzehnt. Ihr bester Tipp: „Kirschen zu entsteinen ist oft zeitaufwändig und klappt auch mit speziellen Geräten nicht immer einwandfrei. Leichter haben Sie es, wenn Sie die Kirschen vor dem Entkernen für ein paar Minuten ins Gefrierfach legen. Der Stein löst sich dann besser und das Fruchtfleisch der Kirsche bleibt fester.“  

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