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Report | Dienstag, 11. Dezember 18

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Abreißen oder retten? An diesem grünen Holzhaus am Linzer Tor, eingetragen in die bayerische Denkmalliste als Bauwerk des 18. Jahrhunderts, will der Passauer Stadtrat ein Exemple statuieren. Das Rathaus ist dagegen und steuert entsprechend Lokalberichte.
Holzhaus „Linzer Tor“

Rathaus provoziert Denkmalschützer mit PR-Bericht

Passau - Geht ein Postkartenidyll am Linzer Tor verloren? Wird das alte grüne Holzhaus aus der Denkmalliste entfernt, weil es seine Eigentümer absichtlich haben verfallen lassen, der letzte fünf Jahre lang bewusst Nässeschäden provozierte?

"Denkmalgeschütztes Haus nun zum Abriss freigegeben", verkündet heute die "Passauer Neue Presse". Die einzige Quelle, die dort zu Wort kommt, ist die Rathaussprecherin, die aus zweiter Hand das Landesamt für Denkmal. zitiert. Im Sinne der Stadtverwaltung, die das Gebäude längst aufgegeben hat. Doch zwischen den Zeilen ist zu lesen ist, dass noch keine Fakten geschaffen worden sind. Das Haus werde "quasi" freigegeben, die Denkmaleigenschaft "müsste" infrage gestellt werden. Grundlage sei das statische Gutachten, das nummehr vorliege. Bei einer Sanierung des Denkmals müssten wohl zwei Drittel von Dach, Decken und Wände dem alten Bestand nachempfunden erneuert werden.

Die Stadträte haben mit knapper Mehrheit am 15. November für eine Notsicherung des Gebäudes gestimmt. Was sie jetzt empört: Sie erfahren heute aus der Zeitung durch einen PR-Bericht des Rathauses - der Reporter hat keine weiteren Quellen befragt - was eigentlich Inhalt einer am 17. Dezember anberaumten Sondersitzung des Stadtratsbauausschusses sein sollte.

Was die Lokalzeitung zudem verschweigt: Historiker Matthias Koopmann und Landtagsabgeordneter Gerhard Waschler haben sich für die Rettung des Denkmals ins Zeug gelegt. Sie haben angeblich einen Investor gefunden, der das Gebäude so sanieren würde, dass die Postkartenidylle nicht verloren geht; den großen Aufwand würde der Investor, der eine Leidenschaft für alte Häuser hat, hinnehmen. Mit einer Pressemitteilung wird Waschler noch heute an die Öffentlichkeit gehen.

Das Haus am Linzer Tor ist zum Präzedenzfall für den Passauer Denkmalschutz geworden, weil sich erstmals Lokalpolitiker über mehrere Parteien hinweg engagieren. Der Beschluss, eine Notsicherung gegen den Willen des Eigentümers durchzuführen, war erstmalig in der Stadtgeschichte.

Der Vorsitzende vom Forum Passau, des Vereins zum Erhalt von Stadtbild und Landschaft, sagt auf Anfrage, es sei frustrierend, wie die Welt auf den Kopf gestellt ist. "Tausende Bürger protestierten per Unterschrift, damit eine illegal gebaute Kitschfassade zu Weihnachten für ein paar Wochen vor der Zwangsdemontage bewahrt wird. Wenn aber markante Passauer Denkmäler abgerissen werden sollen, ist die öffentliche Aufregung kaum wahrnnehmbar."

Einen ausführlichen Bericht über die Chronik des Gebäudes, über die Person des Eigentümers und die Hintergründe lesen Sie im aktuellen Winterheft dieses Magazins.

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