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Report | Dienstag, 22. Mai 18

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Blick auf den Datenschutz

Wie ein Journalist damit umgeht, wo sich Lücken auftun

In den vergangenen Tagen habe ich mich durch gefühlt bibellange Datenschutzerklärungen klicken müssen. Genervt habe ich vieles weggeklickt und ungelesen bestätigt. Ein alter Kollege aus Ostfriesland rief mich an, fragte mich besorgt, ob er den Netzauftritt seines Anzeigenblattes jetzt lieber aus dem Netz nehmen solle? Die Klatschgazette „Gala“ hat angekündigt, zum 25. Mai ihren Newsletter einzustellen. Mein Informatiker in München, ein Sicherheitsexperte empfiehlt, dass ich mich konsequent von Facebook, Google und Co. verabschieden sollte. Beim Thema Datenschutz habe ich mir als Journalist eine viel wichtigere Frage gestellt: Wie steht es eigentlich um den Informantenschutz? Auch das werde ich ansprechen.

Drehen jetzt alle wegen der neuen Datenschutzverordnung durch? Wer nicht die kostspieligen Angebote der „Beratungsindustrie“ bucht, den wird die „Abmahnindustrie“ ruinieren? 

Dabei ist doch alles sehr einfach: Jeder Bürger soll wieder Herr über seine eigenen Daten sein, er hat ein Recht darauf zu wissen, was passiert, wenn er eine bestimmte Internetseite aufruft oder ein Online-Formular ausfüllt. Groteskerweise geschieht dieser Vorstoß, auf ein selbstverständliches Recht zu pochen, in einer Zeit, in der die staatliche und kommunale Überwachung wie Flächenfraß stetig zunimmt. Die Bremse hat Brüssel gezogen, da wir uns blindlings längst den Datenkraken ausgeliefert haben. Ja selbst die großen deutsche Qualitätspresse hat ihre Leserinnen dem Netzwerk der Werbewirtschaft ausgeliefert, um ihren eigenen Profit zu mehren. Meine Fachzeitschrift „Journalist“ hat dies im aktuellen Heft aufgezeichnet.

Was Bürgerblick betrifft, muss ich Transparenz in eigener Sache einbringen: Hinter dieser Seite und dem parallel dazu erscheinende Magazin steht kein, wie es den Anschein erweckt, großer Verlag, sondern ein einzelner freier Journalist, Hubert Jakob Denk, der Autor dieser Zeilen. Er hat mit leidenschaftlicher Berufung und eine Portion Selbstausbeutung diese „freie Presse“ geschaffen, erhält sie am Leben durch ein Zubrot als Korrespondent für überregionale Blätter. Ein Grafiklehrling und studentische Mitarbeiter, die teilweise ehrenamtlich oder mager entlohnt mitwirken, unterstützen ihn. Mir ist bewusst: Journalismus, der aufrichtig und mit dem Anspruch absoluter Unabhängigkeit betrieben wird, ist kein Geschäftsmodell. Die Rundfunkgebühren belegen dies.

Was geschieht mit Ihren Daten, wenn sie bei mir ein Abo per Online-Formular, E-Mail oder telefonisch bestellen?

Die Adressdaten, die sie angeben, werden ausschließlich für den Vertrieb (E-Mail oder Postzustellung) und den Versand der Rechnung verwendet. Ob der angegebene Name richtig ist, interessiert mich nicht, Hauptsache die Zeitung kommt bei Ihnen und das Geld auf meinem Konto an. Wenn Sie ein Abo kündigen, lösche ich Ihre Adressdaten einen Monat nach Ablauf ihres Abos aus der Vertriebsliste.

Entsprechend verfahre ich mit Ihren Kontodaten, wenn Sie auf eigenem Wunsch am Basis-Lastschriftverfahren teilnehmen. Diese Daten werden auf meinem Buchhaltungsprogramm gespeichert und nach Kündigung des Abos innerhalb eines Monats gelöscht, falls es keine offenen Zahlungsforderungen gibt. Sie können die Kontodaten für das Basis-Lastschriftverfahren per E-Mail an abo@buergerblick.deübermitteln oder direkt bei der Bestellung im Online-Formular eintragen.

Welche besonderen Hinweise es für die Verwendung des Online-Formulars gibt, auf welche Risiken mich hierbei mein Informatiker aufmerksam gemacht hat, lesen Sie unter „Benutzung des Online-Bestellformulars“, was noch nachgereicht wird.

Was geschieht mit Ihren Daten, wenn Sie sich für den Nachrichtenticker anmelden?

Ausschließlich zahlende Abonnenten können meinen Service nutzen, dass sie per E-Mail oder Whatsapp als Erste informiert werden, wenn ich neue Beiträge ins Netz gestellt habe, Ereignisse oder Nachrichten anstehen, welche ich als relevant für diesen Infoticker halte. Es gibt dabei keinen Automatismus, keine versteckten Werbemails. Alles wird von mir nach redaktioneller Bewertung in den Infoticker (E-Mail und Whatsapp) eingepflegt.

Per E-Mail:

Zahlende Abonnenten erhalten diesen Service nicht automatisch. Sie müssen per E-Mail über info@buergerblick.de diesen Infoticker bestellen und können Ihn auf demselben Wege wieder abbestellen. Wenn Sie sicher gehen wollen oder den Eindruck haben, dass Ihre Anmeldung oder Abmeldung vielleicht im SPAM-Ordner gelandet und nicht bearbeitet worden ist, rufen Sie mich einfach an.

Per Whatsapp:

Wenn Sie den Infoticker als zahlender Abonnent über Whatsapp erhalten wollen, müssen sich sich bei meinem speziell dafür eingerichteten Mobilfunkgerät mit der Nummer 0171 548 5776 anmelden. Sie können mir auf dieses Mobilfunkgerät auch SMS-Nachrichten schreiben. Als Whatsapp-Kunde haben Sie den Datenschutzbestimmungen dieses Anbieters bereits zugestimmt. Über das Whatsapp-Netzwerk hinaus finden durch mich keine weitere Verwendung oder Verbreitung ihrer Daten statt. Damit dies gewährleistet ist, habe ich auf diesem Mobilfunkgerät alle anderen Apps, Browser oder Online-Anwendung deaktiviert.

Notfalls per SMS-Rückfrage oder Anruf überprüfe ich, ob Sie ein berechtigter Empfänger/ zahlender Abonnent für den Infoticker sind. Ein automatischer Datenabgleich zwischen der Abo-Vertriebsliste und den Whatsapp-Daten findet nicht statt. Wenn Sie den Dienst abbestellen wollen: Senden Sie eine SMS oder Whatsapp-Nachrichten an dieses Mobilfunkgerät. Ihr Eintrag in die Verteilerliste wird dann von mir gelöscht. Sollte neue Nachrichten trotzdem oder nicht eingehen, weil ich Ihre Nachricht übersehen habe, rufen Sie mich einfach an.

Was geschieht, wenn Sie die Bürgerblick-Online-Seite am Smartphone, Tablet oder Rechner aufrufen?

Um die Reichweite meiner Beiträge zu erhöhen und Bürgerblick im Netz besser zu positionieren, habe ich meinen Informatiker gebeten, die Verknüpfungen mit Google-News, Facebook und Twitter zu erstellen.  Wenn sie auf „Gefällt mir“ klicken oder einen Beitrag teilen, was meiner Verbreitung dient, öffnen Sie zu die Türen zu den letztgenannten Netzgiganten. Da diesen künftig bei Datenverstößen empfindliche Strafen drohen, gehen ich davon aus, dass diese sich an das EU-Gesetz halten (oder deren Juristen passende Schlupflöcher gefunden haben). Wenn Sie Mitglied dieser Netzwerke sind, haben Sie deren Datenschutzerklärungen sicher bereits wahrgenommen, manche wahrscheinlich wie ich aus Zeitmangel weggedrückt. Ob ich mich von Facebook und Twitter irgendwann komplett zurückziehe, kann ich nicht ausschließen. Noch sehe ich diese als wichtige Instrumente, um meine „freie Presse“ zu stärken. Wenn Sie meine Artikel weder „liken“ noch teilen, verbinden Sie sich auf meiner Seite nicht automatisch mit diesen Netzwerken.

Was geschieht, wenn Sie auf der Bürgerblick-Online-Seite Werbung anklicke?

Wenn Sie die lokale Werbung auf meiner Seite klicken, die Werbefelder in der rechten Spalte oder in der Kopfleiste, dann wird ihr Zugriff von mir weder erfasst noch ausgewertet. Mit Klick gelangen Sie direkt auf die Seite des Anbieters, der möglicherweise Ihr Interesse registriert und erfasst.

Davon ausgenommen ist die Werbeleiste, die Sie links unten sehen. Hier habe ich Google- Werbung eingebunden, die mir monatlich kleine zweistellige Einnahmen bringt. Wenn Sie irgendwo im Netzwerk ein bestimmtes Produkt angesehen oder gekauft haben, wird über das Google-Netzwerk Ihr Interesse erfasst und sie bei allen Google-Partnern mit der entsprechenden Werbeschaltung verfolgt. Sie finden hier also personalisierte Werbung aus Ihrem Google-Netzwerk. Das kennen Sie sicher von anderen Medienseiten.

Was geschieht, wenn Sie die Bürgerblick-Seite aufrufen und Beiträge lediglich lesen?

Damit mein Informatiker in München methodisch beurteilen kann, wie unser selbstgestrickte Internetseite funktioniert und angenommen wird, ob sie technisch zeitgemäß ist oder angepasst werden muss, haben ich vor vielen Jahren veranlasst, dass er mich bei Google-Analytics anmeldet. Dieser Dienst wertet aus, welche Rechner oder Handys mit welchen Spezifikationen wann, wie lange und von wo auf meine Seite zugreifen. Mittlerweile wissen wir, dass der Datengigant dieses Werkzeug benutzt, um die Nutzer des Internets für eigene Zwecke auszuforschen. Wir haben die Gefährlichkeit dieser Datenkrake erkannt und werden uns davon verabschieden.

Seitenblick auf den Informantenschutz
Journalisten sind von berufs wegen in besonderer Weise am Datenschutz interessiert. Was viele Bürger nicht wissen und Politiker offenbar in der Gesetzgebung vergessen haben: Der Journalist hat das Recht, seine Informanten zu schützen, kann zur Preisgabe seiner Quellen nicht gezwungen werden. Nur so kann die kontrollierende Säule im Staat funktionieren. Die Frage, ob dieses Recht heute noch gewahrt werden kann, wird selten gestellt. Die Antworten wären wohl unbefriedigend. Ich empfehle Ihnen, wenn Sie mit mir vertraulich Kontakt aufnehmen wollten die gute alte Post: Papier und Briefkasten. Mit Inkrafttreten des neuen Polizeiaufgabengesetzes beispielsweise wäre bei der Auslegung "drohender Gefahr" wohl der Zugriff auf meine Rechner- und Kommunikationsdaten gestattet.

Zusammengefasst: Die Daten, die sie mir als Abonnent des Bürgerblicks auf digitalen und analogen Wege mitteilen, werden innerhalb eines Monats gelöscht, wenn sie kündigen. Die Adressdaten, die zahlenden Abonnenten für den Newsticker/ Newsletter bereitstellen, werden ausschließlich für redaktionelle und eigene Vertriebszwecke verwendet, nicht in die Hände Dritter gegeben oder vermarktet.

Ob der Ausstieg aus dem großen Netzwerken mir irgendwann sinnvoll erscheint, wird sich zeigen. Ich empfehle Ihnen schon heute als Abonnent sich auf den per E-Mail versandten Newsletter zu konzentrieren. Er funktioniert unabhängig von den Netzgiganten.

Die Vertriebsdaten des Bürgerblicks, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, kennt selbstverständlich die Deutsche Post, die als Dienstleister unser Partner ist. Wir gehen davon aus, dass sie dort mit der Sorgfalt des Postgeheimnisses behandelt werden.

Dieser Beitrag wird zunächst als Online-Artikel veröffentlicht, später nachlesbar in abgespeckter Form im Anhang des Impressums verankert.

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich an: 0851 9346 800 Hubert Jakob Denk.

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Montag
18. Juni 2018
 
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