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Meinung | Sonntag, 10. November 19

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Im Kerker pinselt die Königin von Schottland (Margareta Klobučar) den Zorn auf ihre Rivalin an die Wand: "Elisabeth ist eine klumpfüssige Hure!" (Foto: Peter Litvai)
Umjubelte Opernpremiere

Maria Stuarda: Gemälde auf Gaze in 3D

Der nächste Schritt wäre wohl, die Darsteller durch Hologramme zu ersetzen.

Verwerfen wir schnell diesen Gedanken nach der Premiere der Belcanto-Oper „Maria Stuarda“, in welcher die digitale Technik eine neue Dimension erreicht hat. Er könnte geizige Geister aus Landshut auf den Gedanken bringen, dass das klassische Theater ohnehin keine Zukunft hat. Das Provisorium, ein Theaterzelt, ist in der Bezirkshauptstadt zum untragbaren Zustand, zum politischen Sprengstoff geworden, denn der Stadtrat will die Sanierung des Stadttheaters auf unbestimmte Zeit hinausschieben.

Die Theaterkunst ist tot? Im Gegenteil. Eine Welle der Solidarität geht durch Niederbayern. Am Samstagvormittag haben weitere 1.700 Bürger die Petition zur Rettung des Landestheaters unterzeichnet. Und am Abend stimmten sie im Passauer Opernhaus mit Händen und Füßen ab: Großer Applaus für die außergewöhnliche und ansprechende Produktion der Donizetti-Oper!

"Wir können uns nicht wehren", sagte Intendant Stefan Tilch danach in seiner Premierenrede. Das Theater hat kein Mitspracherecht. Aber, so Tilch sinngemäß: Mit herausragenden Produktionen wie dieser gewinne man die Gunst des Publikums und ein Heer von Mitstreitern gegen kulturfeindliche Politik. Bis zum Wochenende haben 13.000 Menschen die Petition im Netz unterschrieben.

Der Autor meint: Die freie Kunst, allen voran die Bühne, ist der Garant für eine weltoffene Gesellschaft. Wenn das Theater stirbt, gehen Wurzeln der Demokratie verloren: Herzensbildung, Kulturbewusstsein, Geschichtsbildung und kritische Selbstbetrachtung.

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Die Königin von England (Karina Skrzeszewska) übergibt Graf Leceister (Victor Campos Leal) einen Ring. (Foto: Peter Litvai)
Mit der Belcanto-Oper „Maria Stuarda“ nach dem gleichnamigen Drama von Schiller, einer Fiktion über das Zusammentreffen der Königin von England mit ihrer Rivalin, der Königin von Schottland, die auf dem Schafott landen wird, hat Regisseur Kobie van Rensburg im Passauer Opernhaus die 3-D-Möglichkeiten des Digitalen voll ausgeschöpft. Ein Gazevorhang, der sich das ganze Stück hindurch zwischen Bühne und Zuschauerraum spannt, wird zur Projektionsfläche optischer Animationen. Geruchloser Theaternebel wabert über die Bühne, 120 Kerzen...

Fortsetzung für zahlende Leser in der gedruckten Dezember-Ausgabe.

Die Oper "Maria Stuarda", ein Meisterstück des Videoregisseurs Kobie van Rensburg, wird in Passau noch zweimal im Dezember, einmal im Januar und dreimal im Februar aufgeführt.

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