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Meinung | Montag, 14. Oktober 19

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Schauspieler Reinhard Peer liest aus "Mein Kampf" in der "Woche zur Demokratie". (Foto: mediendenk)
Lesung „Mein Kampf“

Pflichtlektüre oder Mottenkiste?

Die Lesung als Ganzes sei fraglich, der Inhalt sei für ein Großteil der Gesellschaft nicht mehr aktuell. Das war der Tenor zweier Frauenstimmen aus dem Publikum in der Diskussionsrunde. In der „Woche zur Demokratie“ hat ein Schauspieler des Landestheaters Auszüge aus „Mein Kampf“ gelesen.

Zur Einleitung führt Museumsleiterin Stefanie Buchhold die rund 80 Interessierten durch die aktuelle Oberhaus-Schau, welche in Bildern und Texten die Verbindung zwischen der Stadt Passau und dem Nationalsozialismus aufzeigt (siehe aktuelles BB-Magazin "Räume für Hitler").

Die Lesung findet in einem kleinen Saal statt. Schauspieler Reinhard Peer, graues Hemd, hat sein schwarzes Sakko ausgezogen und über den Stuhl gehängt. Auf dem Tisch, bedeckt mit einem schwarzen Tuch, liegen geheftete Blätter mit Textauszügen. Das Buch selbst spielt keine Rolle, auch nicht als Requisite. Peer erklärt, er habe sich mit „Mein Kampf“ beschäftigt, weil er einmal im Theater als Hitler aufgetreten sei. Die Passagen für diese Lesung habe er selbst ausgewählt. Peer liest ohne Theatralik, betont sachlich, im Stil eines Hörbuchs.  

Der Schauspieler hat Ausschnitte ausgewählt, in denen Hitler über sein Elternhaus berichtet, hierbei seine Vorstellungen von Ideal und Rasse bereits anklingen; über Hitlers Jahre in Wien, seine ablehnende Haltung allen anderen Ansichten gegenüber; seine Abscheu gegenüber Andersartigen, speziell den Juden; seine unhaltbaren Thesen und Prinzipien, an denen er als Dikator felsenfest festhalten wird.

In der Diskussionsrunde sitzen am Podium Geschichtsprofessor Christian Geulen von der Universität Koblenz-Landau und ein Geschichtsdidaktiker, Professor Ulrich Baumgärtner von der Münchner LMU. Jeder kenne den Titel „Mein Kampf“, aber die wenigsten den Inhalt, ist ihre These. Im Gegensatz zu den genannten Stimmen aus dem Publikum halten sie es für wichtig, die Verbreitung zu fördern, damit die Gesellschaft daraus lerne, sich Fehler nicht wiederholten.  

Der Journalist könnte aus Hitlers Hassbuch lernen, dass die „Lügenpresse“ keine Erfindung von Pegida oder AfD ist. Hitler beschimpfte die Wiener „Arbeiterzeitung“ als „konzentrierte Lügenlösung“ und pauschal die „balkenbiegende Lügenvirtuosität der Tagespresse“.

Daniel Freye (Erstsemester "Journalismus und Kommunikation", Lehrredaktion)

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