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Meinung | Freitag, 17. Mai 19

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Szene mit Wotan (Stephan Bootz) und Erda (Lucie Ceralová). (Foto: Peter Litvai)
Nachtkritik "Rheingold"

Wer wagt, gewinnt

Zweieinhalb Stunden staunen und lauschen. „Danke!“ rief Intendant Stefan Tilch beim rauschenden Schlussapplaus zum Ende der „Rheingold“-Premiere nicht hörbar in das ausverkaufte Haus. 900 Zuschauer in der Dreiländerhalle. Pure Begeisterung.

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Szene aus "Rheingold" (von inks): Kathryn J. Brown (Freia), Peter Tilch (Donner), Jeffrey Nardone (Froh), Stephan Bootz (Wotan), Christel Loetzsch (Fricka)
150 Jahre nach der „Rheingold"-Uraufführung im Königlichen Hof- und Nationaltheater in München hat Visionär Tilch sein größtes Wagnis angepackt: der Ring der Nibelungen in der Nibelungenstadt Passau. Heute der Auftakt, das bisher größte Musikprojekt in der 65-jährigen Geschichte des niederbayerischen Landestheaters. Die Wallküre, Siegfried, Götterddämmerung; auf die Fortsetzungen werden wir jeweils ein Jahr warten müssen.

Der abstoßende Zwerg Alberich blitzt bei den drei attraktiven Rheintöchtern ab und angelt sich aus Rache im Sonnenaufgang das Gold vom Grunde des Flusses, formt es zum Machtinstrument der Weltherrschaft: der Ring. Jeder will ihn haben. Der stattliche Wotan stellt sich schlichtend mit spitzem Speer zwischen Streitende.

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Szene aus "Rheingold". Es geht um Macht, Liebe und Gold. (Foto: Peter Litvai)
Publikumsliebling des Abends wird der 30-jährige von der Berliner Oper entliehene taiwanesische Tenor Ya-Chung Huang. Er ist in der Rolle des Luftikus Loge der Wirbelwind auf der Wagnerbühne. Zigarette zwischen den Zähnen, Handy in der Hosentasche, Temperament in den Beinen und Gold in der Kehle.

Das Bühnenbild: Bücher, Hunderte Bücher; Bücherwände, die von Kulissenschiebern bewegt den Bühnenraum schließen oder öffnen, als Tor oder Turm dienen, als Podium oder Projektionsfläche. Die Videoprojektionen sind effektvoll: wogendes Wasser und fauchende Flammen, weiße Sklaven des Goldes und schwarze Gestalten des Todes.

Die auf 78 Musiker erweiterte Philharmonie: phänomenal. Himmlische Harfen, finstere Fanfaren, starke Streicher, Letztere an die 40. Generalmusikdirektor Basil Coleman würzt Wagners theatralische Wallungen mit britischem Humor. Feinsinnig, famos.

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Das Ensemble beim Schlussapplaus: Bühne, Orchester. (Foto: mediendenk)
Die Akustik in der Mehrzweckhalle: besser als erwartet, nahezu perfekt. Die Münchner Tontechniker haben tief in die Trickkiste gegriffen. Die Stimmen der Opernsänger und Instrumentengruppen sind über Mikrofone verstärkt, aber so dezent, dass vor allem die kraftvolle Eigenresonanz der Sänger ihre Wirkung nicht verliert. 

Noch eine Vorstellung: Samstag, 18. Mai.

 


DAS RHEINGOLD

Vorabend des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner

Musikalische Leitung Basil H. E. Coleman | Regie Stefan Tilch

Bühne Karlheinz Beer | Kostüme Ursula Beutler

Besetzung: Wotan Stephan Bootz | Donner Peter Tilch | Froh Jeffrey Nardone | Loge Ya-Chung Huang | Fafner Jens Waldig | Alberich Stefan Stoll | Mime Thomas Stückemann | Fasolt Heeyun Choi | Fricka Christel Loetzsch | Freia Kathryn J. Brown | Erda Lucie Ceralová | Woglinde Maria Pitsch | Wellgunde Sabine Noack | Flosshilde Reinhild Buchmayer

Video Florian Rödl Multimedia

Niederbayerische Philharmonie

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