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Nachrichten | Samstag, 06. Oktober 18

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Am Rande notiert

Anti-AfD-Demo: Rassist wehrt sich mit Hausverbot

Eine Miniaturausgabe der Münchner Demo „Ausgehetzt“ hat heute mit rund 300 Teilnehmern in Passau stattgefunden. Am Rande der Veranstaltung, als einige Frauen das Motto "Aufstehen gegen Rassismus" mit Leben erfüllen wollten, kam es zu einer Auseinandersetzung, die wohl beispielhaft dafür ist, welch tiefen Keil die AfD in die Gesellschaft getrieben hat.

Ein breites Bündnis von Bürgern, Organisationen und Politikern beteiligte sich unter dem Motto "Aufstehen gegen Rassismus" an der Demo "Solidarität statt Hetze." Die Veranstaltung war ursprünglich vom "Runden Tisch gegen Rechts" als Gegendemo zu einer geplanten AfD-Kundgebung organisiert worden.

Die AfD hatte ihre Veranstaltung in Passau abgesagt mit der offiziellen Begründung, man befürchte gewaltsame Angriffe aus dem linksextremen Lager. Die Veranstalter nehmen Bezug auf entsprechende Wandschmierereien.

Die AfD hat offensichtlich in Passau einen schweren Stand und steht in einem ungünstigen Licht.

  • Leserinnen haben sich bei der Redaktion beschwert und empört, warum sie persönlich adressierte Wahlbriefe von einem AfD-Landtagskandidaten erhalten hätten. Der Hintergrund: Parteien können von den Kommunen für den Wahlkampf die Adressdaten kaufen; nur bei denjenigen Bürgern, die der Weitergabe ausdrücklich widersprochen haben, werden die Adressdaten zurückgehalten.
     
  • Ein Passauer Bezirkstagskandidat der AfD hatte zuletzt mit einem überzogenem schriftlichen Rundumschlag Medienleute, Politiker, Polizei und Staatsanwalt beschäftigt. Hintergrund: Er hatte den Chemnitzer Haftbefehl illegal ins Netz gestellt, um gegen Ausländer zu hetzen, fühlte sich danach diffamiert von den Medienberichten. Er war früher selbst eine Zei tlang bei einem Lokalradiosender beschäftigt.
     
  • Am Rande der Demonstration ist es zu einem kleinen Zwischenfall gekommen. Teilnehmerinnen hörten einen älteren Geschäftsmann vor seiner Ladentür rufen: „Was macht dieser Bimbo hier?“ Seine Worte waren an einen Mann dunkler Hautfarbe gerichtet, der im Zug mitmarschierte. Ein Plakat mit der Aufschrift „AfD abschieben!“ kommentierte der "Bimbo"-Rufer mit: „Das gehört verbrannt!“ Zeuginnen der Szene haben, vor allem wegen der rassistischen Beleidigung, den Geschäftsmann danach in seinem Laden um eine Stellungnahme gebeten. Sie setzten das Motto "Aufstehen gegen Rassismus" sozusagen in die Tat um. Er warf sie raus und drohte, er werde sie wegen Hausfriedensbruchs anzeigen, sollten sie den Laden noch einmal betreten. Es handelt sich bei den mit Hausverbot belegten Frauen nicht etwa um Antifa-Aktivistinnen, sondern um gutbürgerliche Vertreterinnen der Passauer Gesellschaft, Mütter mit Familien.

Als sichtbares Zeichen ihrer Haltung und Weltoffenheit haben die Organisatoren bei der Demo symbolisch die weiß-blauen Rauten in einer vielfarbigen Variante präsentiert. Veranstalter und Polizei berichten gleichlautend von 300 Teilnehmern.

Rechtsanwalt Christian Reidel erhielt viel Applaus für seine Rede. Er sagte, die AfD sei in einem Punkt hundertprozentig ehrlich: "Sie will einen radikalen Systemwechsel." Sie lehne kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt ab, wollte zurück in ein "homogenes Deutschtum", was auch immer das bedeuten möge. Dem müsse man sich entschieden entgegenstellen, denn es erinnere Vieles an die Anfänge des Nationalsozialismus.



 

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