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Nachrichten | Freitag, 08. Februar 19

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Hunderte Jugendliche, Dutzende Plakate: Schlusskundgebung der Zukunftsdemo am Freitagmittag auf dem Passauer Rathausplatz. (Foto: mediendenk)
Mensch und Erde

Klimastreik der Schüler erreicht Provinz

Die von Schweden ausgehende Schülerbewegung „Fridays for Future“, freitags dem Schulunterricht fernzubleiben, um gegen die Zerstörung des Heimatplaneten durch die Erwachsenen zu protestieren, ist in der Provinz angekommen.

Schätzungsweise knapp 1.500 Schülerinnen und Schüler haben an einem Protestzug durch die Passauer Innenstadt teilgenommen. Sie skandierten: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" oder "Kohlestopp! Hopp hopp hopp!" Ursprünglich waren von den Veranstaltern ein paar Hundert Teilnehmer erwartet worden. Passau ist zum zentralen Veranstaltungsort für viele Gymnasien der Region geworden.

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"Kohlestopp! Hopp hopp hopp!" skandierten die Jugendlichen auf dem Passauer Rathausplatz. (Foto: mediendenk)
Passauer Schulleiter begrüßen grundsätzlich, dass die Schüler sich politisch engagieren. In einem Passauer Gymnasium wurden von der Schülermitverwaltung spezielle Entschuldigungsformulare entworfen, die dann von den Erziehungsberechtigten unterschrieben worden sind. Mit Zustimmung der Eltern war die Befreiung vom Unterricht offenbar kein Problem. Um die Ernsthaftigkeit des Anliegens zu prüfen, wird an vielen Schulen der Umweltstreik im Unterricht thematisiert.

Die Jugendlichen organisieren sich über die kostenlosen US-amerikanischen Netzwerke im Internet. Die Schlusskundgebung fand vor dem Passauer Rathaus statt.

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Ein historischer Moment, den viele mit dem Handy festhielten: In Passau gingen erstmals Schüler in breiter Masse für den Klimaschutz auf die Straße. (Foto: mediendenk)
Auf Dutzenden Plakaten demonstrierten die Teilnehmer, was ihre Sorge ist, welcher Unmut sie bewegt: "Ihr habt verschlafen. Wir sind Euer Wecker!", "Es gibt keinen Planeten B"; "Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum", "Das Klima ändert sich, warum nicht wir?", "Es ist nicht mehr Eure Zukunft, aber unsere".  

Ob hier eine Generation heranwächst, die bewusst - auch unter Lustverzicht - im Einklang mit der Natur leben will, um die eigenen Lebensgrundlagen und die ihrer Nachfahren besser zu bewahren? 

Schulstreiks gibt es auch in Regensburg, Amberg, Günzburg, Kempten, Dingolfing und Landau an der Isar.

Während die Passauer Schulleiter die Befreiung zur Demo weitgehend kulant regelten, hat beispielsweise ein Eggenfeldener Schuldirektor sein striktes "Nein" gegeben und ohne Ausnahme mit Verweis gedroht. Ein paar wenige Schüler sollen sich mit einer Krankschreibung beholfen haben, um an der Demo in Passau teilzunehmen.

"Wir unterstützen das Engagement für die Umwelt, aber das muss konform mit dem Schulrecht sein", sagt der 16-jährige Schülersprecher der niederbayerischen Gymnasien, Adolf Stögbauer. Diese Veranstaltungen, da stimme er mit dem Landeschülerrat überein, müssten außerhalb der Schulzeit stattfinden.

Dass sich diese wachsende Schülerbewegung nicht an die vorgegebenen Instanzen hält, die Schülervertreter quasi außen vor sind, erklärt vielleicht deren kritische Haltung. 

 

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