Google-Anzeigen

Nachrichten | Donnerstag, 12. Dezember 19

bild_klein_0000016303.jpg
Großes Medienaufgebot, ein Justizbeamter nimmt dem angeklagten Brummifahrer die Handschellen ab. (Foto: Altvater/ mediendenk)
Fernfahrer verurteilt

Zweijährige Haftstrafe nach riskantem Überholmanöver

Der Fernfahrer, 53 Jahre alt, Schnauzbart, schütteres Haar, kariertes Flanellhemd, sitzt wie ein Häufchen Elend auf der Anklagebank und schluchzt fast den ganzen Prozess über. Nach drei Stunden das Urteil: Er muss mindestens bis Herbst im Passauer Stadtgefängnis bleiben, zwei Jahre und drei Monate Haftstrafe für einen vorsätzliche Gefährdung im Straßenverkehr.

Der tschechische Staatsbürger hatte am Steuer eines Sattelzugs ein mörderisches Manöver verübt. Auf der Bundesstraße 12 bei Freyung überholte er im Februar in einer unübersichtlichen Rechtskurve einen Lastwagen; im Gegenverkehr kam ein Schulbus. Es ging gerade noch einmal gut aus, weil die beiden anderen Kraftfahrer ausweichen konnten.

Ein nachfolgender Lkw-Fahrer hatte die dramatischen Sekunden auf der in seiner Kabine festinstallierten Verkehrskamera aufgezeichnet. Der Videobeweis landete erst im Netz, dann bei Ermittlern. Der Brummifahrer wurde in seiner Heimat im März in Auslieferungshaft genommen, im Juni nach Passau überstellt.

Die von der Passauer Staatsanwaltschaft erhobene Anklage wegen versuchten Mordes am Landgericht scheiterte, weil Richter dort diese als überzogen sahen. Das Münchner Oberlandesgericht entschied auf die Beschwerde der Staatsanwaltschaft hin schließlich, das die Anklage am Amtsgericht gut aufgehoben sei; kein Mordversuch, sondern ein „vorsätzliche Gefährung im Straßenverkehr“.

Der Verteidiger führte an, dass sein Mandant, ein dreifacher Familienvater, wegen der im Raum stehenden Mordversuchsvorwürfe psychisch sehr belastet gewesen sei. In der Haft sei er isoliert, weil seine Frau sich die Besuchsfahrten nicht leisten könne. Er lebt wohl in einfachen Verhältnissen. Im Passauer Stadgefängnis teilt er  sich die Zelle derzeit mit einem Landsmann, einem Betrüger.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Staatsanwalt sagt im Prozess, er wolle mit dem Strafmaß eine Zeichen gegen die "Verrohung im Straßenverkehr" setzen. Historisch gesehen gab es rohere Zeiten: Bis in die 1970er Jahre existierte kein Tempolimit auf Landstraßen. Erst wegen der vielen tödlichen Unfälle wurde Tempolimit 100 eingeführt.

Im Juli wiederholte sich der ähnliche Fall eines riskanten Überholmanövers im Bayerischen Wald. Diesmal ein Autofahrer und ein entgegenkommender Reisebus. Videobeweis. Der Autofahrer, so hat ein Kfz-Gutachter unserer Redaktion nachgetragen, hat seinen Führerschein abgegeben und den Strafbefehl über eine Geldstrafe akzeptiert.
 

ta/ hud

Investieren Sie in die freie Presse!

Ihnen hat dieser Artikel genützt oder gefallen? Sie möchten auch weiterhin die Passauer Online-Zeitung Bürgerblick, ein Angebot im Netzwerk der freien Presse, lesen? Dann unterstützen Sie uns, indem Sie für dieses Angebot nach eigenem Ermessen bezahlen. Jeder Cent zählt. Einfach und bequem per Paypal.

15:47
Samstag
18. Januar 2020
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTURKALENDER
18.01. | Samstag
OPERNHAUS
Das Land des Lächelns
 

Operette von Franz Lehár aus dem Jahre 1929. Es geht um eine österreichisch-chinesische Liebe – und deren Herausforderungen.


19:30 Uhr | ab 8,50 Euro
SCHARFRICHTERHAUS
Flüsterzweieck
 
bild_klein_0000016116.jpg

Zweiter Passau-Auftritt für die Grazerin Ulrike Haidacher (rechts im Bild): Am Vorabend mit dem ersten Soloprogramm, nun wie gewohnt im Duo mit Antonia Stabinger.


20:00 Uhr | 25 Euro, ermäßigt 12 Euro
ST. ANTON
Von Renaissance bis Moderne
 

Die 16 Mitglieder dieses Vokalensembles gehörten ehedem dem Windsbacher Knabenchor an. Nach Passau kommen sie mit einem Programm aus geistlichen A-capella-Werken.


20:00 Uhr | 23 Euro, ermäßigt ab 10 Euro

Google-Anzeigen