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Report | Dienstag, 05. November 19

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Der mutmaßliche Mörder auf dem Weg zum Haftrichter. (Exklusiv-Foto: mediendenk)
Messermord in Passau

Tödliches Treffen am ZOB auf Video

Das Verbrechen am ZOB endete mit der Tragödie im Univiertel: Ein Mann stirbt nach einer Messerattacke. Der Polizeireporter hat bisher nicht alle Details, die ihm bekannt sind geschrieben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Polizeipressesprecher Günther Tomaschko aus Straubing hat aus diesem Grund zu konkreten Rückfragen bisher geschwiegen. Folgende Fakten sind davon nicht mehr berührt, wie seine gestrigen Presseauskünfte erkennen lassen:

  • Eine Überwachungskamera vom ZOB hat den Messerangriff, der sich im Hintergrund an einem Fahrradständer der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße abspielte, festgehalten: Der Angreifer stieß die Waffe dem Gegenüber unvermittelt in den Oberkörper, es gab kein vorausgehendes Gespräch oder Gerangel. Deshalb ist das Mordmerkmal „Heimtücke“ offenbar erfüllt. Angeblich erfolgte die blutige Attacke getarnt mit einer freundschaftlichen Umarmung.
     
  • Der Gestochene hält sich den Oberkörper und flüchtet; warum er mit seinem Handy nicht den Notruf wählt, lässt sich vielleicht damit erklären, dass Menschen in Todesangst, mit erhöhtem Adrenalin, nicht logisch handeln.
     
  • Die Tatwaffe, ein Küchenmesser mit etwa zwölf Zentimeter Klingenlänge, ist in einem Stadtteil nördlich der Donau von der Kripo sichergestellt worden. Der mutmaßliche Mörder hat das Versteck genannt, nachdem er sich in Wiesbaden gestellt hatte. Aus ermittlungstaktischen Gründen schreibt der Polizeireporter nicht den Auffindeort.
     
  • Täter und Opfer sollen sich bereits in der Heimat gekannt und in Konflikt miteinander geraten sein. Angeblich gab es bereits dort eine Auseinandersetzung mit einem Messer. Das Opfer trägt eine Narbe, die vielleicht von einem solchen blutigen Streit stammt. Beide bekennen sich zum Christentum und lebten in einem bestimmen Stadtteil von Teheran, der offenbar von dieser im Iran verfolgten Minderheit bevölkert wird.
     
  • Mit der Aussage eines Ermittlers, es habe „seit Längerem Beziehungsprobleme“ gegeben, ist nicht zwingend gemeint, dass Homosexualität eine Rolle spielen könnte. Der Angreifer soll angeführt haben, dass er - seinerzeit in der Heimat - Opfer eines sexuellen Übergriffes geworden sei. Ob diese eine Schutzbehauptung oder Tatsache ist, bedarf der Klärung. Freunde erzählen, dass der Getötete Beziehungen zu Frauen pflegte, andere glauben zu wissen, dass er schwul war, aber dies nicht auslebte. Auf Homosexualität steht im Iran offiziell die Todesstrafe.
     
  • Der Angreifer und der Erstochene stehen in einem möglichen Neidkonflikt: Der Angreifer ist als Flüchtling abgelehnt worden, er lebte im Asylbewerberheim in Büchlberg, ihm drohte im Dezember die Abschiebung; der Erstochene ist als Flüchtling anerkannt, durfte seine eigene Wohnung im Stadtteil Passau-Grubweg beziehen und einer Arbeit nachgehen. Was zu erwähnen ist: Homosexualität, Verfolgung im Heimatland, wird als Fluchtgrund anerkannt.
     
  • Das Mobiltelefon eines Augenzeugen ist beschlagnahmt worden. Er soll ein Video des Angriffs ins Netz gestellt und später wieder gelöscht haben. Die Auswertung der Mobiltelefone des Angreifers, des Erstochenen, der Kontaktpersonen und Augenzeugen, wird der Kripo wahrscheinlich am weitesten weiterhelfen, die Dramaturgie dieses Verbrechens zu klären.
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Sonntag
15. Dezember 2019
 
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