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Report | Donnerstag, 14. November 19

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So grausam kann Bayern sein: Ein Bub mit einem Teddybär in der Hand klingelt an der Waisenhaustür. Seine Mutter haben sie in Abschiebehaft gesperrt. (Archivfoto vom Januar 2019: mediendenk)
Wenn Abschiebung zum Härtefall wird

Wer hilft Hahmudi?

„Das wäre der Wahnsinn, dieses Kind abzuschieben!“, sagt die Schulleiterin. „Dublin gehört abgeschafft“, fordert eine Rechtsanwältin. „Kirchenasyl ist politischer Konfliktstoff und es dürfte schwierig sein, einen Platz zu finden“, bedauert ein Mann der Kirche. „Wir müssen was tun!“, sagt der Reporter zu seinen Kollegen. In Berlin und Regensburg haben sich neue Initiativen gebildet, die Verfolgten die Hand ausstrecken: Bürgerasyl.

Abschiebung bedeutet oft menschliche Grausamkeit. Hochschwangere Frauen werden im Morgengrauen mit ihren Kindern aus den Betten gerissen. Eine Migrantin in Passau hat das bereits zu Jahresbeginn erlebt. Der Fall ging durch die Medien, weil Mutter und Kind zwölf Tage lang getrennt worden waren. Die Hochschwangere im Abschiebegefängnis, ihr Söhnchen im Waisenhaus. Sie durften zurückkehren.

Jetzt droht sich das Schicksal für die kleine Familie zu wiederholen. Vermutlich zum letzten Mal ist vorgestern die Duldung um einen Monat verlängert worden. Das Gespräch bei der Zentralen Ausländerbehörde in Deggendorf hat offenbar nichts gebracht. „Dublin greift“, sagte die Beamtin. Das bedeutet für Drei, man zwingt sie nach Lettland.

Doch Passau ist längst ihre neue Heimat geworden. Der siebenjährige Sohn, ein aufgewecktes Kind, das mit seinen Deutschkenntnissen besticht, besuchte den Kindergarten und seit September die erste Klasse einer Grundschule. Das Trauma der ersten Abschiebung hat der Kleine gerade verkraftet, man dürfe ihm das kein zweites Mal antun, sagen Pädagogen. Jeder, der Hahmudi und seine Mutter kennenlernt, würde sich sofort mit aller Kraft für sie einsetzen. Brüderchen Elias ist ein gebürtiger Passauer, drei Monate alt. Zudem gibt es hier eine wichtige Familienbindung: Der Bruder der Mutter ist Wirtschaftsstudent an der Uni Passau im dritten Semester.

Diese dramatische Geschichte um eine Passauer Migrantenfamilie ist geplant für unser nächstes Heft, aber bis dahin könnte es zu spät sein. Schon morgen könnten wieder in aller Herrgottsfrüh sechs Polizeibeamte anrücken, die weisungsgebunden ihren Dienst tun: Mutter, Kind und Baby aus dem Schlaf reißen, um sie, wie es juristisch korrekt heißt, in „Ausreisegewahrsam“ zu nehmen. Was für ein Begriff für eine Zwangsmaßnahme, die in der Härte schlimmer ist als die Festnahme eines mutmaßlich Kriminellen, weil es Unschuldige und Schwache trifft, deren Unrecht darin besteht, auf Mutter Erde an falscher Stelle ihr Lebensglück zu suchen oder gefunden zu haben.

Sehr geehrte Frauen Regierungsdirektorin Puschert-Sedlmaier und Vizileiterin Bettina Nickel vom Katholischen Büro Bayern, sehr geehrte Herren Innenminister Herrmann, Bischof Oster, Regierungspräsident Haselbeck, Landtagsabgeordnete Waschler, Flisek und Schuberl, Caritasdirektor Endres und Oberbürgermeister Dupper, bitte helfen Sie mit, dass eine Petition an den Landtag und Schreiben an die bayerische Härtefallkommission nicht vergeblich gewesen sind.

Die Betroffenen: Sama Chukri Chreih (31 Jahre), Elias (drei Monate) und Hahmudi (sieben Jahre)

Wenn Bürger für Menschen bürgen, die unserem Land dienen und es vorwärtsbringen wollen, dann dürfen keine bestehenden alten Paragraphen, dann müssen neue, menschennahe und wirklichkeitsgerechte Regeln der Maßstab sein.

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Dienstag
21. Januar 2020
 
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21.01. | Dienstag
DREILÄNDERHALLE
Das Phantom der Oper
 

Das weltberühmte Musical, allerdings in der weniger bekannten Fassung der Berliner Paul Wilhelm und Arndt Gerber.


20:00 Uhr | ab 46 Euro

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