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Universität | Donnerstag, 09. Mai 19

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Die erste Frage der Umfrage, die jeder Studierende per Mail zugeschickt bekommen hat: Welcher Fische will man sein?
Studierendenbefragung

Welcher Fisch sind Sie?

Die Universitätsleitung hat den Aufruf zu einer Massenumfrage massiv auf dem Gelände plakatieren lassen. Die 7200 Studentinnen und 4800 Studenten sollen Stellung nehmen: Wie sehen sie die Geschlechterrollen in Beruf und Bildung? Was soll an der Uni geschehen, um den kritischen Blick auf das Rollenverhältnis zu schärfen?

Wer die Reaktionen im Netz studiert, findet zu dieser Aktion wenig Applaus. Es hagelt Kritik. Vor allem die Männer scheinen genervt, nicht nur wegen der Papierverschwendung, sondern des Umstands, dass an der Passauer Universität ein hoher Frauenüberschuss und weibliche Führung herrscht; die Männer gefühlt das schwächere Geschlecht sind.

Will die Präsidentin mit dieser Aktion von Fragen ablenken, die viel mehr auf den Nägeln brennen? Es herrscht ein Mangel an Lehrenden und Lehrräumen. Qualität statt Wachstum, mehr dem Geist statt dem Geld dienen, steht auf Wunschlisten.

Den größten Zuspruch findet der spitze Einwand, dass diese Plakatiererei gegen die eigene Uni-Plakatierverordnung verstoße. Diese gebietet angeblich, dass jedes Plakat nicht mehr als dreimal an eine Wand und nur an vorgesehenen Stellen angebracht werden darf. Andere kritisieren, dass die Umfrage, sich um Geschlechterkorrrektheit bemüht, die "diversen Geschlechter" ignoriert.

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Mit Plakaten vollgepflastert worden sind Wände...
Die orangefarbenen Plakate, die der deutschen Sprache nicht mächtig „His or Hers?“ fragen, also „Seines oder Ihres?“, zeigen verschiedene Motive: Kinderwagen und Sportwagen, Schraubenschlüssel und Kochtopf, Bauhelm und Doktorhut. Sein oder ihr Kinderwagen? Sein oder ihr Schraubenschlüssel? Bis zu vier Dutzend solcher Plakate in Serie zieren Fensterfronten und Wände, Gänge und Geländer.
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... und Festerfronten. Die Aktion zur Geschlechterumfrage zieht sich durchs ganze Unigelände.

Die Umfrage selbst, sie dauert laut Ankündigung zehn Minuten, sei sehr kurz verglichen mit dem Aufwand für die Plakatierung, schreibt einer. Manche vermuten dahinter eine Imagekampagne der Präsidentin, die wegen ihres Führungsstils bekanntlich im Feuer steht. Die Neuwahlen im Sommer stehen an, bei denen sie sich gegen drei Mitbewerber durchsetzen muss; darunter ein profilierter Politikwissenschaftler und Pädagogen der Uni Eichstätt: Ulrich Bartosch, Jahrgang 1960.

Wie die Präsidentin die Herausforderung Karriere und Kinderwagen gelöst hat, ist bekannt. Es war "sein Kinderwagen". „Wenn ich versuche als Frau beides auf die Reihe zu kriegen, werde ich scheitern. Ich brauche vielmehr einen Mann, der sich um die Familie kümmert“, zitiert das Unimagazin „blank“ eine Aussage der Präsidentin in ihrer Video-Selbstdarstellungsreihe „Campusdialog“.

 „Welcher Fisch sind Sie? Welcher Fisch wären Sie gerne?“, lautet die erste Frage der Umfrage und nennt fünf Möglichkeiten. In der Zeichnung eines Schwarms gilt es sich einzuordnen: Anführer oder Nachzügler? Ein einsamer Fisch, der gegen den Strom schwimmt ist links oben zu sehen. Er wird wie sein alleinstehender farbfremder Artgenosse der „Besondere Fisch“ genannt. Carola Jungwirth, würde sie die Umfrage mitmachen, müsste wohl diesen ankreuzen.

Die Umfrage der Universitätsfrauenbeauftragten finden Interessierte hier.

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