Google-Anzeigen

Printmagazin | Freitag, 22. Mai 20

bild_klein_0000016764.jpg
Bildschirmfoto eines gefälschten Bürgerblickbeitrags, wie er im Netz geteilt wird. An acht Stellen, gelb markiert, wurden Veränderungen vorgenommen.
Blödsinn vom Bürgerblick?

Fälscher im Netz

Ist der Denk zu blöd einen geraden Satz zu schreiben? Heute hat der Herausgeber dieses Magazins kurz selbst daran gezweifelt. 

Er hatte seinen Beitrag über den anstehenden Prozess eines Passauer "Promi-Wirtes" ins Netz gestellt. Kurz darauf kam von einem Wirt, der daran wohl sehr interessiert war, eine Whatsapp-Nachricht: „Ist das ein Schreibfehler?“ Zwei Bildschirmfotos des Beitrags waren mit Markierungen beigefügt. 

Der Journalist sah den ersten Schreibfehler, dass er das Wörtchen „lag“ offenbar wiederholt hatte. Das kann passieren, dachte sich Denk, denn er arbeitet in der Online-Redaktion als Einzelkämpfer und benutzt oft Diktierprogramme, damit es schneller geht. Aber als er weiterlas, wurde es wirklich unerträglich: Da standen Sätze ohne Sinn, reihten sich unverständliche Worte, als hätte sich der Redakteur bei diesem Text dem Vollsuff hingegeben. 

bild_klein_0000016763.jpg
Reaktion eines Facebook-Lesers, der auf die Fälschung hereingefallen ist.
Das nüchterne Ergebnis: Das Bildschirmfoto vom Bürgerblickbeitrag ist eine Fälschung. Ein Unbekannter/ oder ein Schadprogramm - nimmt sich offenbar die Mühe/ ist darauf progammiert, in den Textblock mit digitalen Löschungen und Hinzufügungen so einzugreifen, dass es sich radebrechend und wirr liest. Das Bildschirmfoto mit dem Stammeltext bringt der Fälscher über Whatsapp oder Facebook in Umlauf. Wer den Vergleich mit dem Originaltext auf www.buergerblick.de nicht zieht, ist entsetzt oder amüsiert über die Dummheit des Verfassers.

Man muss sich wohl damit abfinden, dass der Bodensatz der Gesellschaft in der Anonymität des Netzes vor kriminellen Handlungen nicht zurückschreckt. Der Sinn dieser Fälschungen ist klar: Der Journalist soll diskreditiert, unglaubwürdig gemacht, ins Lächerliche gezogen werden.

Strafanzeige gegen Unbekannt? Bringt das was? Denk, der sich heute furchtbar aufgeregt hat, als er diesen Schmutz entdeckte, wird eine Nacht darüber schlafen.

Wenn Ihnen auf Facebook oder Whatsapp solche fehlerstrotzenden, unsinnigen Bürgerblick-Beiträge zugeschickt werden, bitte in Kopie an "info @ buergerblick.de" senden. Die echten Beiträge, sicher nicht immer fehlerfrei, aber garantiert nicht sinnentstellt, finden Sie ausschließlich auf der Originalseite.

Die Recherche hat ergeben, dass kriminelle Fälschungen unserer Texte kein Einzelfall sind. Zuletzt vergriff sich der Unbekannte am Beitrag zu den „Corona-Demos“. An wenigen Stellen verrät er seine Absicht und Haltung. „Drei andere Demos stellen sich gegen die Inhalte der Corona-Protestierer“, wird bei ihm zu „Drei andere Demos stellen sich gegen die Rechte der Corona-Protestierer.“ Er liebt den plumpen Witz, wenn er die Infektionsausbreitung zur Erektionsausbreitung abändert.

Am gefälschten Beispieltext, siehe Foto, haben wir die teils humorvollen, teils hirnrissigen Abänderungen markiert:

  • aus der „Anklagebank“ wird die „Schuldbank“
  • aus der „geplanten“ Geldübergabe eine „historische“
  • der Ex-Türsteher wird von der Kripo nicht „festgenommen“, sondern „erledigt"
  • aus „mutmaßlich“ wird „licherlicher“
  • sich „Medien gegenüber äußern“ wird „Medienerscheinung“

Selbst die Bildunterschrift blieb nicht unberührt: "Die Gratis-Gazetten erhoben den mutmaßlichen Erpresser zum "Promi-Wirt" wird verändert zu "Die Gratis-Gazetten-Anhaltspunkte des Schuldlichen zum "Promi-Wirt".

Nachtrag: Es gibt Anhaltspunkte, dass die verfälschten Texte nur auf Android-Handys angezeigt werden. .

hud

 

Investieren Sie in die freie Presse!

Ihnen hat dieser Artikel genützt oder gefallen? Sie möchten auch weiterhin die Passauer Online-Zeitung Bürgerblick, ein Angebot im Netzwerk der freien Presse, lesen? Dann unterstützen Sie uns, indem Sie für dieses Angebot nach eigenem Ermessen bezahlen. Jeder Cent zählt. Einfach und bequem per Paypal.

12:10
Samstag
06. Juni 2020
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTURKALENDER
06.06. | Samstag
MESSEPLATZ
Autokino: Bohemian Rhapsody
 
bild_klein_0000016770.jpg

„Bohemian Rhapsody“ erzählt hauptsächlich die Geschichte der Rocklegende Freddie Mercury von den Anfängen als Musiker in den 1970ern bis zu Weltruhm und Tod als Frontman der Band „Queen“ fünfzehn Jahre später. Das Biopic mit den Songs der Band war ein triumphaler Kinoerfolg.


21:00 Uhr | 21 Euro je Auto

Google-Anzeigen