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Brennpunkt | Freitag, 16. April 21

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4.950 Kerzen für die Corona-Verstorbenen, die Deutschland in der 25-tägigen Bedenkzeit bis zur Bundestagsdebatte zur sogenannten Notbremse hingenommen hat. (Kerzengrafik: entliehen vom Wiener Statistik-Professor Erich Neuwirth)
Kommentar

Debatte zur Corona-Notbremse: 5.000 Menschenleben zu spät

Heute früh habe ich nach kurzer Recherche auf Twitter einen Satz geschrieben, bei dem ich selbst erschrocken bin.

Der „Spiegel“ berichtet um 9.40 Uhr, dass der Bundestag erstmals über die von der Regierung geplante Corona-Notbremse debattiere. „Das Virus verzeiht kein Zögern“, sagt Merkel. Christoph Lauer, Politiker und Publizist, platzt auf Twitter der Kragen: „Wen will die denn genau verarschen?“ Die letzte Ministerpräsidentenkonferenz sei vor 25 Tagen gewesen. Er setzt hinter 25 drei Ausrufezeichen. „Seitdem ist nichts passiert“, schreibt er.

Nachschau. 25 Tage, stimmt. Die letzte Konferenz der Länderchefs war am 22. März. Das Ergebnis war Merkels Missgriff mit der „Osterruhe“. In meinem Bilderarchiv ist an diesem Tag die Anzeigentafel der RKI-Statistik gespeichert.

22. März:
Covid-19-Todesfälle: 74.714
50 neue Todesfälle
rund 7.700 neue Corona-Fälle

Was ist seitdem passiert. Nichts? Die RKI-Anzeigentafel von heute, dem Tag der Notbremsen-Debatte:

16. April
Covid-19-Todesfälle: 79.628
fast 250 neue Todesfälle
gut 25.800 neue Corona-Fälle

Ich schreibe auf Twitter: „Doch, es ist etwas passiert. 5.000 Menschen sind seit der erfolglosen MPK am 22. März in Deutschland an Corona verstorben.“

Bin ich der Einzige, der diese Wahrheit schwer aushalten kann? Der Corona-Zug überrrollt 5.000 Menschen und wir debattieren immer noch, ob wir die "Notbremse" ziehen sollen? Es muss viele geben, die "Na und?" antworten. Sonst lägen die Dinge nicht wie sie sind.

Wer im Thema steckt, weiß: Als Ende Oktober über Deutschland die zweite Welle hereinbrach, zählten wir „erst“ 10.000 Corona-Tote. Der Sommer war zu schön und wir wollten die Gefahr nicht wahrhaben, bis die Kliniken sich füllten. Dieser Fehler hat uns bis heute fast 70.000 Menschenleben gekostet. Hatten wir uns nicht geschworen, ihn kein zweites Mal zu begehen?

25 Tage Unentschlossenheit seit dem 22. März. Der eine wollte nachdenken, die andere abwarten, der dritte lockern. Die Wissenschaftler und Medizinerinnen fühlten und fühlen sich mit Karl Lauterbach wie Rufer in der Wüste.

25 Tage Gleichgültigkeit mit dem Ergebnis in der Rückschau, das sie oben sehen. Die Todesrate hat sich verfünffacht.

Die Nachdenker, Zauderer und Lockerer haben 5.000 Menschen auf dem Gewissen? Christian Lindner würde wohl sagen "nein, sie haben die Grundrechte geschützt".

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft über den Ticker die Nachricht: "Börse Frankfurt: Dax steigt auf Rekordhoch." Und an anderer Stelle, auf Twitter, meldet sich Karl Lauterbach wieder: "In unserer Gesellschaft gibt es leider Menschen, die sich an 300 Covid-Tote pro Tag gewöhnt haben."

Was in diesem Land ein Menschenleben zählt? Unwichtig.

Hubert Jakob Denk

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17:30
Sonntag
16. Mai 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
16.05. | Sonntag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
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Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

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