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Brennpunkt | Dienstag, 12. Januar 21

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Brummifahrer lassen sich von ihrem Kollegen, der Brotzeit geholt hat, fotografieren: Erinnerung an den Lkwstau im Schnee in der Passauer Ilzstadt. (Foto: mediendenk)
Schnee stoppt Schwerlastverkehr

Ilzstadt wird zum nächtlichen Brummi-Rastplatz

Das Chaos tanzt am Dienstagnachmittag vom Himmel, dicke, weiße Schneeflocken. Am zunehmend verschneiten Boden dagegen kehrt Ruhe und eine gewisse Ordnung ein.

Brummis reihen sich kilometerweit Stoßstange an Stoßstange. Der seit Stunden anhaltende dichte Schneefall hat den Verkehr auf den Bundesstraßen Richtung Bayerwald zum Erliegen gebracht. Manche Männer in den Führerkabinen, im Stau gefangen, legen notgedrungen ihre vorgeschriebenen Ruhepausen ein. Der Lkwstau zieht sich bis tief hinein in die Dreiflüssestadt und zwingt den Feierabendverkehr ebenso zum Stillstand. Die Scheinwerfer und Rücklichter reihen sich entlang der Flüsse zu Lichtergirlanden, die sich im Wasser spiegeln. Ein nachweihnachtliches Wintermärchen.

„Seit drei Stunden geht nichts mehr“, erzählt ein Brummifahrer, der seinen weißen Sattelzug in der Freyunger Straße am Wirtshaus „Zur Felsn“ abgestellt hat. Vor ihm parkt eine Kolonne von weiteren Schwerlastern gleich in zwei Reihen, die Gegenfahrbahn ist zur Einbahnstraße geworden. 

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Um 20 Uhr, zweieinhalb Stunden nach Beginn des schneebedingten Staus: stehende Fahrzeugkolonne am Rathausplatz. (Foto: mediendenk)
Der Fahrer eines silbernen Skoda-Kombis hat sich in Gegenrichtung durchgekämpft. Er biegt unvermittelt links ab, zwängt sich zwischen zwei geparkte Brummis und wird offenbar schon erwartet. „Ich habe meinen Fahrern Brotzeit mitgebracht“, sagt der Mann aus dem Skoda, gelbe Warnweste. Der Lkw-Stau würde sich über die gesamte B12 hinziehen, erzählt er. "Bis Freyung?“, fragt der Reporter, der sich auf dem Handy die Staukarte angesehen hat. „Nein, noch viel weiter.“ Und nirgendwo sei ein Schneepflug zu sehen. Die stehen wohl selbst im Stau. Der Skoda-Fahrer mit der Warnweste hat eine erfreuliche Nachricht mitgebracht. Die Brotzeit habe es wohl wegen der Notlage an der Tankstelle in Hutthurm gratis gegeben!

„Wir konnten uns noch keinen Überblick verschaffen, denn wir kommen selbst nicht durch“, hat um 20 Uhr ein Beamter der Polizeiinspektion auf Nachfrage erklärt. Ein Streifenwagen steckt offenbar fest auf dem Weg in die Ilzstadt und eine Streifenwagenbesatzung, die im Landkreis unterwegs ist, habe Mühe von der anderen Seite zu kommen. 

Ein Jogger, der seine Runde über den Bschütttpark zieht, hatte die Redaktion alarmiert. "Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was da los ist. Die ganze Ilzstadt ist ein Lkw-Parkplatz!" 

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Die Scheinwerfer der Fahrzeuge im Schneestau leuchten wie Lichtergirlanden auf beiden Seiten der Donau. (Foto: mediendenk)
Der Reporter hat während seines Fußmarsches von der Schiffslände in der Altstadt, wo er notgedrungen wegen der blockierten Straßen seinen Einsatzwagen abstellte, bis ans nördlich Ende der alten Ilzstadt keinen einzigen Blaulichtwagen oder ein Räumfahrzeug gesehen. Die kilometerlangen Lichterketten an den Ufern der Donau und Ilz zeigten jedenfalls, dass der Corona-Lockdown kaum Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen hat. Die Staukarte am Handy färbte die Bundestraßen 85 und 12 in Orange bis Dunkelrot. Tausende Berufspendler dürften es heute Abend nicht geschafft haben vor der Ausgangssperre Zuhause zu sein. 

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Auf dem Gehsteig geht's zu Fuß voran, auf der Straße stehen die Räder still: Die Fahrer in diesen Brummis im Ilzdurchbruch haben sich schlafen gelegt. (Foto: mediendenk)
Für zwei Dutzend Brummifahrer wird die Ilzstadt zum nächtlichen Rastplatz, für Hunderte weitere die Fahrtstreifen der Bundesstraßen. Mangels Ausweichmöglichkeiten haben einige wenige ihre Schwerlaster mitten auf der Angerstraße abgestellt, drei stehen im Ilzdurchbruch. 

Nach 17 Uhr, mitten im Feierabendverkehr, hat der starke Schneefall den Verkehr zum Erliegen gebracht. Die ersten Sattelzüge bleiben bergwärts an der sogenannten Reischlkurve hängen, die Serpentine nördlich der Ilzstadt.

Sechs Stunden später, um 23 Uhr, kann die Polizei Entwarnung geben. Die Straßen seien wieder geräumt und gestreut, erklärt ein Polizeisprecher. Die Lkw-Kolonne habe sich aufgelöst. „Wir haben die Fahrer geweckt und zur Weiterfahrt aufgefordert.“ Wer seine Ruhezeit einhalten musste, habe den nächsten Parkplatz angesteuert.

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15:07
Mittwoch
03. März 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
03.03. | Mittwoch
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Geliebte Aphrodite
 
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Bühnenstück nach Woody Allens Filmkomödie. Sportjournalist Lenny sucht die leibliche Mutter seines Adoptivsohns und beginnt eine Affäre mit der Prostituierten Linda. Seine Ehe wird auf die Probe gestellt. Ein Chor kommentiert das Schauspiel.


19:30 Uhr | ab 8 Euro

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