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Brennpunkt | Dienstag, 01. Dezember 20

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Klinikum Passau: Ärztinnen in Schutzbekleidung vor der Corona-Isolierstation haben sich von Hausfotografin Julia Schlegl für ein Pressefoto ablichten lassen.
Corona am Höchststand

Klinikum Passau: 60 Beschäftigte wegen Corona ausgefallen

Fast 60 Beschäftigte sind im Klinikum Passau durch Corona in eigenen Reihen ausgefallen. Wie wird der Betrieb bestmöglich am Laufen gehalten?

Das Klinikum Passau teilt heute nachmittag auf Anfrage zum Infektionsgeschehen in der Belegschaft mit: Aktuell 53 infizierte Mitarbeiter in Isolation und 6 Mitarbeiter als Kontaktperson in Quarantäne.

Betroffen seien in erster Linie Beschäftigte der Pflege. Die täglichen Arbeiten könnten dennoch bewältigt werden, weil:

  • Pflegeschüler unterstützen das Personal auf den Normalstationen.
     
  • Auf den Intensivstationen helfen Pflegekräfte aus der Anästhesie aus, da viele verschiebbare Operationen derzeit nicht durchgeführt werden.
     
  • Pflegekräfte innerhalb der verschiedenen Stationen ausgetauscht werden.

Da das Klinikum den Normalbetrieb heruntergefahren hat, seien Kräfte ungebunden. Zum Beispiel werden derzeit auf den Komfortstationen der Privatpatienten oder in der Hellge-Klinik keine stationären Patienten behandelt; nur die Tagesklinik in Betrieb.

Warum sich die Zahl der verfügbaren Intensivbetten oft rasch ändert, Plätze bisweilen "abgemeldet" werden?

  • Auf einer Intensivstation werden Patienten häufiger innerhalb von 24 Stunden auf Normalstation zurückverlegt werden
     
  • Über Notarztwagen, Notaufnahme oder Normalstation laufend neue Fälle eintreffen
     
  • Patienten versterben
     
  • Personal der Intensivpflege nicht zur Verfügung steht, beispielsweise durch Coronafälle in eigenen Reihen

Die öffentlichen Meldungen "betreibbarer Intensivbetten" und die "aktuelle Belegung" stellten also nur eine Momentaufnahme dar. Die Vermutung, dass wegen Bettenmangel auf den Normalstationen Patienten, die nicht intensivmedizinisch behandelt werden müssten, auf einer Intensivstation untergebracht werden, ist falsch.

***

Mittags hat das Rathaus die Corona-Lage in den Altenheimen zusammengefasst:

  • Arbeiterwohlfahrt-Altenheim: 83 Rentnerinnen und Rentner, 10 Beschäftigte; gestern zwei Tote
  • Malteser-Altenheim: 69 Rentnerinnen und Rentner und 23 Beschäftigte; gestern vier Tote

Seit gestern sind 13 Corona-Neuinfektionen zu verzeichnen, aktuell 442 Passauerinnen und Passauer "aktiv."

Zudem mit Neuinfektionen betroffen:

  • FOS/BOS: 15 Schüler/innen und 3 Lehrkräfte in Quarantäne
  • Gisela-Realschule: zwei Schüler positiv getestet, 43 Mitschüler 2 Lehrkräfte in Quarantäne angeordnet.

Im Klinikum Passau werden 67 Personen (minus sechs zum Vortag) behandelt, wobei sich 9 auf der Intensivstation befinden, davon 3 beatmet.

***
Ab heute gelten die strengeren bayerischen Regeln. Passau könnte als Hotspot der Republik bei der Versorgung mit Impfstoff Vorrang erhalten.

Passau wartet auf den Impfstoff

Die Todeszahlen in Deutschland liegen auf viel zu hohem Niveau: 388 seit gestern. Bei der letzten Pressekonferenz in Berlin hatte Ministerpräsident Söder bei seinem pessimistischen Szenario mit 200 Sterbefällen täglich gerechnet.

Im Monat November hat es in Deutschland halb so viele Corona-Tote gegeben, wie in der gesamten Pandemie seit März. Stand bis heute über 16.600, die Einwohnerzahl einer Kleinstadt wie Vilshofen.

Inzidenz: Stadt Passau ist auf 549 gefallen. Minus 31. Der Landkreis Passau auf 345. Minus 34. Ab 200 greifen besondere Regeln, ab 300 die strengsten.

In den Schulen ist die Situation teilweise unüberschaubar. „Unsere Musikschule in Ruhstorf fehlt in der Liste der betroffenen“, schreibt ein Vater. Während eine Klasse aus der Quarantäne zurückkommt, geht die nächste in Hausarrest. Die Schulleitungen kommen mit den Sonderplänen nicht hinterher. In den Pressemitteilungen werden die Zahl der Betroffenen Quarantäne-Schüler nicht mehr einzeln aufgeführt. Ein anderer Vater berichtet, dass seine Tochter bereits dreimal in Quarantäne war.

Für Passau, nach wie vor bei der Ausbreitung Corona-Höchststand in der Republik, könnte die dramatische Lage einen Vorteil bringen, von der Politik forciert zu werden als Schauplatz der ersten Impfungen. Der Passauer Oberbürgermeister hat angekündigt, dass am 15. Dezember das Impfzentrum in der X-Point-Halle öffnen könnte. Er sah allerdings gestern wenig Chancen, dass bis Weihnachten wieder Normalität einkehrt. Er ist zuversichtlich, dass in betroffene Kommunen wie seiner die Novemberhilfen auch für Dezember gelten.

Die Polizei berichtet, dass sich die Bevölkerung zum weitaus überwiegenden Teil vorbildlich verhält. In der Nacht fuhren auffällig viele Streifenwagen und Zivilwagen Patrouille

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16:26
Mittwoch
20. Januar 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
20.01. | Wednesday

Gefangenenchor aus Venedig
 
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Bewegendes Neujahrskonzert aus dem Opernhaus von Venedig, "Teatro des Fenice". Mit Verdis "Nationalhymne" aus "Nabucco" ab Minute 44.30. Mehr als 100 Mitwirkende mit Mund-Nasenschutz, auch 12 Sängerinnen und 32 Sänger mit Masken, nur die 19 Musiker der Blasinstrumente sind befreit. Leitung: der britische Maestro Daniel Harding. Auf TV "Arte" abrufbar bis 31. Januar.


07:00 Uhr
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 

Giacomo Puccinins weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cho-Cho-San, die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton mit einem Kind sitzengelassen wird. In den Hauptrollen: Yitian Luan als Cio-Cio San und Jeffrey Nardone als Pinkerton.


12:00 Uhr
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Hier am Heimkino erleben: Verwechslungskomödie von Johann Strauß um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein und seine untreue Frau Rosalinde. Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und führt eine dekadente Gesellschaft vor.  


13:00 Uhr

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