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Brennpunkt | Donnerstag, 07. Januar 21

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Die Eindringlinge: "Das ist unser Haus!"
Feinde der Demokratie

Mob, Randalierer, Terroristen?

Wie sollen wir Journalisten "Patrioten" bezeichnen, die die Demokratie angreifen? Randalierer, Mob, Terroristen?

Zum schärfsten Begriff greift Chuck Schumer, der dienstälteste US-Senator von New York, um 3 Uhr früh (21 Uhr Ortszeit). Sein Kommentar zur Lage: "Diejenigen, die heute verwerfliche Taten vollbrachten, waren Randalierer, Aufständische, Schläger und inländische Terroristen. Sie repräsentieren nicht Amerika. Sie waren gewalttätige Extremisten, die versuchten, das Kapitol zu übernehmen. Sie müssen in vollem Umfang strafrechtlich verfolgt werden. Aber heute Abend wird die Demokratie triumphieren."

Rede Chuck Schumer und sein Kollege Mitch Mcconnell. 

Demonstrativ hat der US-Kongress wenige Stunden nach dem Aufruhr seine Sitzung fortgesetzt und die Wahl von Joe Biden offiziell bestätigt.

Ob Trump vorzeitig aus dem Amt gejagt werden soll, Vize-Präsident Mike Pence die restlichen Tage übernimmt, wird ernsthaft in den Reihen der Kongressmitglieder diskutiert.

Was den Autor persönlich erschüttert:Fernsehteams des US-Senders AP, ZDF und RTL hatten ihre Liveübertragung abbrechen und fliehen müssen, weil "Patrioten" Absperrungen überwanden, mit Flaschen warfen und die Technik zertrümmerten.

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Der Triumph eines Trump-Anhängers.
Bedrohungen und Übergriffe auf Vertreter der freien Presse sind hierzulande bei Kundgebungen und Märsche der "Querdenker", Coronarebellen, neue Wirklichkeit geworden. Mitglieder dieser Bewegung sehen im Sturm auf das Kapitol wahrscheinlich ihre Ziele vom "Umsturz des Systems" näher gerückt.

Bedenklich: Selbst einige wenige namhafte Mitglieder der Passauer Gesellschaft sind angezündet, da sie falschen Erzählern im Netz mehr glauben als den Journalisten, die in dieser Krise ihrer Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen nachgehen. Bei einem Umsturz sei er sofort dabei, schreibt ein Geschäftsmann im Netz.  

"Ich wache mit Corona auf und schlafe mit Corona ein", hat gestern Abend eine Notfallmedizinerin in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz gesagt. Lanz vollführte aufgrund der aktuellen Ereignisse denselben Spagat zwischen Corona und Kapitol wie diese Kolumne. Zu Corona: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erzählte, dass er nach dem Aufwachen zuerst zum Handy greift, die App öffnet "Wie viele Intensivbetten sind noch frei?" Der Autor fühlte sich an seine eigene neue Normalität erinnert. Er fragt nach dem Aufwachen die neuesten Daten ab, liest sich in die aktuelle Entwicklung ein. Der Kaffee kann warten.

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Die Trampel: Technik der Presse zerstören.
"Wir sind nicht im Krieg, aber in einer Situation, wie sie unsere Generation nie erlebt hat", hat ein BR-Kollege heute früh den Ausnahmezustand beschrieben. Und er meinte nicht nur Corona, die Seuche, vielmehr die Anfeindungen der Medien. Den Reporterteams bei künftigen Demos Sicherheitsleute beiseite zu stellen, sei eine Frage gewesen, die erstmals in seiner Laufbahn diskutiert worden ist. Journalisten müssen sich aktiv schützen oder verdeckt arbeiten? Mit Blick auf das Kapitol sind diese Fragen brisanter denn je.

Fotos: Eindringlinge im Kapitol, Randalierer zerstören Medientechnik. (Quelle: Twitter)

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17:18
Sonntag
16. Mai 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
16.05. | Sonntag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
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Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

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