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Brennpunkt | Montag, 19. Juli 21

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Montagmorgen zum Höchststand der Hochwasserwelle in Passau (Wetterkamera Bürgerblick).
Meldestufe 3 von 4

Passau: Hochwasserscheitel erreicht

Die Hochwasserwelle in Passau verharrt am Montagmorgen, 7 Uhr, bei den Höchstständen sechs Meter Inn (Meldestufe 2) und acht Meter zwanzig Donau (Meldestufe 3). Im Laufe des Tages ziehen sich die Flüsse zurück.
 

***

Die Hochwassernacht, 23.50 Uhr.


Die Donau hat 8,20 Meter erreicht; maximal 8,65 Meter sind vorhergesagt. Mit 8,50 Meter beginnt die höchste Meldestufe 4.

Der Inn schwappt mit knapp sechs Meter nahe der Meldestufe 2 an die Ufer. Es werden maximal 6,30 Meter erwartet.

Um 22 Uhr hatten Schlauchbootfahrer auf dem reißenden Inn die Einsatzkräfte in Atem gehalten.

Die Passauer Hilfskräfte und Uferbewohner haben sich auf hohe Flutpegel eingerichtet, tagsüber alle Vorkehrungen getroffen. Die Häuser sind abgedichtet, Habe in Sicherheit gebracht. "Die Vorhersagen des staatlichen Hochwassernachrichtendienstes werden beobachtet und die Vorkehrungen notfalls angepasst", schreibt das Rathaus.

Verkehrshinweis: Parkhaus Schanzl ist geschlossen. Parkhaus Bahnhofstraße morgen nur für Dauerparker geöffnet.

Sonntag, 17. Juli, 5 Uhr

Die Wasserwirtschaftsämter tun sich schwer, die Lage an den Unterläufen einzuschätzen.

Bis zum Laufe des Nachmittags wird in Passau ein mittleres Hochwasser erwartet.

Donau und Inn sind seit dem Abend um zwei Meter gestiegen, werden bis zum Nachmittag weiter zulegen. Allein in der letzten Stunde vor Sonnenaufgang stiegen die Pegel sprunghaft an.

Bei unter 8,50 Meter (Donau, Meldestufe 4) beziehungsweise knapp 6 Meter (Inn, Meldestufe 2) liegen die neuen prognostizierten Werte, die im Laufe des Nachmittags erwartet werden. Zur Einordnung: Die Flut 2013 erreichte 12,90 beziehungsweise 10,30 Meter.

Innerhalb einer Stunde sprang die Donau vor Sonnenaufgang in Passau von Meldestufe 1 auf 3.

  • Um 4:20 Uhr hatte sie in mit 7 Meter Meldestufe 1 erreicht
  • Um 4.50 Uhr waren es 7,50 Meter (zehn Zentimeter über Meldestufe 2).
  • Um 5.25 Uhr war mit 7,70 Meter Meldestufe 3 erreicht. 

Der Normalpegel der Donau misst 4,50 Meter.

Der Inn rauscht auf der Südseite der Stadt mit 5 Meter (Normalpegel 2 Meter) vorbei; zuletzt um 5.30 Uhr mit 5,25 Metern, es fehlen 15 Zentimeter zur Meldestufe 1. Bei zehn Zentimetern je Viertelstunde bewegt sich der Anstieg zu dieser Zeit. 

Um 3.30 Uhr war über Passau ein kurzer Starkregen, 120 Liter pro Quadratmeter, niedergegangen. In den Katastrophengebieten wurden Wassermengen von mehr als dreifacher Menge erreicht.

Die dramatischste Lage in Bayern erlebte in der Nacht das Berchtesgadener Land. Es ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. 

Das Extremwetter hat Europa weiter im Griff.

***

Wen trifft der nächste Starkregen?

Freitag, 16. Juli, 17 Uhr.

Eine gewisse Unruhe breitet sich in der Dreiflüssestadt aus. Die Hochwassernachrichtendienste melden Alarmpegel für Donau und Inn ab Sonntag. Der Blick auf die Katastrophe im Norden bleibt nicht ohne Wirkung.

Die Stimmung ist angespannt. Der Himmel zeigt sich teilweise sonnig, aber im Südwesten hängen grau-schwarze Wolken.

In der Zweitagesprognose zeigen die Flusspegel steil nach oben für Sonntagabend, wenn sie die ersten der drei Meldestufen erreichen.

Für Passau beginnt ein ernstes Hochwasser bei Donaupegel neun Meter, wenn der Rathausplatz überschwemmt wird. Bis dahin sind Einsatzkräfte und betroffene Bewohner in der Altstadt geübt in Routine. Fenster und Türen mit Alubauteilen verriegeln oder mit Sandsäcken abdichten, Hochwasserstege in der Höllgasse bauen.

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Freitag; 16. Juli: Bauhofleute haben vorsorglich am Innkai Hochwassersperrschilder aufgebaut. (Foto: mediendenk)
Der letzte Wolkenbruch mit schweren Schäden liegt fünf Jahre zurück. Die kleinen Zuflüsse der drei Flüsse schwollen an, Wassermassen, Geröll und Treibgut wälzten sich ins Tal, rissen Dutzende Autos mit. Auf der österreichischen Seite starb der niederbayerische Mitarbeiter eines Spielcasinos. Er hatte auf dem Parkplatz nach dem Rechten sehen wollen und war von der Flut mitgerissen worden.

Die letzte Flutkatastrophe liegt acht Jahre zurück. Am 3. Juni 2013 erreichten Donau mit 12,90 und Inn mit 10,30 Meter Rekordmarken. Aktuell: 5,80 und 3,10 Meter, gut einen Meter über Normalpegel.

Von der Ortspitze klingt Musik übers Wasser. Die 16-köpfige Bigband "Fiva" probt für ihren Auftritt am Abend. Dass die Donau noch heute auf eine kritische Marke steigt, bei der das Eulenspiegel-Festival geräumt werden müsste, ist nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher ist, dass "Ringsgwandl", "Willy Astor" und "Dicht und ergreifend" die nächsten Tage ins Wasser fallen oder auf Dom- oder Residenzplatz ausweichen müssen.

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Sonntag
25. Juli 2021
 
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25.07. | Sonntag
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