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Brennpunkt | Sonntag, 02. Mai 21

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Freuen auf nächsten Sonntag

Passau schüttelt Corona ab

Am nächsten Sonntag ist alles anders. Die Sonne scheint und das Herz schlägt höher. Wir werden bei angenehmen 22 Grad mit unseren Liebsten im Biergarten sitzen, wissend, dass die schlimmste Zeit der Pandemie hinter uns liegt. Die Ausgangssperre ist seit Tagen aufgehoben.

Träumerei? Nein, mit dem schlechten Wetter verzieht sich diesmal tatsächlich die Seuche in der Stadt. Es müsste schon etwas sehr Unerwartetes dazwischenkommen.

Nach sechs Monaten, in denen bestimmte Regierte und Regierende die Seuche in diesem Land mehr schleifen lassen als bekämpft haben, kehrt in der wohl schönsten deutschen Barockstadt ein Stück Normalität zurück. Die Narben, die bleiben, sind schrecklich genug. 123 Grabmälern und Urnentafeln werden es der Nachwelt überliefern: Im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt hat das Virus in der Dreiflüssestadt fast zweieinhalb Mal so viele Menschen dahingerafft.

95, 85, 74, 70. Das sind die Inzidenzzahlen, die Passau in eine bessere Zeit führen. Am morgigen Montag ist das Ziel erreicht: fünfter Tag unter 100.

Die Hälfte der Passauer Bevölkerung ist halbwegs geschützt. Diese Aussage entspricht der Wirklichkeit, addiert man zu den 23.000 Erstgeimpften die 3.300 sogenannten Corona-Genesenen. Nicht zu vergessen die Dunkelziffer, die symptomlosen Virusträger, die nie getestet worden sind. Diese Unerkannten waren und sind die gefährlichsten Seuchentreiber.

Passau nimmt nächste Woche die Hand von der Notbremse. Am Mittwoch geht´s los: Die nächtliche Ausgangssperre entfällt, die Freiluftgastronomie bittet wieder zu Tisch.* Es läuft ähnlich ab, wie wir es letzten Sommer erlebt haben: Registrierte Mitglieder eines Haushalts teilen sich einen Tisch oder, das ist neu, über diesen Kreis hinaus mit Testnachweis.

Kino-, Theater- und Sportstättenbetreiber dürfen unter den üblichen Seuchenschutzmaßnahmen wieder für Getestete öffnen. Bei einer stabilen Inzidenz unter 50 entfiele die Testpflicht.

Nachtrag: Für diesen Schritt (Gastronomie) bedarf es laut Infektionsschutzgesetz einer Inzidenz unter 100 für zwei Wochen. Ministerpräsident Markus Söder verspricht aber diese Lockerung möglicherweise schon ab kommenden Montag.

Die genannten Freiheiten für Getestete werden wahrscheinlich bald auch für Zweitgeimpfte gelten. Gesetze sind in Vorbereitung. Zudem wird Ende nächster Woche der bayerische Kurs neu festgelegt werden. Am kommenden Sonntag, 9. Mai, endet die Gültigkeit das aktuellen 12. Bayerischen Seuchenschutzgesetzes.

Dass Geimpfte oder Genesene bei Neuinfektionen keine Viren übertragen, ist nicht ausgeschlossen. Noch fehlen belastbare Studien. Aber: Eine halbwegs geschützte Gesellschaft, hohe Impfquote, viele Genesene, ist zumindest vor schweren Verläufen und Todesfällen sicherer. Erwähnt werden muss, dass nach neuen Erkenntnissen mindestens zehn Prozent der sogenannten Corona-Genesenen mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben.

Bei aller Erleichterung sollte Umsicht und Besonnenheit die Menschen leiten. Dass selbst Pandemiebesieger wie Australien, Neuseeland oder Israel durch Neueinträge oder neue Ausbrüche Rückschläge erlebten, sollte Warnung sein.

Am 19. Mai, am Mittwoch vor Pfingsten, öffnen in Österreich unter den üblichen Schutzvorkehrungen Gaststätten, Hotels und Kultur. Die Quarantänepflicht für Einreisende, die nicht aus Hochrisikogebieten kommen, entfällt. So dürfte den Passauern für einen Pfingstausflug zum Lieblingswirt im Innviertel nichts mehr im Weg stehen. Die Inzidenz liegt aktuell allerdings im Bezirk Schärding noch bei 199. Die Seuche ist ähnlich wie in Bayern am meisten verbreitet unter den 15- bis 24-Jährigen. Auch den österreichischen Wirten wird aufgetragen werden, gemischte Tischrunden nur mit Testnachweis zu bedienen.

Corona-Querulanten verlieren ihre Grundlage
Passau war Keimzelle der Corona-Verharmloser und Corona- Querulanten und deren Mitglieder zeitweise eine treibende Kraft dieser Bewegung. Es bildete sich ein lauter Mob, der gemessen an der Zahl der Vernünftigen aber unbedeutend blieb. Würden allein in der Stadt für jeden Toten nur zehn Hinterbliebene auf die Straße gehen, um gegen Pietätslosigkeiten oder falsche Erzählungen zu protestieren, sie überträfen die Zahl der größten Passauer Corona-Demo, die sich zudem von Demotourismus nährte. Es ist zu befürchten, dass Querulanten von heute die Querulanten von morgen sind. Nach der "Corona-Diktatur" werden sie die "Klima-Diktatur" ausrufen. Wieder wird das Internet für jede noch so unsinnige Erzählung eine Kommentarspalte öffnen und Youtube die passenden Videos liefern. 

Bei den Passauer Hausärzten geht´s bei den Corona-Impfungen zeitweise zu wie beim Schnellimbiss. Hier haben wir zugesehen.

Das Passauer Rathaus meldete am heutigen Sonntag neun Neuinfektionen seit Freitag. Die Zahl der insgesamt Ansteckenden und Erkrankten liegt aktuell bei 95. In der letzten Februarwoche lagen wir am Ende der zweiten Welle mit 76 darunter, dann stiegen die Zahlen wieder an.

Der Landkreis Passau meldet heute 34 neue Fälle bei einer Inzidenz von 120. Die Zahl der aktuell Ansteckenden und Erkrankten wird mit 471 angegeben. Anfang Februar, vor Beginn der dritten Welle, sah es mit 345 besser aus.

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23:21
Dienstag
15. Juni 2021
 
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KULTURKALENDAR
15.06. | Dienstag
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei

Sissi Perlinger: Worum es wirklich geht
 

Tiefgründig, philosophisch, aber urkomisch. Sissi Perlinger beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und teilt ihre großen Weisheiten mit dem Publikum. Dabei gelingt es der Schauspielerin ernste Themen in amüsantes Kabarett einzukleiden. 


12:26 Uhr | Ab 27,40€
OPERNHAUS
Herkules am Thermodon
 
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Deutsche Erstaufführung der bekannten Barockoper Antonio Vivaldis aus dem Jahr 1723. Herkules soll für König Eurystheus den Gürtel der Amazonenkönigin beschaffen, der ein kriegerisches Attribut wie Symbol für den Beischlaf ist.


12:30 Uhr | Eintritt frei

Passauer Politiktage: Wie tief sind die Gräben?
 

Offene Podiumsdiskussion zum Stand der Gesellschaft und zur Frage, wie gespalten diese wirklich ist. Live-Veranstaltung via Zoom, Details auf der Website des Veranstalters.


20:00 Uhr | Eintritt frei

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