Google-Anzeigen

Brennpunkt | Montag, 30. November 20

bild_klein_17424.jpg
Akute Seuchenlage

Passau trauert: Sechs Corona-Tote auf einen Schlag

Zum Höchststand der Seuche sind heute (Stand 16 Uhr) im Stadtgebiet sechs Tote zu beklagen. Das Virus wütet in zwei Altenheimen, hat 125 Bewohnerinnen und Bewohner erfasst.

Im Malteser-Altenheim St. Nikola an der Neuburger Straße hat sich die Lage tragisch verschlimmert: Unter den 51 infizierten Rentnerinnen und Rentner sind vier Tote zu beklagen. Zwei Frauen 82 und 97, zwei Männer 92 und 93. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten, die als positiv Getestete ausgefallen sind, hat sich um zwei erhöht, die der Bewohner um acht.

Insgesamt zählt dieses Seniorenheim 135 Bewohner.

In einem weiteren Altenheim am Weinleitenweg, etwa 100 Bewohner, kommen auf einen Schlag 60 neuinfizierte Bewohner hinzu; in der Summe 74 Rentnerinnen und Rentner betroffen. Hier gab es zwei weitere Todesfälle, eine 81- und eine 100-jährige Frau. Nachtrag: Davon war der OB bei der Pressekonferenz am Abend noch nicht unterrichtet.

Die Zahl der befundeten Corona-Todesfälle seit der Pandemie hat sich damit von 24 auf 30 erhöht.
(RKI gibt drei Todesfälle weniger an, da in Passau verstorbene Altenheimbewohner vermutlich nich mit alten Adressdaten woanders gemeldet waren).

***

73 Corona-Patienten im Klinikum, Bundeswehr unterstützt Altenheime

Das Personal versucht seit dem Ausbruch, die positiv Getesteten und Erkrankten von den nicht Angesteckten zu trennen. Es sind offenbar zu wenig Kräfte im Heim, um die schwierige Situation der Quarantäne innerhalb des Hauses zu bewältigen. Es sind Zwölfstundenschichten angeordnet und der Maltester Hilfsdienst ist dabei, aus den eigenen Reihen weitere Kräfte zu mobilisieren. Dies reicht offenbar nicht.

„Wir haben soeben die Zusage bekommen, dass uns ab 3. Dezember sechs Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unterstützen werden“, teil Sprecherin Olga Jabs mit.

****

Im Klinikum Passau ist die Zahl der Patienten sprunghaft von 60 auf 73 angestiegen. 10 Menschen werden auf der Intensivstation behandelt, so viele wie nie zuvor in der Pandemie; drei Beatmungsmaschinen laufen.

Mit 53 Neuinfektionen seit gestern zeichnet sich im Stadtgebiet ab, dass eine Erleichterung noch nicht in Sicht ist.

Die für 16:15 Uhr geplante Große Stadtratssitzung in der Dreiländerhalle ist abgesagt worden. Um 18 Uhr gibt der Oberbürgermeister im Rathaus eine Pressekonferenz zur Krise. 

***

Vom Lockdown bis zur Wirkung dauert es oft bis zwei Wochen.

Die Fallzahlen am Montag zeigen sich nach dem Wochenende stets geringer. Dennoch ist die Inzidenz in Passau weiter gestiegen: gerundet 580 (plus 42).

Das sind Dimensionen, die wir bislang nur aus dem benachbarten Österreich kannten. Wir liegen heute erstmals auf dem Höchststand der Republik, der thüringische Landkreis Hildburghausen bei 579. Der Landkreis Passau bei 360 (minus 19).

Blick ins Nachbarland, wo die Maßnahmen offensichtlich zu greifen scheinen: Bezirk Schärding 533, Rohrbach 633, Grieskirchen 720. Vor wenigen Wochen hatten wir hier noch Werte über 800, ja über 1000.

Der Einkaufsrummel am “schwarzen Freitag” war für Corona-Zeiten hoffentlich kein sprichwörtlicher.

bild_klein_17425.jpg
Der Blick auf die Deutschlandkarte lässt keinen Zweifel daran: Mit bedrohlichen Farben hoher Inzidenz franst es an den Grenzen zu Österreich, Tschechien und Polen aus. Werte jenseits der 350 hat Niederbayern mit den östlichen Landkreisen Sachsens gemeinsam.

Die Dreiflüssestadt ist eine offene Grenzstadt. Ob sich die Corona-Krise allein durch die Altenheime erklären lässt, wird der Krisenstab heute wohl beraten. Eine bedingte Ausgangssperre, die jeden Weihnachtseinkauf zulässt, auch den vorgegebenen, ist keine wirkliche. Wirkungsvoll zeigt sich stets ein konsequenter, harter, kurzer Lockdown. Er würde zum Befreiungsschlag auch für die Wirtschaft, weil offene Läden nichts nützen, wenn die umsichtige Bevölkerung zu Hause bleibt.

Heute tagt der Stadtrat in der geräumigen Dreiländerhalle (Nachtrag: um 12 Uhr abgesagt).

 

Unser Beitrag war lesenswert? Ihr Beitrag unterstützt unsere Arbeit und stärkt unabhängigen Journalisumus.

 

https://www.paypal.com/donate?hosted_button_id=4S6DGCUH4WJXS

Unabhängiger Journalismus ist abhängig von zahlenden Lesenden

Wenn Sie uns zusätzlich unterstützen wollen, hier können Sie „spenden“.
Hinweis fürs Finanzamt: Zahlungseingänge werden wie Abozahlungen verbucht.
Bürgerblick als gemeinnützige Gesellschaft zu etablieren ist in Arbeit.

16:43
Mittwoch
20. Januar 2021
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTUR AM BILDSCHIRM
20.01. | Mittwoch

Gefangenenchor aus Venedig
 
bild_klein_17595.jpg
Bewegendes Neujahrskonzert aus dem Opernhaus von Venedig, "Teatro des Fenice". Mit Verdis "Nationalhymne" aus "Nabucco" ab Minute 44.30. Mehr als 100 Mitwirkende mit Mund-Nasenschutz, auch 12 Sängerinnen und 32 Sänger mit Masken, nur die 19 Musiker der Blasinstrumente sind befreit. Leitung: der britische Maestro Daniel Harding. Auf TV "Arte" abrufbar bis 31. Januar.


07:00 Uhr
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 

Giacomo Puccinins weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cho-Cho-San, die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton mit einem Kind sitzengelassen wird. In den Hauptrollen: Yitian Luan als Cio-Cio San und Jeffrey Nardone als Pinkerton.


12:00 Uhr
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
bild_klein_17585.jpg

Hier am Heimkino erleben: Verwechslungskomödie von Johann Strauß um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein und seine untreue Frau Rosalinde. Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und führt eine dekadente Gesellschaft vor.  


13:00 Uhr

Google-Anzeigen