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Brennpunkt | Sonntag, 17. April 22

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Schlussapplaus bei der Premiere "Die Walküre" im Landshuter Theaterzelt. (Foto: mediendenk)
Nachtkritik

Wagners Walküre hat wunderbar gezündet

Das Niederbayerische Landestheater hat am Karsamstag das größte Projekt seiner Geschichte, Wagners „Der Ring des Nibelungen“, nach der zweijährigen Coronazwangspause fortgesetzt.

360 Zuschauer erlebten im Landshuter Theaterzelt die Premiere „Die Walküre“. Das Publikum war inspiriert nach der kraftvollen Inszenierung von Regisseur Stefan Tilch, zugleich Intendant des Theaters.

Beigetragen zu diesem opulenten Opernabend, der mit zwei Pausen fast fünf Stunden dauert, haben rund 70 künstlerisch Mitwirkenden, darunter die Musizierenden der Philharmonie, die unter der Leitung von Generalmusikdirektor Basil Coleman für den Wagnerschen Schalldruck sorgen oder Hauptdarsteller wie Basssänger Stephan Bootz, der in faszinierend stoischer Form Wotan, den Gott der Liebe, verkörpert.

Hass flimmert nicht nur in den Augen der Waffenträger, auch auf der Projektionsfläche: Angreifer in Wolfsmasken, die den tapferen Krieger Sigmund (wegen Erkrankung des Hauptdarstellers Hans-Georg Wimmerr übernimmt als Gast der Ire Aaron Cawley) hetzen; Kommentartexte aus Facebook, mit Schaum vor dem Mund geschriebene gegen Klimaschützer, Schutzimpfungen oder Flüchtlingshelfer.

Wotans Tochter Brünnhilde (Yamina Maamar) und ihre acht Walküren, die die geschundenen Körper der gefallenen Helden für Wallhall einsammeln, lässt Tilch mit Mobilfunkgeräten tändeln.

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Das Landestheater Niederbayern setzt nach der Coronazwangspause "Der Ring des Nibelungen" fort. (Foto: mediendenk)
Das Bühnenbild kennen wir aus „Rheingold“: Tausende vergilbte Buchrücken, bühnenhohe Regale, die den Bühnenraum schließen oder öffnen, als Mauern oder Berghügel dienen, als Podium oder Projektionsfläche.

Für die vier Vertreter der Feuerwache wird es ein Abend besonderer Anspannung. Denn Wagnersche Feuersbrünste werde nicht nur durch Theaternebel im feuerroten Scheinwerferlicht und flackernde Videoprojektionen erzeugt, sondern durch reichlich entzündete Feuerpaste. In den ersten Reihen entdecken Zuschauer, dass Corona-Masken in vielerlei Hinsicht eine praktische Filterwirkung haben.

Der grausame Krieger Hunding (Heeyun Choi), der Sigmunds Zwillingsschwester Sieglinde (überzeugendes Debüt der Berliner Sopranistin Peggy Steiner) als Leibeigene gefangen hält, hat einem Stuntman gleich einen Auftritt mit „Körper in Flammen“. Er überlebt das Inferno und schwingt später seinen fleisch- und blutverkrusteten Kriegshammer gegen Sigmund.

Die Passau-Premiere in der Dreiländerhalle folgt am 10.  Juni.   

hud

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