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Printmagazin | Donnerstag, 07. Juli 16

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Den Wandel im Alleingang gestalten: Verlegerin Simone Tucci-Diekmann gibt sich in der Jubiläumsbroschüre "70 Jahre PNP" mit entspannter Pose. Der Kopf ruht auf dem rechten Handrücken.
Kein Gesprächsbedarf

PNP: Tucci-Diekmann lässt Gewerkschaften abblitzen

Passau/ München - Die Gewerkschaften Verdi und ”Bayerischer Journalistenverband" (BJV) versuchen seit fünf Wochen vergeblich, die Verleger des Hauses „Passauer Neuen Presse“ (PNP) an den Verhandlungstisch zu bringen. Es gibt seit mehr als zehn Jahren keine Tarifbindung mehr. Zuletzt ist das Streikrecht mit einer versteckten Drohung ausgehebelt worden. Jetzt wollen die Gewerkschaften Aktionen starten, welche das Verlagshaus an den Pranger stellen. Der Deutschlandfunk greift das Thema morgen auf.

Die Redakteure und Verlagsangestellten sind im Prinzip der Willkür der Verlagsleitung ausgesetzt, weil es keine Tarifbindung, ja selbst keinen Haustarif gibt. Ein sogenanntes Eckpunktepapier, in welchem die Verlegerin im Alleingang die Regeln für Entlohnung, Urlaub und Kündigungsschutz festgelegt hat, war Ende Mai ausgelaufen.

Die Gewerkschaften Verdi und der „Bayerische Journalistenverband“ (BJV) nutzten den Zeitpunkt, um die Stimmung in der Belegschaft auszuloten und den Missstand zu beseitigen. Bei einem Treffen der organisierten Mitglieder Ende April hatte fast alle 80 Teilnehmer den Gewerkschaftsvertretern das Mandat übertragen, Verhandlungen für eine Rückkehr in den Tarif aufzunehmen.

Erst Schweigen, dann ein "Nein"

Verlegerin Simone Tucci-Diekmann reagierte auf das erste Schreiben der Gewerkschaften, wie sie auch bei unangenehmen journalistischen Anfragen die Hauspolitik betreffend reagiert: Sie rührte sich nicht, sie schwieg. Die Verhandlungsführer bekamen nach einem zweiten Anlauf - sie baten um Vorschlag für einen verbindlichen Gesprächstermin - doch noch Post. Die Geschäftsführer der verschiedenen Gesellschaften, in welche das Verlagshaus zersplittert ist, gaben alle sinngemäß die gleiche Antwort: Man sehe keinen Gesprächsbedarf. Für das Mutterhaus antwortete in diesem Sinne Elisabeth Meister, die rechte Hand von Simone Tucci-Diekmann. Auch sie sieht keinen Handlungsbedarf.

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Letzter Absatz die Drohung: Wer streikt, fliegt... .
Die selbstherrliche Art der Verlagsspitze gipfelt in einer Drohung, die im Entwurf des neuen Eckpunktepapiers versteckt ist: Wer von seinen Streikrecht Gebrauch macht, verliert seinen Kündigungsschutz, hießt es dort. Die Einschüchterung wirkt. „Dürfen die das?“, lautete zum Beispiel eine der Fragen an die Funktionäre.

Deutschlandfunk berichtet

Drohungen statt Tarif-Bindung – Der Fall Passauer Neue Presse“ ist die morgige Sendung des Deutschlandfunks überschrieben, welche das Ringen der Gewerkschaften für mehr Arbeitnehmerrechte in dem niederbayerischen Verlagshaus beschreibt: „Markt und Medien“, 17.05 Uhr.

Verdi und BJV gingen gestern mit einer gemeinsamen Presseerklärung an die Öffentlichkeit. Es versteht sich von selbst, dass diese in den Medien des Diekmann-Monopols („Alt-Neuöttinger Anzeiger“, „Passauer Neue Presse“, „Burghauser Anzeiger“, „Deggendorfer Zeitung“, „Rottaler Anzeiger“, „Grafenauer Anzeiger“, „Landauer Neue Presse“, „Osterhofener Zeitung“, „Plattlinger Zeitung“, „Vilshofener Anzeiger“, „Der Bayerwald-Bote“, „Viechtacher Bayerwald-Bote“, „Südostbayerische Rundschau“, „Trostberger Tagblatt“, „Traunreuter Anzeiger“, „Reichenhaller Tagblatt“, „Freilassinger Anzeiger“, „Am Sonntag“, „Wochenblatt“, „Presse Kurier“, „Radio Galaxy“, „Unser Radio“, „Passauer Schaufenster“) keine Beachtung findet.

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Was der alte Kapfinger, der Gründer, wohl zum modernen Umgang mit Arbeitnehmern sagen würde? Er hat das Haus nach der Devise "Journalistische Leistung zahlt sich aus" regiert.
„Dass mit den Gewerkschaften noch nicht einmal gesprochen wird, ist selbst in der Verlagslandschaft ein extremer Einzelfall“, schreibt Maria Goblirsch vom BJV. Fehler! Linkverweis ungültig..

Gewerkschaftssekretär Pascal Attenkofer von Verdi kündigte an, dass jetzt verschiedene Aktionen geplant seien. Es gebe andere Mittel wie Streiks.  

Die PNP beschäftigt rund 120 Redakteure, 20 Volontäre und 400 Verlagsangestellte. Altverleger Dr. Axel Diekmann hatte sich bereits 2004 vom Tarif verabschiedet. Er zersplitterte die PNP in Gesellschaften (heute 15), um die Arbeitnehmerrechte zu schwächen.

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06:45
Donnerstag
17. Juni 2021
 
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KULTURKALENDAR
17.06. | Donnerstag
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Herkules am Thermodon
 
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Deutsche Erstaufführung der bekannten Barockoper Antonio Vivaldis aus dem Jahr 1723. Herkules soll für König Eurystheus den Gürtel der Amazonenkönigin beschaffen, der ein kriegerisches Attribut wie Symbol für den Beischlaf ist.


12:30 Uhr | Eintritt frei
DREILÄNDERHALLE
EW: Night Vigil
 
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Mischung aus Installation, Theater und interaktiver Performancekunst. Die englische Künstlergruppe Mechanimal will auf das Artensterben aufmerksam machen


17:00 Uhr | 29 Euro
HAUZENBERG
Ringlstetter & Band: "Heile Welt"
 
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Hannes Ringlstetter, der in Straubing aufgewachsene Musiker und Moderator, mit Band. Ort: Kurpark.


19:30 Uhr | 34 Euro
RATHAUS-INNENHOF
Christiane Öttl
 

Wunschkonzerte am Gartenzaun haben die Passauer Musikerin durch die Pandemie gebracht. Hier eines für alle. Open-Air am Vorplatz.


20:00 Uhr | Eintritt frei

Passauer Politiktage: Deutsche Außenpolitik
 

Podiumsdiskussion zur Frage der deutschen Außenpolitik und der Ausgangsfrage, ob Deutschland mehr Verantwortung zu übernehmen habe. Online-Veranstaltung via ZOOM, Details gibt der Veranstalter rechtzeitig auf seiner Website bekannt.


20:00 Uhr | Eintritt frei

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