Google-Anzeigen

Nachrichten | Freitag, 19. Oktober 07

bild_klein_2833.jpg
Die Passauer wünschen sich einen neuen zentralen Platz für Treffpunkt und Kultur. Ist ein Konzerthaus zwischen Kino und Kik, zwischen Spardabank und Sportstudio die Lösung?
Konzerthaus-Entscheid

Gewinnen Kulturfreunde, Kritiker oder Banausen?

Am Sonntag sollen die Passauer entscheiden, ob zwischen Parkhaus und Kapfingerklotz ein Konzerthaus geklemmt wird. Kann nicht schaden, sagen die einen. Können wir uns nicht leisten, die anderen. Wiederum andere sagen "Ja zum Konzerthaus", aber: nicht an dieser kulturlosen Stelle. Hier sieben Punkte Lesestoff für Kulturfreunde, Kritiker und Banausen.
  • Die 70 prozentige Förderung für das Konzerthaus ist angeblich so gut wie sicher. Als OB Albert Zankl damit an die Presse ging, waren die Werbeanzeigen mit dieser Aussage längst entworfen. Es war Taktik, dass er sich diese „Erfolgsmeldung“ bis kurz vor dem Wahlsonntag aufhob. Auch wenn die Fördertöpfe von Brüssel bis München geschickt angezapft werden könnten, die Finanzierung der laufenden Kosten ist ein viel heikleres Thema als die des Baus.
  • 58 Eigenveranstaltungen will die Stadt im Konzerthaus wuppen – also jede Woche mehr als eine. Wer weiß, dass diese Aufgabe Stadtmanager Joseph Gevatter und seiner Truppe zufallen soll, dem wird bang. Gevatter benutzt jetzt schon Christkindlmarkt und Dult als Feigenblätter, um seine Misswirtschaft zu verbergen. Genaugenommen ist diese städtische Tochter ein Fass ohne Boden, das bald ausgemustert werden sollte. Der OB und seine Anhänger aber sehen mit dem Konzerthaus die letzte Chance, der Gevatter-Gesellschaft auf die Beine zu helfen.
  • Konzerthaus ja, aber nicht an diesem schrecklichen Standort. Diese Meinung macht sich breit von Mitgliedern des Forums Passau bis hin zu allen Parteien. Mit diesem Standpunkt wird die Wahl zur Qual, weil OB Zankl in seinem Ratsbegehren vorgaukelt, ein zentrales Haus für Veranstaltungen wäre dann ein für alle Mal gestorben. Das ist natürlich Blödsinn, weil es auch eine Stadtentwicklung nach Zankl gibt.  Der OB-Kandidat der ödp, Urban Mangold, lässt  auch verlauten, dass ein „kultivierteres Umfeld schöner wäre“ und nennt als Beispiel eine Erweiterung des Hacklberger Fürstenbaus.
  • Mit der Drohung „Dann kommt ein zweiter Stadtturm…“ wollte OB Zankl die Konzerthaus-Gegner einschüchtern. Es funktioniert nicht mehr: Kapfinger-Sprecher Rudi Ramelsberger sagt heute klar in der PNP, dass man zwar ein Vorkaufsrecht besitze, aber “solche Gedanken jeglicher Grundlage entbehren“. Kapfinger hat wahrscheinlich mit einem Denkmal, das in der Kritik steht, genug.

  • Die penetrante Werbekampagne für das Konzerthaus hat das Gegenteil erreicht: „Nicht mit mir, da stehe ich in diesem Punkt der SPD näher“, gab zum Beispiel ein CSU-Stadtrat, der nicht genannt werden will, seine Position bekannt. Zankl flüchtete sich in das Ratsbegehren, damit das Konzerthaus für ihn kein schädliches Wahlkampfthema wird. Jetzt verliert er damit sogar in den eigenen Reihen.

  • Das Quorum, sprich die Mindestanzahl von Stimmen, wird gar nicht erreicht. Dann fällt die Entscheidung zurück an den Stadtrat. Dass es so kommt, das ist die Meinung mancher Statistikexperten und Medienvertreter. Warum? Viel populärere Abstimmungsthemen, wie der Verbleib der Dult oder die Größe des Einkaufszentrums, erreichten gerade so die Mindestbeteiligung. Bei aktuell rund 40.700 Wahlberechtigten müssten über 6100 Bürger mit „Ja“ oder „Nein“ Stimmen. Die bereits bekannte Zahl der beantragten Briefwahlunterlagen lässt eher darauf schließen, dass die Beteiligung zu gering aus fallen wird.

  • Die Stadt verspricht: Das Konzerthaus füllt sich problemlos wie eine Wundertüte. Vom Autosalon bis zum Jazzkonzert. Dieser Optimismus ruft auch Kritiker auf den Plan, die ihr satirisches Füllhorn ausschütten. „ Der Verband der Autosalon- und Damenschlammcatchveranstalter Deutschlands (VADD) hat in einer Pressemitteilung verlautbart, dass man "unmöglich mehr als 20 Autosalons, Schlammcatchveranstaltungen und Wet-T-Shirt-Contests pro Jahr im Passauer Konzerthaus durchführen könne". So steht es auf der Internetseite www.wahlinfo-passau.de. Dahinter verbirgt sich Karl-Heinz Hasenöhrl, Ex-Mann einer SPD-Stadträtin und kreative Triebfeder einer erfolgreichen Werbeagentur. Apropos Konzerthaus und Jazzkonzerte: Wo finden denn die in München oder Berlin oder in New York oder in London statt? In der Oper? Oder in kleinen Clubs? Lassen wir Herrn Gevatter doch mal raten.
Unabhängiger Journalismus ist abhängig von zahlenden Lesenden

Wenn Sie uns zusätzlich unterstützen wollen, hier können Sie „spenden“.
Hinweis fürs Finanzamt: Zahlungseingänge werden wie Abozahlungen verbucht.
Bürgerblick als gemeinnützige Gesellschaft zu etablieren ist in Arbeit.

15:57
Freitag
23. April 2021
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTUR AM BILDSCHIRM
23.04. | Freitag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
bild_klein_18029.jpg

Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
bild_klein_18080.jpg

Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
In einem Jahr mit 13 Monden
 
bild_klein_18184.jpg

Nach der Filmvorlage von Rainer Werner Fassbinder: Es ist wohl sein verzweifeltestes Werk, weil es aus einer persönlichen Erschütterung entstand, einer Art Selbstanklage. Er schuf es nach dem Selbstmord seines Lebensgefährten, von dem er sich getrennt hatte. Ein Mann, nicht schwul, der sich aus Liebe zu einem Mann zu einer Frau umwandeln lässt. Doch alles zerbricht.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
bild_klein_18286.jpg

Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
bild_klein_18364.jpg

Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
bild_klein_18435.jpg

Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
bild_klein_18642.jpg

Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

Google-Anzeigen