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Nachrichten | Donnerstag, 23. Mai 13

Zu viel Bass im Tunnel

Tanzclub "Liquid" muss schließen

Die seit 1977 bestehende Tanzwirtschaft in der ehemaligen Peschlbrauerei in Passau schließt zum Semesterende. Wiederholte Beschwerden der Hausbewohner über Störung der Nachtruhe hätten ihn bewogen, den Pachtvertrag* nicht mehr zu verlängern, erklärt der Eigentümer. Über das vorzeitige Ende des Betriebs sei er selbst überrascht.

Unter den Namen „Smuggers“, „Cave Club“, aktuell „Liquid“ ist die älteste Diskothek der Stadt mehreren Generationen bekannt. Sie liegt unter der Traditionsgaststätte „Peschlterrasse“ im Neumarkt. Nicht weit entfernt, im selben Stadtviertel, ging und geht die Stadtverwaltung mit vorgezogener Sperrstunde gegen zu laute Nachtlokale ("Shamrock", "Cubana") vor. Das "Liquid" ist von dieser Behördenaktion nicht betroffen. Der Konflikt ist hausgemacht. Bei einer Generalsanierung entstanden in dem alten Brauereigebäude 15 Luxuswohnungen. An vielen Betriebstagen der Diskothek habe man nichts gehört, aber in bestimmten Nächten sei der Musiklärm für die Bewohner unerträglich geworden, sagt der Eigentümer. Eine Erklärung für die Lärmspitzen habe er nicht.

Tanztunnel mit vollem Bass

Die herkömmliche Tanzfläche und Beschallung des „Liquid“ liegt unter der Brauereigaststätte. Sie scheint weniger das Problem zu sein. Für Elektro-Partys, von Studenten organisiert, wird bisweilen eine zweite Tanzfläche in einem Nebengewölbe eröffnet, der sogenannte Tunnel. Die laute, basslastige Musik erschütterte den Kern des Gebäudes, den Wohngebäudetrakt. „Wir haben niegelnagelneue Boxen im Tunnel... heute abend prüfen wir mal, was sich aus unserer neuen Anlage rausholen lässt“, kündigten die Partymacher beispielsweise Ende Februar auf Facebook an.

Der Pachtvertrag  für das „Liquid“ läuft nach wie vor auf einen 44-jährigen Nachtclubbesitzer, der 2008 nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe die Lizenz verlor. Mithilfe seiner Lebensgefährtin gründete er eine Betreibergesellschaft. Sie führt das "Liquid" und seine im selben Stadtviertel liegende  Stammdiskothek „Go“. Vorige Woche, als die Schließung des „Liquid“ intern bereits beschlossen war, kündigte der Pächter über die Heimatzeitung an, dass er einen dritten Tanzclub, das „Noa“ in der Neuen Mitte, übernehmen werde. Der Laden soll wohl Ersatz für das "Liquid" werden.

Gerüchte, dass der "Liquid"-Pachtvertrag gekündigt wird, weil in dem Gewölbe eine Tiefgarage entstehen soll, nennt der Eigentümer „Unsinn“. Dies sei architektonisch überhaupt nicht möglich. Er lasse das Lokal lieber leer stehen, bevor er Wohnungsmieter verliert. Er will nicht ausschließen, dass er irgendwann ein anderes gastronomisches Konzept wieder einziehen lässt, das die Nachtruhe nicht gefährdet.

Die „Liquid“-Leute wollen zum Endspurt bis zur Schlussveranstaltung am 29. Juni noch einmal kräftig auf den Putz hauen. Das Ende des Clubs haben sie heute auf Facebook offiziell mitgeteilt.

*Nachtrag: Der Pachvertrag läuft bis Ende September 2016. Wegen der Lärmbeschwerden ist ein schwebendes Verfahren anhängig. Der Eigentümer legt Wert auf die Feststellung, dass das vorzeitige Ende (Ende Juni) eine Entscheidung der Betreiber ist.

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