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Meinung | Donnerstag, 28. Oktober 21

Immer dieselbe Frage

126. Corona-Toter in Passau: geimpft oder ungeimpft?

In der Stadt Passau hat es den 126. Todesfall gegeben, eine 76-jährige Frau. Geimpft oder ungeimpft?

Zu jedem Coronafall, zu jedem Patienten im Krankenhaus, im Todesfall sowieso, ist für bestimmte Leserinnen und Leser dies die brennende Frage. Der Journalist fragt nach und holt die Antwort ein.

Warum die Auskunft funktioniert? Weil es Pressestellen wie das Passauer OB-Büro gibt, die sofort im Klinikum oder beim Gesundheitsamt nachfragen, innerhalb weniger Stunden die Antwort liefern. Da wird nichts erfunden, vertuscht oder verheimlicht. Diese Telefonate und Nachfragen sind Zeit und Aufwand für beide Seiten. Wir erledigen das für Sie, die Neugierigen, die Zweifelnden und Skeptischen. Von denen wir uns manchmal den Unfug anhören müssen, wir würden „dem Staat dienen.“ Nein, wir Journalistinnen und Journalisten machen so gut es geht unsere Arbeit. Und das oft unter Zeitdruck und für wenig Geld. Der Autor dieser Zeilen ist zudem der freieste Journalist der Welt. Es gibt keinen Verleger, der ihm auf die Finger klopft. Dafür muss er für jeden seiner Fehler selber gerade stehen.

Spanien, Italien, Portugal – alle haben eine höhere Impfquote wie Deutschland. Dafür schäme ich mich. Als Medienvertreter fühle ich mich mitverantwortlich, wenn die Menschen schlecht aufgeklärt sind. Wir googlen nicht nur, wir telefonieren, prüfen die Quellen. Wir schenken der Wissenschaft mehr Glauben als der Politik. Die Wahrheit, die wir manchmal auftischen, ist unbequem und wir können das aushalten. Wir müssen nicht gewählt werden. Journalistinnen und Journalisten, die ihre Arbeit ernst nehmen, sind keine Populisten, sondern Dienstleister und Kontrolleure. Für Ehrlichkeit, für Demokratie; wir sind auch Stimme der Unterdrückten.

Jetzt höre ich manche sagen: "Dann schreib' doch endlich über den Impfzwang, über die Corona-Diktatur, Du Depp!"

Wer Neuland betritt macht Fehler. Das haben wir alle von Corona gelernt. „Auf Sicht fahren“, hat es geheißen. Wir haben die unbekannte Insel "Seuche" betreten, nach jedem Schritt erst hinterher gemerkt, ob wir einsinken oder festen Tritt haben. Was mich am meisten schockiert hat: Dass Mitmenschen aus den Löchern gekrochen sind, die seit jeher Staatsverdrossene waren, dass manche diese Pandemie missbraucht haben, ihre Irrlehren zu verbreiten.

Russland schickt seine Bevölkerung gerade in den härtesten Lockdown seit letztem Sommer. Wer da wohl wieder seine Finger im Spiel hat? Ich kann es Ihnen sagen: die Viren. Denen ist es so was von egal, ob wir die Geduld verlieren. Die geben stumpfsinnig ihr Erbgut weiter so oft es geht. Der schwache Mensch ist ihre Stärke, ihr Feind dessen Forschergeist.

Warum vertraut eine Minderheit mehr auf ihr Immunsystem als auf Wissenschaft und Fortschritt der Medizin? Mit Sicherheit spielt mit, was wir in der persönlichen Umgebung erfahren. Du bist, was du isst. Du denkst, was du liest, sage ich manchmal. Wie hat heute einer so schön auf Twitter geschrieben: Vielleicht hätte es einer Langzeitstudie bedurft, ehe wir das Internet für alle freigeben. Zu spät. Es wirkt nachhaltig schädlich. Die Kommentare und Sprüche auf unseren Netzspalten belegen es.

Noch eine Sache. Das Robert-Koch-Institut drehe sich die Daten hin, wie es sie brauche, glauben manche. Nun, was Stadt und Landkreis Passau anbelangt, vertraue ich tatsächlich mehr meinen Quellen vor der Haustür als denen in Berlin. Entfernung und Instanzen lassen bisweilen Daten schwinden; da werden Adressen falsch zugeordnet oder für ein Häkchen sind bestimmte Kriterien nicht erfüllt. So erklärt sich, dass die Corona-Todeszahlen aus erster Hand im Landkreis bei 400, in der Stadt Passau bei 126 liegen, während die RKI-Statistik 384 und 119 nennt. Warum sollten die Kommunen und Gebietskörperschaften, die doch besser gut dastehen wollen, übertreiben?

Die Meinung zu Maske und Spritze hat zum Krach in Familien geführt und Freundschaften zerstört. Dabei sind sich beide Seiten einig, Freiheit ist ein hohes Gut. Aber sie lässt sich nur genießen, wenn eine Gesellschaft, wenn jeder Einzelne gut geschützt und bei guter Gesundheit ist. 

Der Rückruf von der Rathauspressestelle kommt: Die 76-jährige Frau ist im Klinikum Passau verstorben und war - ungeimpft.

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