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Meinung | Mittwoch, 22. Januar 20

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Private Unterhaltung oder Handwerkszeug eines Journalisten? Finanzprüfer sind der Meinung, dass Zeitungslektüre "Unterhaltung" und Theaterbesuche "Kunstgenuss" seien; das Berufsbild eines Journalisten erschließt sich ihnen nicht.
In eigener Sache

EW-Gewinner, bitte melden!

Waren Sie in den Jahren 2015 oder 2016 beim Bürgerblick-Rätsel Gewinner von Eintrittskarten für die Sommerfestspiele Europäische Wochen?

Wenn Sie uns dies bitte mit Namen, Adresse und soweit Sie es in Erinnerung haben mit der Bezeichnung des Konzertes mitteilen, wäre uns sehr geholfen. Es geht um eine Betriebsprüfung, mit der uns das Finanzamt Passau seit sechs Monaten beschäftigt.

Mit bis zu 1.800 Euro jährlich hat Bürgerblick die Festspiele durch Kartenkäufe unterstützt; die Tickets wurden vollumfänglich an die Gewinner weitergegeben. Die Reporter selbst, wollten sie Konzerte besuchen, könnten kostenlose Pressekarten anfordern. Die Prüfer vom Finanzamt wollen diese Ausgaben nunmehr nicht anerkennen, da der Einzelnachweis der Gewinner nicht erbracht werden könne. Sie gehen – wohl aus schlechter Erfahrung – vom schlimmsten Verdacht aus, die Karten seien weiterverkauft oder an Freunde und Bekannte verschenkt worden.

Dem Datenschutz verpflichtet haben wir die Einsendungen und Adressen der Gewinner nicht gespeichert. Die Übergabe der Gewinnerkarten ist nach der schriftlichen Verständigung über die Kasse der "Europäischen Wochen" erfolgt, in Einzelfällen erfolgte die Übergabe in der Redaktion und -  wenn der Gewinner zugestimmt hat, - mit einem Foto. In den veröffentlichten Beiträgen sind die Namen erwähnt, nicht aber deren Adresse.

Mit Ihrer Zuschrift ab info@buergerblick.de könnten wir den Verwendungszweck belegen.

Die Ausgaben über die betroffenen Jahre 2015 und 2016 summieren sich auf 3.084 Euro. Die Prüfer wollen diese bis dato nicht als steuermindernd anerkennen. Umgekehrt werden Einnahmen aus Werbeschaltungen durch die "Europäischen Wochen", welche die Steuerlast erhöhen, nicht infrage gestellt.

Wie die Passauer Finanzamtschefin auf Nachfrage bestätigte, erfolgt die Betriebsprüfung vor dem Hintergrund einer anonymen Anzeige. Die Nachforschungen nach möglicherweise versteckten Einnahmequellen führten dazu, dass Betriebsprüfer die private Wohngemeinschaft des Reporters besichtigten und kontrollierten. Es dürfte die erste Passauer Wohngemeinschaft sein, die einer solchen Prüfung unterzogen worden ist, mutmaßt ein Steuerberater.

Weder die Theaterkarten für Premierenrezensionen – Bürgerblick-Reporter haben nach amerikanischem Vorbild ein kostenpflichtes Abo gebucht, um das Kulturangebot wertzuschätzen und eine kritische Distanz zu wahren - noch Zeitungs- und Zeitschriftenabos, welche zum Handwerkszeug eines Journalisten gehören, wollen die Prüfer als Ausgaben anerkennen.

Aufmerksame Lesende werden bemerkt haben, dass die Produktivität dieses Nachrichtenmagazin, hinter dem kein Verlag, sondern ein freier Journalist steckt, hervorgerufen durch diese besonderen Umstände etwas leidet. Wir bitten um Nachsicht.

Mehr dazu im nächsten Heft.

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16:27
Donnerstag
22. Oktober 2020
 
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KULTURKALENDER
22.10. | Donnerstag
PRODUZENTENGALERIE
Ernst Zahnweh - Stahl, Keramik, Malerei
 

Bilder, Objekte und Installationen des Münchner Autodidakts Ernst Zahnweh, der seit mehr als 35 Jahren künstlerisch tätig ist. Ausstellung bis zum 25.10 immer donnerstags bis sonntags von 15-17 Uhr. 


15:00 Uhr | Eintritt frei
SCHARFRICHTERHAUS
Sulaiman Masomi: Morgen-Land
 
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Den Zuschauer erwarten kluge Beobachtungen und witzige, teils tiefgründe Alltagsgeschichten des Krefelder Rappers und Poetry-Slammers. Gewinner des Scharfrichterbeils 2018.


20:00 Uhr | 25,20 Euro
CINEPLEX
Der jenseitige Abgrund
 

Die österreichische Dokumentarfilmerin Sabine Fuchs geht gemeinsam mit einer Gruppe von Aktivisten und Aktvisitinnen den Globalisierungsprotesten nach den Anschlägen des 11. Septembers auf den Grund. Im Zentrum steht die Frage, wie es zum gewaltsamen Ende dieser Proteste kam.


20:00 Uhr | ab 6,80 Euro

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