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Meinung | Sonntag, 15. März 20

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OB Jürgen Dupper. Vom fleißigen Händeschüttler zum knallharten Corona-Krisenmanager. (Foto: Tobias Köhler)
OB-Wahl in Passau

Klarer Vorsprung für Krisenmanager Dupper

Die bayerischen Kommunalwahlen mitten in der heranbrechenden Katastrophe einer Pandemie abzuhalten, ist in vielerlei Hinsicht ein Fehler gewesen.

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Schnellergebnis: Knapp 55 Prozent für den amtierenden Dupper (SPD), 20 für Steiner (CSU), je knapp 9 für Mangold (ÖDP) und Auer (Grüne).
So gesehen ist das Wahlergebnis, wie es sich bei der OB-Wahl in der Stadt Passau zeigt, zunächst beruhigend. Ein erprobter Krisenmanager, der bei der Flut 2013 und bei der Flüchtlingskrise 2015 das Ruder geführt hat, bleibt der Kapitän: SPD-Oberbürgermeister Jürgen Dupper. Er kann ungeschlagen in seine dritte Amtszeit gehen.

Inmitten einer Krise, der Autor nennt sie mittlerweile Katastrophe, weil die Welt aus den Fugen geraten ist, weil die Menschen nicht die Kraft haben, das zu leisten, was ihnen die Wissenden aufgetragen haben, inmitten einer Katastrophe also wechselt man nicht die Schaltstellen, die Stadtparlamente und Gemeinderäte. Denn jetzt ist Erfahrung und Ruhe gefragt. Zumindest bis der Sturm vorüber ist. Corona-Zeiten sind keine Wahlzeiten. Das verschwendet nur Kräfte.

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Die Stimmen im Detail.
Die Verantwortlichen für diese Wahl müssen sich einen zweiten Schuh anziehen: Sie haben eine Bevölkerung, die zur eigenen Sicherheit und vor allem zum Schutz ihrer schwächsten Mitglieder, Zuhause bleiben sollte, auf die Straße getrieben, in die Wahllokale. Jeder, der ein bisschen medizinischen Fachverstand hat, muss entsetzt sein darüber, weil dieser Wahlsonntag die Ausbreitung des Virus verschärft hat. Es wird sich natürlich nie beweisen lassen. Aber der rege Wahlbetrieb hat das Land bei der Eindämmung der Pandemie wahrscheinlich um Tage zurückgeworfen. Wo doch Zeit gewinnen und konsequentes Handeln jetzt so kostbar wären.

Die alten und die neuen Politiker, die heute Nacht in Bayern an die Schaltstellen der Macht gewählt werden, sind nicht zu beneiden. Sie haben die große Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger nach dem Stillstand aus einem tiefen Tal zu führen; oder schlimmer noch, die Zeit wird es zeigen, vor einem noch tieferen Abgrund zu bewahren.

Passau ist dank Dupper erprobt in der Krise. Die Wahl ist geschlagen. Der alte und neue OB, ja wir alle haben gelernt, dass die Zeit des Händeschüttelns vorbei ist. Umso wichtiger ist es, dass sich jetzt alle Vertreter der demokratischen Parteien symbolisch die Hand geben. Zusammenstehen, konsequent handeln, bewahren, was lebensnotwendig ist. Vielleicht weniger Wachstum und mehr Weitblick. Nicht den Spatenstiche feiern, sondern Mutter Erde, wenn wir ihr ein Stück Natur zurückgeben; für den Menschen Freiräume schaffen, denn an frischer Luft, so sagen die Ärzte, lässt sich das Virus am besten aushusten ohne anderen zu schaden. 

Gemeinsam gehen wir in Klausur. Zeit zum Nachdenken, wie wir es künftig besser machen.

Hubert Jakob Denk 

Nachtrag zur Stadtratswahl. Welche Hochzeit wählt der rote Riese?
 

  • Wenn Dupper (SPD) sich wie zu Beginn seiner Amtszeit mit ÖDP und Grüne vermählt: 55 Prozent.
  • Mit der (Bau-)Groko Rot-Schwarz, die er im Stadtrat bereits oft pflegt, sind es 47 Prozent. Die AfD mit gut 6 Prozent dient als ultrakonservativer Füller.

Fest steht: CSU-Herausforderer Steiner bleibt als Tourismusdirektor in Linz - und CSU-Fraktioonschef Armin Dickl könnte mit Duppers Gnaden als zweiter Bürgermeister fungieren.

Die legale Tarnliste der Nachwuchs-CSU namens "Zukunft Passau" liegt mit knapp 2 Prozent weit abgeschlagen - und ist wohl raus. Die Studenten und Neubürger haben sich trotz der vielen Studenten auf der Liste nicht blenden lassen.

Die Freien Wähler haben sich mit Wechslerin Erika Träger (ehemals Grüne) offenbar keinen Gefallen getan.

Die FDP hat mit Wechslerin Christa Tausch (ehemals Grüne) nicht wirklich Wähler gezogen.















 

 




 

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04. Juli 2020
 
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Oper und Operette im Stil der 20er Jahre. Im Innenhof der Veste begleitet Generalmusikdirektor Basil Coleman am Klavier die Sopranistin Yitian Luan, den Mezzosopranistin Reinhild Buchmeyer und den Tenor Jeffrey Nardone.
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Martin Frank & Franziska Wanninger
 
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Sie haben 2018 ihr erstes gemeinsames Kabarettprogramm „Wia d’Semmel so da Knödel“ genannt. Martin Frank, der niederbayerische Landwirtssohn, und Franziska Wanninger, die G´studierte aus Oberbayern. Es geht um Dialekt, Kirche, Liebe und allerlei Alltagsprobleme.


19:30 Uhr | ab 25,50 Euro
RATHAUS-INNENHOF
Quartett Reedguard
 
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Das „Saxophonquartett Reedguard“ spielt Jazz und Balladen, Salsa und Swing. Das Besondere: Die vier Musiker verzichten völlig auf eine Rhythmusgruppe, der Fokus liegt ganz auf ihren Instrumenten.


20:00 Uhr | Eintritt frei, Reservierung erforderlich

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