Google-Anzeigen

Meinung | Donnerstag, 18. November 21

bild_klein_19815.jpg
Auf ganzer Linie versagt

Ohne Befreiungsschlag wird Deutschland bald 100.000 Corona-Tote schreiben

Kindergärten und Rathäuser, Schlachthöfe und Schulen. Krankheitsfälle und Quarantäne lassen da wie dort den Betrieb zusammenbrechen. Wer im exponentiellen Wachstum einer Seuche nicht sofort reagiert, wird von den Folgen überrollt. 

Die Reaktion seit Tagen in Deutschland: Talkshows statt Taten. Endlose Debatten über Impflicht, „Boostern“ und Teststrategien. Die Mitwirkenden sprechen in blödsinnigen Bildern von "Sommerreifen im Winter", während, um in ihrer Sprache zu bleiben, die Schneelawine das Auto verschüttet und die Bereifung keine Rolle mehr spielt.

Der Bundestag in Berlin will heute beschließen, wie die vierte Welle zu brechen sei. Jeder kennt die Antwort, aber sie wird nicht diskutiert: Nur ein schlagartiger Stillstand des öffentlichen Lebens für mindestens zehn Tage brächte den Befreiungsschlag. 

Warum haben wir es so weit kommen lassen? Jeder muss sich diese Frage stellen. Politikerinnen und Bürger, Regierende und Regierte. Und vor allem die Impfunwilligen und Quertreiber, die dazu beigetragen haben, dass dieses Land den notwendigen Schutzfaktor nicht erreicht hat. Wir haben diesen Sommer wieder nichts gelernt. Wir haben die Koffer für den Urlaub gepackt, um abzuschalten statt uns mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen und Vorbereitungen für den Herbst zu treffen. Erst der Wahlkampf, dann das Vakuum des Regierungswechsels. Die Mitwirkenden handeln nach der Devise: Bloß keinen Aufschrei der lauten Minderheit provozieren, den Lobbys dienen und gefällig bleiben. 

Mittlerweile sterben im Viertagesrhythmus wieder 1.000 Menschen in der Pandemie. Haben Sie je in den letzten Tagen vernommen, dass sich ein Verantwortlicher öffentlich darüber entsetzte? Keine Impfpflicht, keine Drittimpfungen und keine Testserien können diese Tragödie wirkungsvoll und zeitnah beenden. Das Virus verbreitet sich dann nicht mehr, wenn sich Menschen an Hygieneregeln halten und möglichst selten begegnen. Impfungen bilden eine zusätzliche Barriere. Sie ist bei uns nicht hoch genug. Da nicht alle verstehen oder verstehen wollen, was in der Pandemie geboten ist, um Gefahren und Folgen abzuwenden, braucht es Verbote. So einfach ist das. 

Deutschland, wenn kein Wunder geschieht, kann sich noch in diesem Monat den 100.000. Toten in die Corona-Chronik schreiben. Statistisch gesehen sterben 8 Menschen in diesem Land täglich durch Unfälle im Straßenverkehr, die Todeszahlen in der Pandemie: 264 heute, 294 gestern und 265 vorgestern. Die Gesichter der Verantwortlichen, die das Leid von Tausenden Angehörigen mit ihrem Gewissen vereinbaren müssen, kennen wir. Sie sitzen in der alten Regierung und in den Koalitionsverhandlungen und treten heute ans Redepult des Bundestages. 

Die Pandemie demaskiert ein Land, in dem Egoismus das Sagen hat; das taub ist gegenüber der Wissenschaft, weil der Markt diktiert. Immer mehr Leidtragende und Entkräftete dieser Misere werfen hin. Beatmungsmaschinen und Sauerstoffflaschen sind nutzlos, wenn der Mensch fehlt, der sie bedient. 

1.007 und 582. Das sind heute die Inzidenzwerte des Landkreises Passau und der Stadt, die als Impfhochburg etwas besser dasteht. Sie grenzt im Osten an den Bezirk Schärding, der heute den schockierenden Wert 2.390 ausweist. Österreich zeigt uns, dass eine Ausgangssperre der Ungeimpften auf dem Papier, die sich in der Masse nicht kontrollieren lässt, keine rasche Abhilfe bringt. Es müssen alle mitziehen, auch die Geimpften.

Hubert Jakob Denk

Unabhängiger Journalismus ist abhängig von zahlenden Lesenden

Wenn Sie uns zusätzlich unterstützen wollen, hier können Sie „spenden“.
Hinweis fürs Finanzamt: Zahlungseingänge werden wie Abozahlungen verbucht.
Bürgerblick als gemeinnützige Gesellschaft zu etablieren ist in Arbeit.

03:32
Montag
29. November 2021
 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

SOCIAL MEDIA

KULTURKALENDAR
29.11. | Montag
CAFÉ DUFTLEBEN
"Be Cool"
 
bild_klein_19674.jpg

Sängerin und Pianistin Katharina Müller aus dem Musikerkollektiv "Knusprige Wimpern" spielt mit dem Gitarristen und Pianisten Jan Korinek als Duo "Be Cool". 


19:00 Uhr | freier Eintritt
DREILÄNDERHALLE
Queen-Nacht
 
bild_klein_19673.jpg

"Gary Mullen and The Works" imitieren die britische Band "Queen". Gary Mullen verkleidet sich und singt als Frontmann Freddie Mercury.


20:00 Uhr | ab 42 Euro

Google-Anzeigen