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Nachrichten | Samstag, 22. Januar 22

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Blick vom Maxdenkmal zur AfD-Versammlung, im Hintergrund die Kette der Antifa. (Foto: mediendenk)
Corona-Demos

Antifa gegen AfD: Schreierei am Passauer Domplatz

Wer schreit, hat keine Argumente? Falls dies zuträfe, wäre der Passauer Domplatz heute Tummelplatz der Leerdenker gewesen.

Menschen mit Mikrofon schreien sich trotz Verstärker die Kehlen heiser. Gegenüber halten Skandierende in Lautstärke dagegen. Etwa 80 Leute auf beiden Seiten und 20 Meter Abstand dazwischen. Den leeren Raum füllt ein Teil der Dutzenden Polizeikräfte, die als Beobachter, Bewacher und Beschützer dieser angemeldeten Demos aufgezogen sind. "Heute ist Stadler besonders laut", merkt ein Beobachter der Exekutive an.

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Blick von der linken Gegendemo zur AfD-Versammlung, dazwischen Polizeikräfte. (Foto: mediendenk)
Es war der vierte Coronademosamstag, den AfD-Landtagsabgeordneter Ralf Stadler ausgerufen hat. Dessen Anhänger schmelzen seit dem Höchststand beim Auftakt zum Neujahrstag, 250 Köpfe, zunehmend ab; heute auf ein Drittel.

Stattdessen ist montags 20 Kilometer flussaufwärts die Stadt Vilshofen zum Pilgerort der Coronamaßnahmengegner, Impfunwilligen und Staatsverdrossenen geworden. Dort reagiert ebenfalls ein SPD-Bürgermeister, aber dessen Stadtrat gibt dieser Klientel die Freiheit zu marschieren. In Passau sind nur stationäre Kundgebungen unter Maskenpflicht erlaubt.

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Einsatzleiter der Polizeiinspektion und der Zentralen Einsatzdienste beobachten das Demo-Geschehen vom Rande aus. (Foto: mediendenk)
Vilshofen zählte am letzten Montag mehr als zehnmal so viele Leute wie heute Passau: 900. Das Wochenmagazin „Die Zeit“ hat dieses Phänomen in einer Reportage beleuchtet. Was macht dieses Donaustädtchen so attraktiv? Die Antwort hat mehrere Bestandteile: die bereits genannte Marscherlaubnis; die fehlenden Gegendemos, die strategisch wichtige Punkte besetzen, in Passau war es heute wieder vier; keiner fühlt sich abgeschreckt
vom AfD-Stempel, denn als Versammlungsleiter tritt ein augenscheinlich politisch neutraler Mann auf, ein Berufsesoteriker, dessen Geschäftsmodell daraus besteht, „belebtes Wasser“ zu vermarkten.

Zurück zum Domplatz: Das turbulente Demogeschehen vor einer katholischen Kathadrale hätten einen unbedarften Beobachter heute vermuten lassen, dass die Proteste einen ganz anderen, einen aktuellen Hintergrund haben.

Als sich Gegendemonstranten mit Anti-AfD-Schild und dem Transparent "Menschenrechte statt rechte Menschen" im Rücken der AfD-Kundgebung, am Maxdenkmal postieren,verliert Stadler die Nerven. "Ja wo hamma denn mia!", ruft er, man lasse sich nicht alles gefallen. Er entreißt den Provokateuren das Propaganda-Material. Beamte des Einsatzzuges klären die Lage. Der linke "Infoticker Passau" hat das kurze Schauspiel auf Video festgehalten und auf Twitter veröffentlicht.

hud

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