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Nachrichten | Sonntag, 18. Oktober 20

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Neu im Schilderwald der Innenstadt: "Maskenpflicht". Innstadt, Kapuzinerstraße. (Foto: mediendenk)
Pandemie

Corona: Wo Maskenpflicht scheitert

„Die Sachlage ändert sich täglich, das ist wirklich nicht einfach“, sagt ein Polizeibeamter.

Wie viele Leute dürfen maximal zusammenkommen? Wo herrscht Maskenpflicht? Bürgerinnen und Bürger müssen sich laufend neu orientieren, ebenso die Polizeikräfte, die das alles kontrollieren sollen. Dabei dürften die Grundregeln nach sieben Monaten in der Pandemie allen klar sein. Abstand halten, Kontakte auf das Notwendige beschränken, mit Mundnasenbedeckung dazu beitragen, dass sich weniger Tröpfchen – der hauptsächliche Ansteckungsweg - verbreiten.

Passau: Hinweisschilder sind nicht zu übersehen
Die Stadt Passau hat mithilfe ihrer Bauhofleute in Nachtarbeit dafür gesorgt, dass bei der Maskenpflicht im Freien die Orientierung einfach ist: Dutzende Hinweisschilder „Maskenpflicht“ sind aufgestellt worden. An allen Zugängen der betroffenen Innenstadt und darüber hinaus an Plätzen und Uferpromenaden.

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Wo Beten nicht mehr hilft, hilft der Mundnasenschutz. Wallfahrtstreppe zum Kloster Mariahilf. (Foto: mediendenk)
Trotzdem trudeln Nachrichten empörter Mitbürger wie diese ein: „19.30 Uhr. ZOB bis Fußgängerzone ca. 300 Menschen, davon tragen 20 eine Maske. Polizei Fehlanzeige.“ „22.15 Uhr: Polizei fährt gerade durch die Fuzo. So gut wie keiner trägt Maske, Polizei macht nichts!“ Dann heute Vormittag: „War gerade eineinhalb Stunden am Inn und dann in der Fuzo unterwegs Im Moment trägt vielleicht höchstens einer vor zehn Maske.“

Nachtrag: Am Sonntag erhielt die Redaktion Rückmeldungen, dass etwa 80 Prozent der Menschen die neue Mundnasenschutzbedeckungspfficht akzeptieren.

Von einem Vertreter der Polizeiinspektion heißt es auf Nachfrage, die Nachtschicht habe keine Einträge im Protokoll hinterlassen, die Probleme mit den Infektionsschutzmaßnahmen aufzeigten. Die Bürger würden sich offenbar gut an die Vorschriften halten, die Beamten würden darauf hinweisen.

Im Landkreis Passau herrschen bereits heute die verschärften Regeln (rote Ampel): Zusammenkunft von maximal fünf Leuten oder zwei Haushalte; im Stadtgebiet (gelbe Ampel) maximal zehn Leute. Die Maskenpflicht ist ausgedehnt worden auf alle Orte, an denen die Menschen - auch im Freien - keinen Mindestabstand einhalten können.

Innenstadt: Mit Bier und Zigarette und ohne Maske
Passau hat nicht die Partymeilen der Metropolen, aber Menschenansammlungen gibt es auch hier. Die Gäste treffen sich zur Geselligkeit oft lieber vor den Lokalen an frischer Luft. Hier sie stehen eng beieinander - aber keiner trägt Mundnasenschutz. Trotz neuer Maskenpflicht in der Innenstadt und fehlendem Abstand. Die Flasche Bier oder Zigarette in der Hand erklärt es. Wie sollen sie sonst trinken oder rauchen? Der Mundnasenschutz dürfte streng genommen nur am Sitzplatz abgenommen werden. In der Innenstadt-Gastronomie braucht es auf den Freiplätzen neue Lösungen.

Die Bahnfahrer kennen diese Maskenmuffel: Sie halten sich die ganze Fahrt über an einem Sandwich fest und kauen. Die Maskenmuffel der Innenstadt greifen zur Zigarette. "Das Rauchen im Freien kann mir keiner verbieten", schreibt eine Landkreisbürgerin.

Die Lauten sind die Gefährlichsten
Der Mündige und Aufgeklärte hat es einfach. Er muss nicht dauernd nachfragen, wie streng die Regeln und wo die Grenzen sind. Er weiß, wie Tröpfcheninfektion funktioniert und vermeidet das Risiko der Übertragung: Abstand und wenig Kontakte. Die Mundnasenbedeckung hilft, dass der Sprechende, Lachende, Hustende, Niesende weniger Tröpfchen (Aerosole) verteilt. Welches Nebelwölkchen der Mensch bereits beim Atmen ausstößt, kennt jeder gut sichtbar bei kalter Luft. Die Lauten verteilen die meisten Aerosole. Dies führt vor allem in geschlossenen Räumen zu hoher Ansteckungsgefahr. Der Lärmpegel in manchen Lokalen zeigt, dass vielen Menschen dieses Bewusstsein fehlt.

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16:13
Donnerstag
22. Oktober 2020
 
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KULTURKALENDER
22.10. | Donnerstag
PRODUZENTENGALERIE
Ernst Zahnweh - Stahl, Keramik, Malerei
 

Bilder, Objekte und Installationen des Münchner Autodidakts Ernst Zahnweh, der seit mehr als 35 Jahren künstlerisch tätig ist. Ausstellung bis zum 25.10 immer donnerstags bis sonntags von 15-17 Uhr. 


15:00 Uhr | Eintritt frei
SCHARFRICHTERHAUS
Sulaiman Masomi: Morgen-Land
 
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Den Zuschauer erwarten kluge Beobachtungen und witzige, teils tiefgründe Alltagsgeschichten des Krefelder Rappers und Poetry-Slammers. Gewinner des Scharfrichterbeils 2018.


20:00 Uhr | 25,20 Euro
CINEPLEX
Der jenseitige Abgrund
 

Die österreichische Dokumentarfilmerin Sabine Fuchs geht gemeinsam mit einer Gruppe von Aktivisten und Aktvisitinnen den Globalisierungsprotesten nach den Anschlägen des 11. Septembers auf den Grund. Im Zentrum steht die Frage, wie es zum gewaltsamen Ende dieser Proteste kam.


20:00 Uhr | ab 6,80 Euro

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