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Nachrichten | Sonntag, 28. Februar 21

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Kontrollstelle der Bundespolizei für Einreisende aus Österreich, auch Tanktouristen, in der Nähe vom Grenzübergang Passau-Achleiten. (Foto: mediendenk)
Tanken in Österreich

„Dann doch lieber nicht“

Eine Freundin habe ihr erzählt, dass sie letzte Woche problemlos auf der anderen Seite der Grenze getankt hat. Also ist sie am heutigen Sonntag mit ihrem dunkelgrauen Japaner, Kennzeichen „Passau Land“, Richtung Achleiten gefahren. Doch jetzt steht sie an der bayerischen Grenztankstelle, bedient den SB-Automaten und ärgert sich. „Haben Sie den Preis gesehen? Schon eine Frechheit!“ Der Liter Diesel kostet 1,25 Euro. Drüben sei der Sprit zuletzt 10 Cent günstiger gewesen, sagt sie. Sie sei beruflich aufs Auto angewiesen.

Die Fahrt über die Grenze zur österreichischen Zapfsäule hat sie abgebrochen, als sie sie stehen sah: ein Kombi der Bundespolizei, zwei Beamte mit Masken, für Einreisende kaum einsehbar hinter einem Wäldchen auf einem Feldweg.

Falls ihr Tank fast leer war und der Sprit drüben wirklich so günstig ist, wie sie annimmt, dann hat sie wegen der Corona-Grenzsperre jetzt wohl 4 Euro eingebüßt. Sie geht nochmals zurück zum Automaten und drückt das Knöpfchen "Beleg ausdrucken". „Sicher ist sicher, falls sie mich doch noch kontrollieren“, sagt sie. Ob das Tanken drüben tatsächlich nicht erlaubt ist, diese Frage lässt ihr keine Ruhe. Dem Reporter glaubt sie nicht. „Ich werde auf der Rückfahrt anhalten und fragen“, kündigt sie an. Das macht sie dann auch.

Tanken in Österreich: Bußgeld von 250 Euro droht
Die Beamten sind gerade mit einem Pärchen beschäftigt, das offenbar ohne Kenntnis der Quarantäneregeln aus Österreich zurückgekommen ist. Ein weißer Wagen mit Passauer Kennzeichen. Der hochgewachsene Beamte, dem Dialekt nach zu beurteilen aus dem Brandenburger Raum, gibt schließlich der Landkreisbürgerin geduldig Auskunft: Wer in Österreich war und die Einreisequarantäne nicht angemeldet hat, wird wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung angezeigt. Der Bußgeldbescheid liegt standardmäßig bei 250 Euro. „Ja, wir machen Stichproben“. Es gebe tatsächlich einige Leute, die die Regelung angeblich nicht kennen, sagt der Beamte auf Nachfrage. Er lobt die Mentalität der Leute hier, freundlich, aber direkt. „Die ganz im Norden und ganz im Süden, die unterscheiden sich nicht, nur dazwischen gibt es ein Problem.“

An sonnigen Sonntagen flutet normalerweise der Ausflugsverkehr von und nach Österreich die Stadtteile am Inn. Heute ist es ruhig. Überhaupt keine Tanktouristen? Einige wenige am Steuer durstiger Sportwagen und SUVs, die auf der Wiener Straße entgegenkommen, lassen vermuten, dass sie dasselbe Ziel ansteuern wie die oben Beschriebene. Ob sie auch die Brandenburger Bundespolizisten erblicken und sich sagen „Dann doch lieber nicht“? Viele der Vorgewarnten biegen aus Verlegenheit in die bayerische Grenztankstelle ein und bedienen den SB-Automaten. Der Inhaber, der seit Jahrzehnten ein Leidtragender des Tanktourismus ist, dürfte sich freuen.

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16:30
Freitag
23. April 2021
 
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KULTUR AM BILDSCHIRM
23.04. | Freitag
OPERNHAUS
Die unsichtbare Hand
 
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Schauspiel des New Yorker Autoren Ayad Akhtar in der Mediathek. Banker Nick wird zur Geisel einer islamistischen Splittergruppe und will sich seine 10 Millionen Euro Lösegeld selbst an der Börse verdienen. Bald gerät er in die Fesseln der allumfassendes Macht des Marktes. Regie: Heinz Oliver Karbus. 


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Madama Butterfly
 
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Giacomo Puccinins weltberühmte Oper weltberühmte Oper erzählt die tragische Liebesgeschichte der Geisha Cio-Cio-San (Yitian Luan), die vom in Japan stationierten Offizier Pinkerton (Jeffrey Nardone) mit einem Kind sitzengelassen wird. Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
In einem Jahr mit 13 Monden
 
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Nach der Filmvorlage von Rainer Werner Fassbinder: Es ist wohl sein verzweifeltestes Werk, weil es aus einer persönlichen Erschütterung entstand, einer Art Selbstanklage. Er schuf es nach dem Selbstmord seines Lebensgefährten, von dem er sich getrennt hatte. Ein Mann, nicht schwul, der sich aus Liebe zu einem Mann zu einer Frau umwandeln lässt. Doch alles zerbricht.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zauberflöte
 
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Die wohl bekannteste Oper von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1791. Sie erzählt nach einer Geschichte des Straubingers Emanuel Schikaneder vom Prinzen Tamino, der sich in phantastischen Welten beweisen muss. Musikalisch verschmelzen hochdramatische Arien und volksliedhafte Gesänge.


12:00 Uhr | ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Fledermaus
 
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Verwechslungskomödie von Johann Strauß (1825–1899) um den leichtlebigen Gabriel von Eisenstein (Peter Tilch) und seine untreue Frau Rosalinde (Henrike Henoch). Gilt als Klassiker der Wiener Operettenära und zeigt eine dekadente Gesellschaft. Intendant Stefan Tilch verlegt das Stück ins Pandemiejahr 2020.


12:00 Uhr | Eintritt frei
OPERNHAUS
Urfaust
 
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Johann Wolfgang von Goethes Prosastück aus dem Jahr 1775. Eine Tragödie nach der Volkssage um Doktor Faustus. In den Hauptrollen: Ursula Erb als Mephisto sowie Julian Ricker als Faust. Regie: Peter Oberdorf.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro
OPERNHAUS
Die Zofen
 
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Die Schwestern und Zofen Claire (Friederike Baldin) und Solange (Ella Schulz) spielen in der Abwesenheit ihrer Arbeitgeberin (Antonia Reidel) "Herrin und Dienerin". Nachdem der versuchte Mord der "gnädigen Frau" daneben geht, vergiftet die eine den Tee der anderen. Ein Schauspiel von Jean Genet (1910-1986). Regie: Markus Bartl.


12:00 Uhr | Ab 6 Euro

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