Nachrichten | Friday, 27. February 26

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Das rote Amtsgericht in der südlichen Altstadt, Menschentrauben am Innkai, Polizeihubschrauber, Polizeiwagen im Einsatz. (Fotos: mediendenk)
Nachmittag im Winterfrühling

Flucht nach Gerichtstermin: Polizei sucht 22-jährigen Mann in Passau

18 Grad, Sonne, volle Terrassen. Während Passau am Freitag das frühlingshafte Wetter feiert, sucht die Polizei einen jungen Mann auf der Flucht – möglicherweise noch in Handschellen.

Am Innkai, auf der Sonnenseite des Gebirgsflusses, bilden sich Menschentrauben, nachdem sich nach dem Zwölfuhrläuten der Nebel lichtet und Sonne vom blauen Himmel strahlt. Die Freiplätze der Cafés füllen sich, Stühle werden knapp. Andere zieht es auf Balkone und Dachterrassen. Sonne und Wärme sorgen für ausgelassene Stimmung. Doch warum kreist über der Stadt ein Polizeihubschrauber?

Inmitten des Gewusels halten die Besatzung in der Luft und die Einsatzkräfte am Boden Ausschau nach einem jungen Mann auf der Flucht, der sich mit Handschellen gefesselt seinen Bewachern entzogen hat.

Immer wieder heulen Sirenen auf, Blaulichtfahrzeuge durchqueren die Stadt. Kontrollen sorgen für Verkehrsstaus. Später patrouillieren Fußstreifen an der Innpromenade, Beamte beziehen Stellung an den Brückenköpfen. Auch die Bundespolizei am Hauptbahnhof sowie an den Grenzübergängen ist alarmiert.

Was ist geschehen? Am späten Vormittag war der 22-jährige Mann dem Haftrichter am Amtsgericht in der Schustergasse vorgeführt worden. Zuvor hatte er die Nacht in der Arrestzelle der Polizeiinspektion verbracht. Grundlage der Vorführung war ein von der Staatsanwaltschaft Passau erwirkter Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung. Nachdem der Haftrichter den Haftbefehl eröffnet und in Vollzug gesetzt hatte, sollte der Mann von zwei Beamten der Landespolizei in das Stadtgefängnis in der Theresienstraße gebracht werden. Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes gelang dem an den Händen gefesselten Mann gegen 11.15 Uhr auf dem Weg zu einem geparkten Polizeifahrzeug die Flucht in Richtung Stadtmitte. Vermutlich entzog er sich über eine der schmalen Gassen zum Inn hin dem Zugriff seiner Bewacher. Am Innkai waren zu dieser Zeit Leute vom Bauhof mit ihren Fahrzeugen unterwegs, den Fußweg nach der Überschwemmung vom Sand zu befreien.

Der Geflüchtete ist bis jetzt – Stand 20 Uhr – erfolgreich untergetaucht. Ob er die Handschellen noch trägt, ist unklar. Es gebe Möglichkeiten, sich zu befreien, sagt ein Polizeibeamter am Abend – etwa mit Werkzeug. Auch sogenannte Generalschlüssel kursierten als Gerücht.

Das Bemühen der Einsatzkräfte, den Flüchtigen noch vor Einbruch der Dunkelheit aufzuspüren, ist gescheitert. Der Mann soll zudem bereits im Vorjahr wegen Körperverletzungsdelikten aufgefallen sein.

Der Polizeihubschrauber war aus München eingeflogen, die Flugzeit beträgt rund eine halbe Stunde. Die Suchaktion mit den auffälligen Polizeieinsätzen war Gesprächsthema auf Plätzen und Terrassen.

Der Flüchtige ist 181 Zentimeter groß, hat braune Augen sowie dunkle, kurze, lockige Haare. Geboren wurde er laut Fotofahndung des Polizeipräsidiums Straubing in Raqa in der Arabischen Republik Syrien. Zudem trägt er Tätowierungen an der linken Hand und am linken Oberarm. Er hört auf den Namen Alomar.

red

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