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Nachrichten | Montag, 01. August 22

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1 Kubikmeter Gas entspricht etwa 10 Kilowattstunden. Das entspricht zehnmal einer durchschnittlichen Fünfminutendusche, bei der jeweils 60 Liter Frischwasser von 18 auf 36 Grad erwärmt werden. (Foto: mediendenk)
Düstere Prognosen

Gasstopp im Winter: Nach dreieinhalb Stunden wäre in Passau der Ofen aus

Eine elektrisierende Pressemitteilung schickt heute früh das Passauer Rathaus: Wenn die Gasversorgung wegen Gasmangels zusammenbrechen sollte, würden an einem Wintertag innerhalb von dreieinhalb Stunden die Gasbrenner und Gasheizungen ausgehen.

9.000 der 35.000 Passauer Haushalte sind laut unserem Sommerinterview mit Oberbürgermeister Dupper (siehe aktuelles Heft Nr. 157) vom Erdgas abhängig. Hinzu kommen Industrie und Betriebe: Zahnradfabrik und Klinikum, Bäckereien und Fitnessstudios....

Wir Konsumenten haben kaum eine Vorstellung, wie viele Branchen und Produkte vom Erdgas abhängig sind. Hätten Sie gewusst, dass selbst feuchtes Klopapier in der Herstellung ein Erdgasfresser ist? Um diese Viskosefasern herzustellen wird beispielweise in einem Kelheimer Chemiewerk tagtäglich die Wassermenge eines großen Schwimmbades verdampft, mit Gasbrennern. Aus Viskose, einem Holzfaserprodukt, wird auch brandfeste Bekleidung für die Feuerwehren hergestellt. Manche Industriezweige sehen sich nicht in der Lage, ihre Systeme kurzfristig auf alternative Brennstoffe umzustellen.

Das 450 Kilometer lange Gasleitungsnetz der Stadt Passau, Niedrig- und Hochdruckleitungen, ist gefüllt mit 37.500 Kubikmeter Erdgas. Das entspricht etwa zwei Drittel der Füllung des Wuppertaler Kugelgasbehälters. Falls die Erdgaszufuhr abbricht, würde dieser Vorrat an einem Sommertag für achtzehn Stunden reichen (Tagesverbrauch im Stadtgebiet: 50.000 Kubikmeter), an einem Wintertag (Tagesverbrauch das Fünffache, 250.000 Kubikmeter) für dreieinhalb Stunden. So der Inhalt der heutigen Pressemitteilung.

Der Autor fügt hinzu: Das Einsparpotential, würden Warmwassser und Heizung auf das Notwendige beschränkt, liegt laut Experten bei bis zu 50 Prozent. Beispiele und Anregungen folgen.

Grundsätzlich, so wird in der Pressemitteilung angemerkt, könnte das Gasnetz auch mit alternative Brennstoffen, "Biogas oder Wasserstoff" (Anm. d. Red.: gemeint ist wohl mit Methan angereicherter Wasserstoff, denn purer Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff explosiv) gespeist werden. Diese Gase stünden jedoch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.

Die Stadtwerke, so heißt es weiter, hätten die benötigten Gasvolumen für die Haushalte vertraglich, also auf dem Papier, für die nächsten zwei bis drei Jahre gesichert. Unvermeidbar sei, dass die Gaskunden wegen der steigenden Preise und der gesetzlichen Umlagen bald erhebliche Kosten tragen müssten. Den Energieversorgern wird in der Krise ausnahmsweise erlaubt, erhöhte Beschaffungskosten umgehend an die Verbraucher weiterzugeben.  

Die Eskalationsstufe, Alarmstufe 3, derzeit 2, wird erreicht, wenn alle Sparmaßnahmen nicht greifen oder die Gaszulieferungen sich erheblich verschlechtern.   

hud

 



 

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