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Nachrichten | Mittwoch, 02. Dezember 20

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Sieben Akten haben sich am Richtertisch zum Gastrokrimi um eine versuchte Erpressung angesammelt. (Foto: Tobias Clemens Köhler)
Berufungsprozess um Erpressung

Kellner in der Klemme

Passau - Ein wegen versuchter Erpressung angeklagter Kellner hat heute im Berufungsprozess vor dem Landgericht drei Zeugen bezichtigt, ein Komplott gegen ihn geschmiedet zu haben.

Ob der Vorsitzende Richter der Ansicht des Angeklagten folgen kann, wird sich am 15. Dezember zeigen. Dann wird das Urteil gesprochen.

Geständnis belastet Kellner
Mitangeklagt ist ein gelernter Maschinenmechaniker, derzeit arbeitssuchend, der zu Beginn des Prozesses mit einem Geständnis für Überraschung sorgte. Er gab zu, für den Kellner bei der Erpressung als Handlanger gedient zu haben. Er war derjenige, der mit dem Erpressten Kontakt aufgenommen hatte und einen Geldkoffer mit 70.000 Euro übernehmen wollte. Zum Lohn wollte ihm der Kellner angeblich 20.000 Euro abgeben.

Rückblick: Vor dem Amtsgericht war der Kellner freigesprochen, der Mitangeklagte zu einer unbedingten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt.

Der nach dem Geständnis seines Gegenübers sichtlich erschütterte Kellner bleibt bei seiner Aussage, dass er mit dem Erpressungsfall nicht zu tun habe. Er hat seine Ehefrau als Zeugin aufrufen lassen, die mit einem Tagebucheintrag ihn entlasten soll. Dort sei ein Treffen mit dem Mitangeklagten notiert, das angeblich folgenden Gesprächsinhalt hatte: Dieser soll zur Frau des Kellners gesagt haben, sie brauche keine Sorgen zu machen, ihr Mann habe mit der Sache nichts zu tun.

Zwischenrufe von der Ehefrau des Angeklagten
Der Prozess fand unter Pandemiebedingungen statt, die Mitwirkenden saßen mit Plexiglasscheiben getrennt. Die wenigen Stühle im Zuschauerraum waren mit großem Abstand aufgestellt. Dort saßen am Ende des Prozesstages: die drei Zeugen, die angeblichen Verschwörer, die da sind ein Gastwirt, eine Geschäftsfrau und eine vermögende Rentnerin, die Mutter des Erpressten; eine Kollegin des Kellners und dessen Ehefrau. Letztere wurde mehrmals zur Ordnung gerufen, weil sie sich aus dem Zuschauerraum heraus in die Verhandlung einmischen wollte. „Wir sind hier nicht in der Schule!“, maßregelte sie der Vorsitzende.

Der angeklagte Kellner hatte eine Mappe bestückt mit neonfarbenen Notizzetteln dabei, an denen er sich offensichtlich orientierte. Er führte oft anstelle seines Verteidigers das Wort, stellte den Zeugen Fragen, die selbst bei wohlwollender Betrachtung nicht zur Erhellung des Falles beitrugen.

Pikante Details sind am Rande zur Sprache gekommen. Die vermögende Rentnerin legt im Zeugenstand ihr Wissen dar, wie die Ehefrau des Kellners früher zu Geld gekommen sei: Sie habe betuchten Männern als Begleitservice gedient, es fielen Namen.

Die Ermittler haben die Kontostände des Kellners ausheben lassen, der sich vor am Amtsgericht als vermögend darstellte, als Geschäftsmann, der keine kriminellen Einnahmen nötig habe. Die Kontostände belegten das Gegenteil.

ta/ hud

 

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