Nachrichten | Mittwoch, 18. Oktober 23

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Polizeibeamte sind am Schauplatz eingetroffen. Die Klimaaktivisten wurden abgeführt. (Foto: Korbinian Strohhuber/ Bürgerblick)
"Letzte Generation"

Mit Feuerlöscher Warnfarbe an der Passauer Uni versprüht

Passau - Um Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken, hat heute Nachmittag ein Trio der „Letzten Generation“ die Unibibliothek mit Warnfarbe besprüht.

Solche Aktionen sind landesweit zum Semesterbeginn angekündigt worden. „Universitäten haben die moralische Pflicht, sich gegen die zerstörerische Politik unserer Regierung, die uns weiter in die Klimakatastrophe rasen lässt, zu positionieren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Passauer Aktivisten, zwei Frauen und ein Mann, besprühten mit Feuerlöschern die Fensterfront der Universitätsbibliothek mit orangener Farbe. Zum Infonachmittag der Hochschulgruppen war der Ort gut besucht.

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Unterbrochen von Zwischenrufen verkünden die Klmaaktivisten der Studentenschaft ihr Botschaft. (Foto: Korbinian Strohhuber/ Bürgerblick)
„Es ist an der Zeit, dass die Studierenden laut werden“, ruft eine der Warnwesten-Trägerinnen. Der Mann im Trio ist der bayernweit bekannte Klimaaktivist Micha Frey, der mehrmals ins Gefängnis geschickt worden ist, um ihn als Wiederholungstäter abzuhalten. Er ist zuletzt als Klimakleber am Passauer Amtsgericht verurteilt worden ist (siehe aktuelles Heft).

Ein Teil der versammelten Schaulustigen bilden einen Halbkreis um die Farbsprüher und hört sich deren Botschaft an. Andere reagieren mit Unverständnis und empören sich: „Was habt ihr jetzt für das Klima getan?“

Nach der Farbattacke kleben die Aktivisten Plakate. „Hören Sie bitte auf, das ist Sachbeschädigung!“, versucht ein Uni-Mitarbeiter einzuschreiten. Ein Zivilpolizist ist schnell zu Stelle, später kommen vier Polizeibeamte hinzu. Sie telefonieren, führen die Mitwirkenden schließlich ab.

Die Motivation der „Letzten Generation“ ist bekannt: Sie sehen solche Provokationen als einzig wirksames Mittel, das brennende Thema in der Öffentlichkeit und in den Medien wach zu halten. Hamas und Putin, die Angreifer der freien Welt, haben in den Nachrichten die größte Herausforderung der Menschheit in letzter Zeit den Hintergrund gedrängt.

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Ein Trio der "Letzten Generation" vor der Farbattacke auf die Unibibliothek. (Foto: Korbinian Strohhuber/ Bürgerblick)
Müsste sich das das heutige Bildungssystem nicht ebenso der Zeitenwende stellen? Es wurde Anfang des 19. Jahrhunderts nach den Bedürfnissen der Industrialisierung geformt. Heute um 18 Uhr im Kaffeewerk und am Donnerstag um 19 Uhr im "Studio 12" will die Gemeinschaft der "Letzte Generation" Interessierte informieren, was aus ihrer Sicht zu verändern wäre. 

Aktivisten waren in den Tagen davor auf dem Unigelände unterwegs und mit ihren Warnwesten aufgefallen. Angeblich hatten beim ersten Versuch die Feuerlöscher nicht funktioniert.

ks/ hud   

  

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