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Nachrichten | Mittwoch, 04. Mai 22

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Scharfrichterbeilgewinner: Benedikt Mitmannsgruber aus Liebenau (Mühlviertel) posiert für die Fotografen. (Foto: mediendenk)
Kabarett

Mühlviertler namens Mitmannsgruber gewinnt 38. Scharfrichterbeil

Passau - Ein Mühlviertel Kabarettist und Komiker, 26 Jahre alt, hat sich das Passauer Scharfrichterbeil, einen renommierten deutschen Kabarettistenpreis geholt.

Alles hat seine Zeit. Die unsrige bestimmen Krisen und ein Krieg. Wäre es wieder an der Zeit für politische Satire, die Grenzen auslotet, Entsetzen und Empörung auslöst? Besser nicht. Denn Empörungswellen schlagen anderswo reichlich und hoch genug: im Netz, wie die Wischer übers Handy tagtäglich beweisen.

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2. Preis: David Weber, gebürtiger Mainzer, singt über seine skurrilen Alltagsbeobachtungen. (Foto: mediendenk)
Beim Passauer Kabarettistenwettbewerb sind sechs Kandidaten angetreten, zwei Frauen und vier Männer. Das Publikum amüsiert sich. Die Protagonisten nehmen sie mit auf Gedankenspaziergänge, sprachliche und musikalische, lassen sie ausrutschen und stolpern auf einem Pflaster aus trockenem und schwarzem Humor.

Ein junger Mann im Norwegerpulli, Lockenkopf und Schnauzbart, kann dies besonders gut. Er ist ein Typ, der augenscheinlich zum Lachen in den Keller geht. Die Erzählungen von seiner ärmlichen, kargen Heimat nennt er „Exodus“. Benedikt Mitmannsgruber stammt aus dem höchstgelegenen Ort Oberösterreichs, Liebenau, 1.700 Einwohner, nordöstliches Mühlviertel, zehn Kilometer entfernt von der tschechischen Grenze. Dort würden Kaufhausdrehtüren die Kinderbetreuung ersetzen und jenseits der Grenze sei für 30 Euro, der Eintrittspreis für diesen Abend, „Befriedigenderes“ zu haben. „Heidelbeeren“, löst er das Kopfkino auf.

Der Mühlviertler Mitmannsgruber holt sich den ersten Preis, das große Beil.

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Sonja Pikart, neben dem Hauptpreisträger Mitmannsgruber, freut sich über das kleine Beil, den Publikumspreis. (Foto: mediendenk)
Dies war der 38. Wettbewerb seit Bestehen des Scharfrichterhauses. Die Veranstaltung war wegen der Pandemie vom vorigen Dezember in diesen Mai verschoben worden. 2020 ist das Scharfrichterbeil ersatzlos ausgefallen.

Die zehnköpfige Jury sprach das mittlere Beil, zweiter Platz, David Weber (Piano, Musikkabarett) zu, das kleine erhielt Sonja Pikart (Kabarettistin und Schauspielerin) als Publikumspreis.

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Urban Priol, 60, Scharfrichterbeilpreisträger 1986, moderierte den Wettbewerb, (Foto: mediendenk)
Der Abend wurde moderiert von Urban Priol (60, „Neues aus der Anstalt“), der 1986 Preisträger war. Das Scharfrichterbeil gilt in der Kabarettistenszene als „Ritterschlag“.

hud

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Der Journalist und Autor, Jahrgang 1962, trägt Auszüge aus seinem Roman "Die schwarze Rose" vor. Er handelt von einem Priester im 14. Jahrhundert, der in einen Finanzbetrug hineingezogen wird. 


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